Samstag, Dezember 30, 2006

Es ist angerichtet

Wie jeder denkende Mensch präferiere auch ich Sonys Playstation 3, und nicht etwa Microsofts Xbox 360. Wer immer noch Argumente für die PS3 sucht, bitte sehr:

Prost Mahlzeit.

Donnerstag, Dezember 28, 2006

Atheismus 101: Einleitende Worte (und Bilder)

Nun ist mir leidlich bekannt, daß die Aufmerksamkeitsspanne vieler Lesender dieses Blogs, wenn es um bewegte Bilder geht, bei ungefähr 2 Minuten 30 Sekunden liegt (was meine eigene um gut eine halbe Minute übertrifft). Nichtsdesto, dieses zwanzigminütige Video eines Vortrags von Ben Stiller, Quatsch: von Sam Harris ist, es tut mir ja selber weh, Pflicht für einen Schein. Alldieweil im Kursverlauf ein paar nicht so schöne Dinge über Sam Harris gesagt werden könnten. Doch erst später. Bis dahin: viel Spaß.

Mittwoch, Dezember 27, 2006

Fantastischer Frühaufsteher

Nun war ja die letztjährige Fantastic Four-Verfilmung nicht die beste, aber auch nicht die schlechteste (Daredevil, ich schau dich an...) Filmumsetzung eines Marvel-Comics. Nächsten Sommer steht bereits die Fortsetzung an, namentlich "Fantastic Four: Rise of the Silver Surfer".

Ein Trailer ist bereits online. Und, oh, ah: nicht der übliche Teaser-Kram, wo nichts zu sehen ist außer einem Fuß, und nicht das übliche Trailer-Einerlei, wo wahllos Explosionen aneinandermontiert wurden. Schönschön.

Hauptsache: Religion

Wo wir gerade bei Religion sind... Spiegel Online, wie üblich die Speerspitze des investigativkreativen Journalismus, meißelt angesichts der bevorstehenden Hinrichtung Saddam Husseins folgendes in die Datenautobahn:
Im Irak sehen viele der Exekution mit Spannung entgegen. Hunderte bewerben sich als Henker. Offiziell gebe es keinen Henker, die Regierung habe eine solche Position auch nicht ausgeschrieben, sagte ein Berater von Ministerpräsident Nuri al-Maliki dem US-Fernsehsender ABC. Den Angaben zufolge gehörten die Interessenten für das Amt des Henkers allen drei großen Religionsgemeinschaften - Sunniten, Schiiten und Kurden - und allen ethnischen Gruppierungen an.
Die Religionsgemeinschaft der Kurden, sehr lustig. Wie kommt sowas auf sowas?

Die jW hat zum Thema Religion auch etwas mitzuteilen. Unter der süffisant gewählten Überschrift "Ein neuer Krieg der USA" meinungsmacht es dort:
Äthiopien ist seit langem der Hauptverbündete der USA in der Region. Seit 2002 hat das von christlichen Politikern autoritär regierte Land, dessen Bevölkerung zur Hälfte moslemisch ist, im Zuge des »Kriegs gegen den Terror« verstärkt amerikanische Militärhilfe bekommen.
Vergleiche zur "demokratisch gewählten Hamas" sind zu unterlassen, bittesehr. Wie strunzdick das anti-imperialistische Weltbild der nationalen Sozialisten doch gestrickt ist.

Dienstag, Dezember 26, 2006

Atheismus 101: Prelude and Nocturnes

Nun, am zweiten Tag des zweithöchsten Christenfestes, mit unbestreitbaren heidnischen Einflüssen und kapitalistischer Schieflage, wäre es mehr recht als billig, sich kurz vor Augen und Mund zu führen, worum es bei Atheismus 101 gehen soll und wird. Focus Online hilft:
Einen Dialog der Religionen mahnte Münchens Kardinal Friedrich Wetter in seiner Predigt am ersten Weihnachtsfeiertag im Münchner Liebfrauendom an. Dabei könne der „feste unnachgiebige Glaube der Muslime“ eine positive Herausforderung für die Christen sein, den eigenen Glauben zu festigen.
Der Neid der Besitzlosen streift die übermenschliche Bereitschaft anderer, für den eigenen Aberglauben zu sterben und zu töten. Daran, bitte sehr, sei sich ein Beispiel genommen. Oder, Selbstmordattentate beiseite und -zeiten gelassen, zumindest an der Protest- und Mobilisierungsfähigkeit. Und, mal ehrlich, der Widerstand gegen Popetown war wohl, aus religiöser Sicht, zu zahm und harmlos.

"Fest" plus "unnachgiebig" plus "Glaube"... darüber lohnt es sich, an diesen letzten Stunden des Weihnachtsfests 2006 nachzudenken. Ein Eimer ist bereitzuhalten.

Samstag, Dezember 23, 2006

Es köhlert sehr

Bundespräsident Köhler hebt in seiner Weihnachtsansprache die Verantwortung des Einzelnen für die gesamte Gesellschaft hervor. GREASEPAINT MUSTACHE dokumentiert die Rede im Sinnlaut.

Meine Damen und Herren, liebe Unterschicht,
meine Frau und ich wünschen Ihnen frohe und gesegnete Weihnachten. Es war ein gutes Jahr für manche. Die Fußball-Weltmeisterschaft war kein Märchen. Sie zeigte eine fröhliche und tüchtige Nation, und die ganze Welt hat sich mit gefreut, als diese dann Weltmeister wurde. Da bleibt etwas. Zum Beispiel der Müll auf den Straßen.
Die Zahl der Arbeitslosen geht endlich zurück, nicht zuletzt dank des Mülls auf den Straßen. Die Investitionen der Unternehmen steigen, und das ist wohl gut. Unsere Produkte, Made in China, sind weltweit gefragt, und die Reformen der vergangenen Jahre beginnen zu greifen. Die Mühe hat sich gelohnt. Die da unten wissen endlich, dass sie selber ihr Schicksal zu verantworten haben.

Viele haben zu der guten Entwicklung beigetragen. Ich danke allen herzlich dafür, auch mir und meiner Frau. Der Aufschwung gibt uns Rückenwind. Nutzen wir die Chance, unser Land nachhaltig einzurichten auf die Herausforderungen der Zukunft. Im Windschatten der Unterschicht kann die Mittelschicht beherzt den Radfahrer geben.

Arbeit zu schaffen für die Menschen in Deutschland - das bleibt für mich die wichtigste, die heiligste Aufgabe. Das ist auch die entscheidende Antwort auf Armut und Ausgrenzung. Arbeit macht frei, das Leben aus eigener Kraft zu meistern und vermittelt Lebenssinn. Deshalb müssen wir alles tun, damit die jungen Menschen Zugang zum Berufsleben finden. Der Schlüssel dazu heißt: Gute Besserung für alle. Gesundheit! Und werden Sie bloß nicht krank!

Und wir sollten auch viel besser begreifen, welchen Schatz wir im Wissen und der Erfahrung der Älteren haben - nicht nur in der Arbeitswelt, sondern auch in unserer Gesellschaft insgesamt. Schauen Sie mich an - trotz Altersdemenz bin ich immer noch ein wertvolles Mitglied dieser Gesellschaft, wie mein Lohnscheck Monat für Monat beweist. Und ich habe sogar ein Schloss!

Deutschland ist keine Insel. Das Boot ist voll. Wir stehen in einem internationalen Qualitätswettbewerb, der alle Bereiche unseres Zusammenlebens betrifft: Welcher Nation gelingt es am besten, die schöpferischen Kräfte ihrer Menschen zu wecken? Wie offen ist eine Gesellschaft für Neues? Was bietet sie jungen Familien? In welchem Land gibt es die besten Schulen und Hochschulen? Wie gut gelingt das Miteinander von Einheimischen und Zuwanderern? Warum bleiben Sie noch hier?

Das alles hängt auch von politischer Gestaltung ab. Deshalb geht es bei diesem Wettbewerb auch um die Qualität von Politik. Gute Politik - das heißt zunächst einmal Aufrichtigkeit bei der Einschätzung unserer Stärken und Schwächen. Das heißt Mut, sich Ziele zu setzen und sich daran auch messen zu lassen. Und das heißt Stetigkeit und Stimmigkeit im Handeln. Das alles dürfen wir vergessen. Wo war ich?

Aber wir dürfen nicht erwarten, dass es immer ohne Streit abgeht. Fairer Streit um die Sache und das Ringen um vernünftige Kompromisse sind in der Demokratie unerlässlich. Und wer könnte besser zwischen den Menschen in Deutschland vermitteln und tolle Kompromisse herbeizaubern, als die deutsche Wirtschaft?

Alle, die sich in diesem Sinne engagieren, verdienen Vertrauen und Wertschätzung. Deshalb bitte ich Sie: Machen Sie mit, dass neues Vertrauen entstehen kann. Oder noch besser: vertrauen Sie blind.
Unser Land ist im Umbruch. Und da liegen Erfolg und Misslingen oft eng bei einander, wie der Müll auf der Straße. Freuen wir uns über Erfolge. Die verdienen Anerkennung. Und reichen wir denen die Hand, die Misserfolg haben, damit sie sich wieder aufrichten. Doch "Hilf Dir selbst, dann hilft Dir Gott" ist oberste Devise. Wo kämen wir denn hin?

Deutschland - das sind wir alle. Nicht, dass Sie eine Wahl hätten. Lassen Sie uns gemeinsam auf unsere freiheitliche Demokratie hab acht geben. Vergessen wir nicht unsere Verantwortung im Kleinen. Sie ist Teil der Verantwortung für das Ganze. Fühlen wir uns zuständig für Deutschland, fühlen wir uns aber auch zuständig für den Müll auf der Straße. Es ist unser Land; ein Land, in dem es sich zu leben lohnt. Ich kenne kein schöneres. Aber ich lese auch keine Zeitung und fahre im Urlaub nur nach Sylt oder Mallorca, genau wie Sie.
Weihnachten ist das Fest der Familie. Ich möchte deshalb heute ganz besonders die Familien in unserem Land grüßen - vor allem diejenigen, die in diesem Jahr ein Kind bekommen haben oder eines erwarten. Ich weiß um die Sorgen, die damit zusammenhängen können. Doch Deutschland braucht Leute wie Sie! Wollen Sie einen Orden?

Aber ich kenne auch das Glück und die Zuversicht, die die Geburt eines neuen deutschen Erdenbürgers bedeuten. Ich freue mich mit allen deutschen Eltern. Und ich wünsche mir, dass unsere ganze Gesellschaft entschieden "Ja" zu Kindern sagt. Damit die Blagen, wenn erwachsen, auch so richtig doll verwöhnt sind.

Die Weihnachtsgeschichte, wie sie in der Bibel überliefert ist, beschreibt alles andere als eine heile Welt: Maria, gerade aus heiterem Himmel Mutter geworden, und Josef finden nur in einem Stall Unterkunft; Maria kann ihr Neugeborenes nur auf Stroh betten; und dann muss die die Familie vor einem mörderischen Tyrannen fliehen. Es ist wahrlich keine heile Welt, in der die Weihnachtsgeschichte sich ereignet. Aber mit dieser Geschichte ist eine ganz neue Hoffnung in die Welt gekommen. Diese Hoffnung wünsche ich heute vor allem denen, die einsam oder krank sind, die keine Perspektive mehr sehen. Meine Gedanken sind bei Ihnen. Und denken Sie dran: eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr... Also, alles halb so wild mit der Armut.

Ich denke heute auch an die Frauen und Männer, die Weihnachten nicht mit ihren Lieben feiern können, weil sie auch an diesem Abend an den unterschiedlichsten Orten für ihr Vaterland im Einsatz sind. Mein herzlicher Weihnachtsgruß gilt besonders den Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr, die sich fern der Heimat für unser aller Sicherheit und Freiheit und Wohlstand und Ressourcen einsetzen. Welch größerer Dienst könnte Deutschland gebracht werden? Ihnen allen danke ich herzlich!

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, ich wünsche Ihnen, dass Sie Gelegenheit haben, über die Feiertage ein wenig auszuspannen und neue Kraft zu schöpfen, denn die werden Sie brauchen - der Müßiggang ist schon fast wieder vorbei. Ihnen allen ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein gutes und erfolgreiches Neues Jahr! Seien Sie fleißig und vertrauensseelig.

Ihnen Ihr
Hotte

Freitag, Dezember 22, 2006

Cain mal wieder

Nun bin ich halt eine PageRank-Hure wie er, sie, du auch, und freue mich diebischst über jeden weiteren Link. So auch von dieser Seite, auch wenn deren PageRank bei Null liegt (wodurch der praktische Nutzen eben dorthin tendiert).

Freundlich gemeint ist der Link natürlich nicht. Dort setzt der den diesen Blog regelmäßig Lesenden umschlägig bekannte Jürgen Cain Külbel seine Anzeige gegen Unbekannt ins Netz. Unbekannt ist in diesem Fall Liza. GPM u.a. sind nicht weiter wichtig:
Ich habe nur die Beiträge gelesen, die LIZA gegen mich verfasste. Bei den anderen bin ich über die ersten zwei, drei Absätze nicht hinausgekommen, weil sie nicht ziehen, man sofort weiss, worum es geht und wie es enden wird; der Blogger hält sich strickt an ein ermüdendes und ewig gleiches (unter Fans offenbar beliebtes) Strickmuster. (JCK)
Da hat er aber recht. Sich strickt an ein Strickmuster zu halten ist ja auch das Mindeste, sonst gibt das nix mit der Strickware.

Er kann's und will's nicht lassen. Nachdem Lizas Welt auf die Veröffentlichung der Anzeige reagierte, setzt Külbel in alter Manier einen drauf:
Lizatanischer Popanz, ich, Karate Kid, frage Sie: Sollen die sich etwa die Hände schmutzig machen? Instrumentalisieren Sie Ihre Freunde gar? Sind Sie ein fürchterlicher Verführer? Ist es Ihnen egal, wenn einer von den Verführten ins Gras beißen muss wegen etwaiger Rechtsverletzungen? Warum weisen Sie einzelne Ihrer Blogger-Kollegen nicht darauf hin, wenn die gerade mal wieder auf Paragraphenrasierklingen balancieren?
Stilblütender Demagogenpimpf, ich frag' Sie: wollen Sie sich nicht mal den Mund sauber schrubben? Glauben Sie, verrohter Sprachvergewaltiger, allen Ernstes, daß es sich um Verführung handelt, wenn andere sich dazu genötigt fühlen, ihre geistarme und rechtspopulistische Brandstifter-Logorrhoe nicht unkommentiert im WWW liegen zu lassen? Halten Sie die Leute für so blöde, daß sie nicht sehen, wer hier inhaltlich argumentiert, und wer beleidigt bei Papa petzen geht?

Die selbstgebackene "Unperson" Kübel wäre schon längst wieder in der ihr eigenen Bedeutungslosigkeit verschwunden, würde sie nicht aus dem Off immer wieder nachtreten. Man fragt sich schon, was Sinn und Zweck der Übung sein soll. Die Polizei jedenfalls wird sich ob dieser ABM freuen. Diebischst, vermutlich.

PS: Lieblichster Marcel Bartels, bitte nicht von der eigenen Gesichtsfarbe auf die Parteizugehörigkeit anderer schließen. "Die Szene der gelben Anti-Islamisten" ist nicht gelb (und auch keine "Szene", und - fragen's mich - nur insoweit "anti-islamistisch" wie "anti-religiös"). Desweiteren ist das Label "antideutsch" ebenso wenig ein Straftatbestand wie eine SPD-Mitgliedschaft. Könnten es aber meinetwegen beide sein.

Sonntag, Dezember 17, 2006

Erklärungsnotstand aufgelöst

Die geliebte jW wird morgen zu berichten wissen wollen:
Die Fatah-Bewegung, im Januar von der Bevölkerung abgestraft für uferlos gewordene Korruption und die Unfähigkeit, Palästina zur Staatlichkeit zu verhelfen, sucht ihr Heil in vorgezogenen Neuwahlen. Am Samstag kündigte der palästinensische Präsident Mahmud Abbas entsprechende Schritte gegen die demokratisch gewählte Hamas-Regierung an, statt deren Angebot zur Bildung einer Regierung der Nationalen Einheit endlich aufzugreifen.
Nun wissen wir, was. Um mal ausnahmsweise mich zu zitieren:
Leute, erst mal Luft holen. Wie uns die gescheite(rte)n Köpfe der jW sicher am Montag mitteilen werden, handelt es sich bei der Hamas um eine total demokratisch gewählte Partei, also bitte!

Woher die ungebrochene Opium-Begeisterung der nationalen Sozialisten von der jW kommt, ist schnell erklärt: die Fatah wird aus deutscher Sicht nur allzu gerne als "gemäßigt" verharmlost, sind also ergo nicht konsequent genug in ihrer Ablehnung Israels. Da ist die Hamas schon viel sympathischer, Islamismus hin oder her.

Zurück zur jW:
In den von Israel besetzten bzw. kontrollierten Gebieten eskalierte nach der Ankündigung die Gewalt.
und
Es ist fraglich, ob für all diese Angriffe tatsächlich die Hamas verantwortlich ist. Am frühen Sonntag morgen war bei einer Attacke auf ein Ausbildungslager der Präsidentengarde Force 17 in Gaza ein Fatah-Mitglied getötet worden. Die von den USA finanzierte und ausgebildete Garde machte den bewaffneten Hamas-Arm für den Anschlag verantwortlich. Die Essedin-Al-Kassam-Brigaden wiesen die Vorwürfe zurück und sprachen von »internen Kämpfen« der Fatah.
sind erneut Lehrlingsleistungen in Sachen Verschwörungstheorie. Israel und USA sind schuld, muß darauf noch hingewiesen werden?

Die ewig gleichen Erklärungsmuster, selbst angesichts deutlicher Zeichen ihrer Unzulänglichkeit - so viel stoische Dummheit wäre bewundernswert, wäre sie nicht pathologisch.

Erklärungsnotstand

Gaza/Kairo - Augenzeugen berichteten, bei Kämpfen in Gaza und Chan Junis im Süden des Gazastreifens seien bisher mindestens 19 Menschen verletzt worden. Die beiden gegnerischen Gruppen hätten auch Granaten eingesetzt. Nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP wurde ein 13-Jähriger bei den Zusammenstößen in Gaza-Stadt erschossen. Die Stimmung heizt sich stündlich auf. (Spiegel Online)

Die Palästinensergebiete am Rande eines Bürgerkriegs ("Die Hamas werde versuchen, dies zu "vermeiden"."), Fatah gegen Hamas. In der Nacht wurde tödlichst weiter geballert, meinte das Radio (was seinen Weg ob des Heiligen Sonntags aber noch nicht ins WWW gefunden hat). Nun fragt man sich, wie das passieren konnte.

Leute, erst mal Luft holen. Wie uns die gescheite(rte)n Köpfe der jW sicher am Montag mitteilen werden, handelt es sich bei der Hamas um eine total demokratisch gewählte Partei, also bitte! (Oder es wird weiter vom drohenden Bürgerkrieg abgelenkt (Leitartikel (!) der letzten Ausgabe). Paßt aber auch wirklich nicht ins Programm.)

Erklärungen aus dieser und anderer anti-israelischer Ecke könnten und werden wohl so aussehen: die Hamas ist politisch von Israel isoliert, und kann folglich nur extrem auf alles und jeden reagieren. Ein Bürgerkrieg ist Volkes Wille, wie an der ungebrochenen Unterstützung der Hamas abzulesen ist, und dann ist das auch gut so. Die Fatah ist gemäßigt, und wird es nicht so weit kommen lassen. Die Hamas ist religiös, und als gute Moslems töten sie schon keine anderen Moslems, jedenfalls nicht im großen Stil. In Wahrheit steckt sowieso Israel hinter den Aggressionen der friedliebenden Palis - gegen Israel (selber schuld) und untereinander. Für den Tod des 13jährigen Kindes muß Israel direkt verantwortlich sein, kennt man ja; vermutlich haben sie es in die Schußlinien geschubst.

Man darf gespannt sein, welch abenteuerlichen Argumentationskonstrukte uns kredenzt werden.

In other news: Tausende Würstchen auf Weihnachtsmarkt konfisziert.

Samstag, Dezember 16, 2006

Thiersebrei

Nun fragt man sich vielleicht, wie ein Typ wie ich dazu kommt, sich morgens ausgerechnet vom Deutschlandfunk wecken zu lassen. Jedenfalls, ehrlich gesagt, frage ich mich das gerade. Und nicht zum ersten Mal.

Heute morgen auf dem Sender: ein Interview mit Wolfgang "Taliban" Thierse (Achtung: MP3, 2,1 MB). Und wieder ist's passiert: statt umgehend aufzustehen, lausche ich gebannt den rauschenden Worten. Wie könnte man sich dem Anschwappen dieser überlegten Sätze, jedes einzelne Wort drei Mal rumdrehend und erst gut durch aus der Küche des Vokaltrakts tragend, erwehren?

Lang und gut, hier einige Impressionen aus der raugewichtigen Samstagspredigt des gemäßigsten aller Extremisten. Ich muß gestehen, daß mein Radiowecker erst gegen Ende des thiersigen Monologs überhaupt in Erwägung zog anzuspringen. Und das o.a. MP3 beginnt leider auch erst mittendrin, statt nur dabei. Ach, was sag ich "leider"?

Der Vorteil dieser Studie ist ja, daß sie eine Langzeituntersuchung darstellt. Das ist schon der fünfte Band. Und in dieser Langzeituntersuchung wird sichtbar, daß es in Deutschland ein [?] ganz langsam aber eben doch merkbar ansteigende menschenfeindliche Einstellung von Leuten gibt.
Keine Ahnung, von welcher vorteilhaften Langzeituntersuchung die Rede ist (nuja, doch: Deutsche Zustände, Band 5). Es fällt Thierse jedenfalls hörbar schwer, den Befund der Studie darzulegen. Ist ja auch kein schönes Thema. Aber Schönrederei ist des Thierses Sache nicht. Entschuldigen hingegen schon, und was würde Homophobie in all ihren funkelnden Facetten besser und plausibler erklären, als ökonomische Mißstände:
Wenn man in einer großen Stadt mit einigem wirtschaftlichen Erfolg lebt, ist man in einer anderen Situation, als wenn man auf dem sogenannten flachen Land, in einer abgehängten Region lebt, und resigniert, voller Zukunftsängste ist, auch voller Haß dann ist, weil man keine Chance für die eigene Zukunft sieht.
Da ist wahrlich die "Menschenfeindlichkeit" der einzige Ausweg...

Doch kommen wir schließlich und endlich zu dem Teil, der mich vom wohlverdienten Aufstehen abhielt. Der Interviewende wirft folgendes faktisches Faktum, welches stimmt, in den Äther: "Ein interessantes Faktum: je höher die Bildung, desto geringer die Neigung zur Abwertung anderer. Das stimmt. Nur mit Blick auf den Islam stimmt es nicht. Warum?" Darauf Thierse:
Da muß man sehr vorsichtig sein. Was bei Heitmeyers Islamophobie unter [?] beschrieben wird, da bin ich sehr vorsichtig in der Beurteilung. Das wir alle ein zwiespältiges Bild vom Islam haben, hat doch damit zu tun, daß wir nicht nur die Religion und den Koran bewerten, und manche Nachbarn und Bekannten, die islamischen Glaubens sind, sondern daß wir doch immerfort die Nachrichten hören von Selbstmordattentaten, von Terrorismus, von Bürgerkrieg und Krieg und Gewalttaten, im Nahen Osten, in der islamischen Welt. Daß das kein freundliches Bild gegenüber dem Islam insgesamt erzeugt, daß ist doch zunächstmal nachvollziehbar, und das trifft auch gleichermaßen Ungebildete wie Gebildete. Den Nachrichtenstand haben wir alle [lol]. Also, da bin ich etwas vorsichtiger in der Bewertung. Wenn man etwa fragen würde, wie das Bild der isla... der katholischen Kirche oder der evangelischen Kirche oder des Judentums ist, da würden wahrscheinlich auch allerhand phobische Vorstellungen zum Vorschein kommen.
Nur leider verhält es sich mit dem Schächten von kleinen Christenkindern im Judentum etwas anders als mit den islamischen Selbstmordattentätern. Das eine ist ein Produkt der eigenen bzw. gesellschaftlichen Homophobie, genauer: der Sonderfall Antisemitismus, das andere alltägliche Wirklichkeit. Doch unter anderem um Religion und Terrorismus soll es ja bei Atheismus 101 gehen, also an dieser Stelle genug davon. Nur so viel: wer Thierses "phobische Vorstellungen" durch "Fisimatenten" ersetzt, kommt der Sache bereits recht nahe. Und was die Feststellung, daß der islamische Terrorismus nicht nur Terrorismus, sondern auch islamisch ist, mit wie auch immer gearteter Phobie zu tun haben soll, muß mir bei gegebenem Anlaß mal in aller Ruhe erklärt werden. Mitnichten ist dieser Terrorismus ein Aufstand der Hoffnungslosen und Entrechteten, wie Thierse beim Thema "Homophobie in Deutschland" noch beschwichtigend einzuwerfen versucht. Stichwort: Schnöselstudis und ihr gelehrsamer Flug ins WTC. Religion ist hier nicht Mittel zum Zweck, sondern umgekehrt.

Abrupter Wechsel: "Ein anderes Thema in dieser Studie: einen positiven Effekt der WM-Begeisterung haben die Wissenschaftler nicht gefunden. Nach Ansicht der Forscher hat der WM-Patriotismus den Zusammenhang zwischen Nationalstolz und Fremdenfeindlichkeit nicht aufgebrochen. Überrascht Sie das?" Thierse:
Nein, es überrascht mich nich. Wir haben ja gesehen, daß diese wunderbaren vier Wochen, die uns ja alle angesteckt haben - das war doch eine wirklich schöne Zeit - daß das nicht angehalten hat. Die Gewalttaten in und um den Fußball haben wieder zugenommen [...].
Welche Phantasie-WM hat Thierse denn da gesehen? Wer nicht nur zuhause vor der Glotze die medial geschönte Terrorveranstaltung verfolgte, sondern sich auch mal unter den Pöbel wagte, erhielt ein anderes Bild. Die schlagartige "Weltoffenheit" in Deutschland war ein Mythos, ohne den kein Feiern gewesen wäre.

Endlich neigen sich die neun Minuten ihrem Ende:
Wir brauchen insgesamt in diesem Land eine breite Kultur der Anerkennung, der Anerkennung auch von Verschiedenheiten, das Ja zu Menschen unterschiedlicher Überzeugungen, unterschiedlicher ethnischer Herkunft, unterschiedlichen Glaubens.
Da hat er aber Recht, der Thierse. Und wie dieser aus gutem Grund eine "breite Kultur der Anerkennung" auch und insbesondere für den Islam fordert, fordere ich hiermit selbiges für jene armen und geknechteten Seelen genannt Rechtsextremisten. Man muß halt unterschiedliche Überzeugungen tolerieren, komme, was wolle.

Wannohwann werden notorische Gutmenschen wie Thierse begreifen, daß "Anerkennung" und Toleranz dort endet, wo sich Glaube und Überzeugung gegen körperliches und geistiges Wohlbefinden richten?

Freitag, Dezember 15, 2006

Firefox 3.0

I kid you not: Firefox 3.0 ist im Alpha-Test. Liegt wohl an der brennend neuen "layout engine" Gecko 1.9, warum 3.0 so schnell auf 2.0 (und ohne Zwischenschritte wie 2.1 etc.) folgt.

Offizieller Release ist bereits in der ersten Jahreshälfte 07. Ein erster Test findet sich hier. Und auch von anderer Stelle ist durchaus positives berichtet worden. Schön flott soll er sein, der Browser - der im Alpha-Test nicht Firefox heißt, sondern Gran Paradiso.

Also keine falsche Scheu, und Alpha getestet.

Donnerstag, Dezember 14, 2006

Apropos Hitler...

Bei der Pflichtlektüre zu Atheismus 101 bin ich an folgender Stelle haften geblieben: Im Kapitel "The 'Good' Book and the changing moral Zeitgeist" (The God Delusion) watscht Dawkins im Unterkapitel "What about Hitler and Stalin? Weren't they atheists?" zunächst einmal die christlichen VorurteilsträgerInnen ab, die beharrlich behaupten, Hitler sei Atheist gewesen. Um dann wie folgt (S.272f) den Argumentationsfaden wieder aufzuknüpfen:
Even if we accept that Hitler and Stalin shared atheism in common, they both also had moustaches, as does Saddam Hussein. So what?

So what indeed. In den Worten des einzig wahren Königs von Belgien:
Schnauzer-D, übernehmen Sie.

Tod den Ungläubigen!

Ein christliches Videospiel ist in der Mache, in welchem die Spielenden eine christliche Armee aufbauen und gegen die Armee des Antichristen zu Felde ziehen. Unentschlossene werden entweder konvertiert oder getötet.

Wer nun um das Seelenheil der Spielenden fürchtet, keine Bange: tötet man, so sollte man anschließend auf die Knie fallen und beten, um die eigene Seele wieder reinzuwaschen.

Man fragt sich nun allerdings, was da mit den Fundi-Christen los ist - das Alte Testament ist doch ziemlich deutlich in seinen Anweisungen, wie mit Falsch- und Ungläubigen umzugehen ist. Wofür also Abbitte leisten?
Vermutlich liegt dies daran, daß es, USA-typisch, protestantische Fundis sind, und da erhält bekanntlich das Neue Testament mehr Gewicht. Da macht das Beten wieder Sinn. Irgendwie. Oder wie?

Nachtrag: Das Spiel ist nicht in der Mache, es ist erhältlich. Da ist Weihnachten ja gerettet.
Parents need a substitute for the degrading moral values of games like ’Grand Theft Auto.’ We’re giving the industry an RTS game that is fun to play as well incorporating inspirational content. (FAQ)

Mittwoch, Dezember 13, 2006

Kramer gegen Kramer

Wir alle erinnern uns noch lebhaft an folgende Offenbarungseide des Schauspielers Michael Richards, bekannt als Seinfelds Kramer und freilaufender Stand-Up Comedian:


Im ganzen Wust der Beschuldigungen ("Von einem Juden hätte ich Besseres erwartet" (obwohl, selbstredend, Richards kein Jude ist, und überhaupt: danke für diese Lehrstunde in angewandtem Antisemitismus) und Sympathiebekundigungen ("Er hat doch recht", obwohl, selbstredend, nicht, und überhaupt: danke für nichts)) ging die folgende Entschuldigung fast unter:

Richards: "I lost my temper on stage"... "said some pretty nasty things"... "trash talk"... (Gelächter im Publikum)
Seinfeld: "Stop laughing. That isn't funny."
Hey, Seinfeld, der Kerl ist ein Comedian, klar ist das lustig. Hör' ihm doch mal weiter zu, das könnte der beste act seines Lebens sein.

Anyway, nimm beides zusammen, was ergibt das? Seinfeld - the Lost Episode: Racist Kramer.

Dienstag, Dezember 12, 2006

Still Hating Juice

Nun war an dieser Stelle bereits von Mel Gibson die Rede. Was man nun noch wissen muß: der Knilch hat einen neuen Film unter die erwartungsvolle Masse geschissen. Selbiger Haufen unterm Haufen nennt sich Apocalypto. Worum es geht? Um die barbarische Antizivilisation der Mayas, denen am Ende die spanischen Conquistadores die überfällige Gutmenschlichkeit einbläuen. Oder doch nicht? Hier der Trailer:

What are you laughing at, sugar tits?

Samstag, Dezember 09, 2006

Braindrain 06 - Antworten und Ergebnis

Langes Warten, kurze Antworten auf die Fragen des Braindrain 06:

1: "Parallelen überschneiden sich in der Unendlichkeit" - was sind die Voraussetzungen, die für die Richtigkeit dieser Aussage erfüllt sein müssen, und was folgt hieraus? Und überhaupt, aus diesen Fragen ableitend: in was für einem Universum leben wir eigentlich?
Das Universum selbst muß gekrümmt sein, damit Parallelen sich nähern und schließlich überschneiden. Die Krümmung muß positiv (elliptisch) sein, da sonst die Parallelen auseinanderdriften würden. Hieraus folgt, daß das Universum - ein nicht-euklidisches, positiv gekrümmter Raum, nicht unendlich wäre (im Gegensatz zu einem euklidischen oder einem nicht-euklidischen, jedoch negativ gekrümmten Raum). O.s.ä.

2: Was ist die am häufigsten verwendete Vorwahl in amerikanischen Filmen, und warum? Welche Leute ruft man damit an?
Wiki sagt's so.

3: Indiana Jones und der Letzte Kreuzzug: in welcher Sprache und bis wieviel soll der junge Indiana zählen? Und was macht er?
Er soll bis 100 auf Altgriechisch zählen. Aber er zählt auf modernem Griechisch (und nicht mal ansatzweise bis 100).

4:Google - woher stammt der Name? Wie würde man zig millillionen Google nennen?
Google kommt von Googol. Also wären zig millillionen Google ein Googleplex.

5: "Excelsior!" Wer beendete regelmäßig seine Texte mit diesem Wort?
Stan Lee.

6: "Get The 'F' Out!" Wer benutzte diesen Slogan, und warum?
Die WWE, da sie ihren Namen von WWF - World Wrestling Federation - ändern mußten, da der WWF - World Wildlife Fund - wenig begeistert war. Also: weg mit dem F.

7: Welcher Science Fiction Film war für die Schließung eines Studios verantwortlich? Welches Schreibgenie hatte an diesem Film mitgewerkelt? Nenne mindestens ein weiteres Projekt dieser Person, das gewaltig gescheitert ist.
In korrekter Reihenfolge: Titan A.E., Joss Whedon, Firefly.


Daniel gewinnt mit 8 von 15 Punkten, und darf nun selber braindrainen, was er hoffentlich auch macht.

Religion hui, Amerika pfui

Während ich pausenhaft auf der Suche nach Material für Atheismus 101 bin, ist mir etwas höchst Uneigenartiges aufgefallen.

Auf der persönlichen Seite von Sam Harris findet sich natürlich auch eine Übersicht über sämtliche Publikationen des Autors - The End of Faith und Letters to a Christian Nation. Beide Seiten bieten eine Übersicht über alle erhältlichen oder geplanten Editionen weltweit. Und die sieht so aus:

The End of Faith: U.S. — W.W. Norton; U.S. AUDIO – Blackstone Audio; U.K. —Free Press; ITALY — Nuovi Mondi Media; HOLLAND — Arbeiderspers; DENMARK —Akademisk Forlag;
FINLAND — Terra Cognita Oy; PORTUGAL —Tint-Da-China; KOREA — Haneon; ISRAEL —Ivrit

Letters to a Christian Nation: U.S. — Knopf; U.S. AUDIO – Simon and Schuster Audio; U.K. —Transworld; Germany — Bertelsmann; Brazil— Companhia Das Letras; Greece —Kedros

Nun verwundert die kürzere Liste für das zweite Buch nicht, ist ja kaum erst raus (September 2006). Und ist es ein Wunder, daß die buchförmige Attacke gegen ein religiösfundamentalistisches Amerika in Deutschland einen Verleger findet, der generelle Angriff gegen Religionen jedoch nicht? Nein? Na eben.

Freitag, Dezember 08, 2006

Atheismus 101: Seminarplanung

How many more architects and mechanical engineers must hit the wall at 400 miles an hour before we admit to ourselves that jihadist violence is not merely a matter of education, poverty, or politics? The truth, astonishingly enough, is that in the year 2006 a person can have sufficient intellectual and material resources to build a nuclear bomb and still believe that he will get 72 virgins in Paradise. Western secularists, liberals, and moderates have been very slow to understand this. The cause of their confusion is simple: They don’t know what it is like to *really* believe in God. (Sam Harris)

From deep well of idodicy comes the atheist and the evolutionist , behold these fools they don't even understand that the message they have written above is there because they have written it , and it has not come out of the BLUE by some DAMM EVOLUTION , leave alone this whole universe coming out of some idiots idea of EVOLUTION .
Even 3 year old kids have a better logic than this BUNCH OF APES who have lost their minds and common sense. (sufi786)


Liebste KommilitonInnen und andere GewalttäterInnen,

wie sehr es mich erfreut, daß Sie und Sie (und auch Sie) sich für dieses Seminar entschieden haben, ist nicht in Worte zu packen. Trotzdem: toll!

Ganz bei Null soll unser Seminar "Atheismus: Was er kann, was er will, was er muß" jedoch nicht beginnen - du bist ja nicht blöd, und Geiz ist geil (denn Zeit ist Geld).

Bevor wir also in der ersten regulären Sitzung in medias res gehen oder fahren, möchte ich kurz auf die grundlegende Literatur und Internetquellen eingehen, sowie die Seminarstruktur darlegen. Im Bedarfsfall sind Links zu Amazon.de angegeben - es steht den Seminarteilnehmenden jedoch selbstredend frei, diese Bücher von anderer Quelle, bevorzugt dem Friendly Neighborhood Book Store (FNBS), zu beziehen.



Seminarstruktur
a. Privater Theismus. Was ist so falsch daran? Und sehe ich so aus, als ob mich das interessiert?
b. Evolution Schmehvolution. Religion und Wissenschaft. Huh?
c. Gott und Moral. Was wären wir ohne die Hölle?
d. Clash of Cultures. Ist die Antwort auf religiösen Fundamentalismus religiöser Möchtegernfundamentalismus?
e. Theologie und Schule. Schnapp sie, solange sie formbar sind.
f. Atheistische Heilsbringer. WTF?
g. Theismus, Atheismus und Agnostizismus. Sind wir nicht alle ein bischen agnostisch? Nein.

Die genaue Reihenfolge bleibt flexibel. Exkurse werden im Bedarfsfall eingeführt (rektal).


Basisliteratur
Die "böse" Variante des aktuellen Atheismus vom Gründer der Richard Dawkins Foundation for Reason and Science.
Die nicht ganz so böse Variante, aber immer noch lesenswert.


Basislinks
Atheismus bei Wikipedia. Hier insbesondere die Unterscheidung zwischen schwachem und starkem Atheismus. (In diesem Seminar wird fast ausschließlich ein starker Atheismus im weiteren Sinne behandelt.)
The Christianity Questionnaire. Pflichtübung für alle theistischen Teilnehmenden.
Why Won't God Heal Amputees?
Church of the Flying Spaghetti Monster. Mittlerweile ein Klassiker des theologischen Diskurses im WWW.
RichardDawkins.net.
The Deity in the Data.
Why Are Atheists So Angry? Briefwechsel zwischen Sam Harris (Atheist) und Dennis Prager (Kauz).
The Assertive Atheist.
Godchecker. Gottheitendatenbank. Hier insbesondere Gott und Jesus.
The God FAQ vs God's FAQ.

Ort und Zeit
Hier, irgendwann und unregelmäßig. Bis dann dann.

Donnerstag, Dezember 07, 2006

Der Tod ist ein Meister aus Mittenwald

Wie Spiegel Online freudigst berichtet, wurde die Ermittlung gegen Soldaten eingestellt. Wir erinnern uns: brotdumme Bundis hatten 2003 in Afghanistan mit Schädeln und Knochen posiert.

Alles halb so wild, meint die Staatsanwaltschaft München. Schließlich kamen die menschlichen Überreste nicht vom Friedhof. Und außerdem war's der Ruß':
Die Schädel und andere menschliche Knochenteile in dem Gelände stammten vermutlich von sowjetischen Soldaten aus der früheren Besatzungszeit.


Somit handelt es sich nicht etwa um Totenschändung, sondern höchstens um eine "Ordnungswidrigkeit wegen Belästigung der Allgemeinheit", und die wäre mittlerweile verjährt.

Was lehrt uns das? Wer nicht mittels monotheistischen Riten in der Erde verbuddelt wurde, verwirkt jeden Anspruch auf würdevolle Behandlung. Und Sowjetsoldaten waren ohnehin gottlos, also was?
Die einzig Geschädigte ist, wie könnte es anders sein, höchstens die deutsche Öffentlichkeit.

Und damit ist wieder einmal die Wehrmachtsnachfolgeorganisation gerettet, dank sei der deutschen Justiz.

Lebe lieber gewöhnlich

Lauf doch mit

In Baden-Württemberg liegen die Nerven blank. Ein Gymnasium in Offenburg sollte Schauplatz eines Amoklaufs werden, jedenfalls wenn man dem Internet trauen darf...

Das war geschehen:
Ein unbekannter Mitspieler hatte laut Polizei in einem Internet-Killerspiel für den Nikolaustag gedroht, an seiner Schule ein Blutbad anzurichten. (Handelsblatt.com)
Nun gehört es vielleicht zum journaillischen Pathosethos, beim absolut Bösen weitere Details außen vor zu lassen, um die sensible Lesendenschaft nicht noch mehr zu schocken. Doch als denkender Mensch will man sich nicht mal vorstellen, was die Handelsblattkonsumierenden sich unter "Internet-Killerspielen" vorstellen.

In solch zeitlicher Nähe zur "Bluttat von Emsdetten" (erneut Handelsblatt.com) reagiert die Popolizei natürlich mit gebührendem/-lichem (ergo zu bezahlendem) Einsatz. Beispielsweise im Hamburger Online-Abendblatt heißt es:
"Wir kontrollierten jeden Schüler, jede Tasche", sagt ein Beamter. Drinnen patrouillieren Bereitschaftspolizisten. Ein Schüler: "Auf jeder Etage waren es zehn. Wir durften nur einzeln auf die Toilette."
Blinder Aktionismus? Da wird mal kurz die Privatsphäre aller Kiddies vergewaltigt, nur weil irgendein Depp meint, beim Onlinezocken Dampf abzulassen zu müssen.

Nun habe ich bereits mehr-fach auf die Dummheit der Internetinsassen hingewiesen. Doch wie kann man, Nüchternheit vorausgesetzt, Amoklaufdrohungen, die in einem "Internet-Killerspiel" (mutmaßlich das unvermeidliche CS) getätigt werden, für baren Zaster halten?

Die traurige Gestalt des Drohungsaussprechers hat nun den Freitod gewählt. Ob er ein ohnehin kaputtes Emo-Kid war, oder die unverhältnismäßige Polizeiaktion ihren Teil beitrug, ist zur Stunde noch ungeklärt. Unter uns, der Selbstmord verleiht der angekündigten Aktion eine gewisse Ernsthaftigkeit, aber eben posthum, also doch nicht.

Der Trend jedenfalls hält an:
In München nahm die Polizei gestern einen 21-Jährigen fest, der einen Amoklauf an seinem Arbeitsplatz angekündigt hatte. Motiv: "Langeweile." Auch bei ihm wurden gewaltverherrlichende Videospiele entdeckt. In Laatzen bei Hannover schlug ein Schüler (17) im Streit auf seinen Lehrer (56) ein und verletzte ihn leicht. Im niederbayerischen Vilshofen schoss ein Azubi (20) in einer Berufsschule mit einer Soft-Air-Waffe um sich, traf einen Mitschüler, verletzte ihn aber nicht.
Lustige Zeiten, in denen selbst das Abfeuern einer Softair-Waffe eine Meldung wert ist. Dies zu verharmlosen geht dann allerdings zu weit - der arme Mitschüler trug einen erbsengroßen blauen Fleck davon und ward nicht mehr gesehen (zumindest nicht im Hamburger Abendblatt).

"Gewaltverherrlichende Videospiele" sind die "Gewaltfilme" des 21. Jahrhunderts. Daß die fortschreitende Verrohung (falls vorhanden) auch durch großmächtiges Kriegspielen hervorgerufen sein könnte, und die gesteigerte Perspektivlosigkeit der Jugend den Rest gibt, wagt die Journaille nicht auszusprechen. Schuld sind immer die anderen, im Zweifel der Ami - man weiß ja, woher die "Killerspiele" (und der Amoklauf) kommen.

So bleibt folgerichtig nur eine Möglichkeit: das Verbot von "Killerspielen". Man darf sich also schon mal auf Zeiten freuen, in denen frustrierte Ich-will-zum-Bund-Idioten ihre Gewaltphantasien nicht mehr in Computerspielen befriedigen können. Das wird ein Spaß.

Kündige hiermit aus Langeweile einen Amoklauf in der Polizeidienststelle oder Zeitungsredaktion meiner Wahl an. Und, oh, da wird wohl was dran sein. Steht ja im Internet.

Mittwoch, Dezember 06, 2006

Junge versus Jungle

Drüben bei Planet Hop findet sich dieser Link zu einem Radiointerview mit Planet Hops/Jungle Worlds Ivo Bozic. Es geht, wie könnte es anders sein, um die Abokampagne der Jungle World - 500 neue Abos müssen her, sonst müßt ihr ab jetzt die junge Welt lesen.

Ist natürlich gelogen, das mit der jungen Welt. Nichtsdestotrotzdem dürfen wir uns folgende Frage des Interviewers gefallen lassen:
Gesetz dem Fall, ihr würdet die 500 neuen Abos nicht zusammenkriegen, und daraufhin tatsächlich die Jungle World einstellen, würde denn dem linken Zeitungsmarkt damit außer ein paar Arbeitsplätzen was Wesentliches verloren gehen? Schließlich gibt es auch noch andere linke Zeitungen, zum Beispiel die junge Welt, das Neue Deutschland, oder noch ein paar mehr.
Völlig zu Recht weist Bozic darauf hin, daß die Jungle World sich bewußt gegen den "nationalbolschewistischen und antiisraelischen Trend" von Blättchen wie eben junge Welt stellt. Und die jW ob des linken Labels mit der Jungle World in einen Tiegel zu schmeißen, ist ungefähr so hirnrissig, -verbrannt und -zermanscht, wie Lafontaine einen Linken zu nennen.

Deutlichere Worte wären also angebracht gewesen, aber die findet Bozic immerhin an anderer Stelle:
...und ich glaub', die Leser, die wir jetzt haben, die können einiges ab, und die bekommen gerne mal eins in die Magengrube versetzt...
So und nicht anders wirbt man Abos. Meines jedenfalls ist spätestens jetzt für längere Zeit gesichert - Jungle World schlägt in den Magen, und konkret tritt nach, wenn man am Boden liegt. Das eine bringt ohne das andere wenig.

Montag, Dezember 04, 2006

Dann lieber doch im Untergrund

Die junge Welt, schon seit Stunden nicht mehr mit antisemitischen Auswürfen auf- und abgefallen, übt sich, aus- und überführt von Jürgen Roth, in Visagenkritik. Ein gar lust'ges Artikelchen, betitetel mit Gesichtergrauen, untertitel mit "Zeig mir deine Chefredakteure, und ich sag’ dir, welches Blatt du bist: Zur Editorialfotografie", schlawenzelt platitüdigt weiter wie es begonnen hat.

Jeder Magazinleser kennt die beiden. Der eine, der Grußonkel des deutschen Schmadderblattes Nummer eins, unser Megamoppel Helmut Markwort nämlich, trägt angegrautes, mittellang-frisurloses Haar, eine Brille Marke Dieter Hundt, ein anthrazitfarbenes Konfirmandensakko, einen irgendwie bunten und gemusterten Schlips und ein unternehmerisch-joviales, fast gackerndes Grinsen bis in die Birnenbäckchen hinein zur Schau. Ein leicht nach rechts wegkippender Kopf ist da zu gewärtigen, dessen Anblick resp. ikonographischer Gehalt zuweilen so zupackend und fordernd deucht, daß einem schon mal blümerant wird.
Nun bin ich der Vorletzte, der Markwort schützend zur Seite stehen würde. Aber, unter uns: sich über diesen "Megamoppel" lustig machen ist ungefähr so schwierig und gehaltvoll wie das Suchen von Knochen im Kotelett. Who friggin' cares?

Der andere, der Andreas Petzold vom Hamburger Konkurrenzorgan in Sachen heißer Luft und luftiger Hot News, schaut den Leser frontal an. Des Jacketts entbehrend, rechnet er, scheint’s, dem jugendlicheren Fach sich zu. Er mimt unter einer forschen oder immerhin feschen Wellenfrisur mehr den ernsthaften und gleichwohl optimistischen, zukunftsfesten Räsonneur, der, sobald die vierstündige Mittagskonferenz zu einem glücklichen Ende gekommen ist, noch mal die Andeutung eines Lächelns übers Gesicht fliegen, ja huschen läßt, anschließend die hellblauen Ärmel hochkrempelt und ein Editorial zusammenpfeffert, das sich rasiert und gewaschen hat und der Republik, mitunter gar der Welt die Wege weist, die sie einzuschlagen verdammt wäre, hätte ein gebildeter Mann des Hauses Gruner+Jahr das Sagen.
Ditto. Was uns aber der Onkel Jürgen in Wahrheit eindringlichst vor die ungläubigen, ja müden Augen führen möchte und auch tut, ist sein famoses Vermögen, schier endlos lange Sätze, die trotzdem oder gerade deshalb unbeschwehrt von einem Zeh auf den anderen hüpfen, in einer leichten Schwere zu kredenzen, die Ihresgleichen scheut, aber dennoch sowohl im Druck als auch Online, auf Deutsch: auf der Kokainlinie, in die wartende Welt getragen wird, und die Lesenden zugleich beeindruckt und erschreckt, ja anekelt.

Es folgt eine nicht endenwollende Flut an Negativbeispielen, nur unterbrochen durch zwei Ausreißer, bei denen sich die Chefredaktion in Zurückhaltung übt: Spiegel und Bunte. Nun hat es sich der Roth jedoch zum Ziel gesetzt, über sämtliche Monats- und Wochenheftchen, die leiderleider in vier statt zwei Farben gedruckt werden, herzuziehen. Ging es ursprünglich noch um fiese Gesichtsbaracken in Hoch- und Niedrigglanzmagazinen, wird nun des Rothens Ziel offenkundig: ablästern, bis die Schwarte kracht. Und das, wohlgemerkt, in einem der verabscheuungswürdigsten, dümmsten und überflüssigsten Blätter, die der deutschsprachige Raum zu bieten hat.

Und damit ist die leidende Lesendenschaft schon fast entlassen.
Nicht jedoch, ohne in die alte Tante Hörzu gegafft und feurig erregt gesehen zu haben: daß es der dortige Thomas Garms wagt, sich mit nackichter Glatze ablichten zu lassen. Davor ziehen wir den Hut und überreichen ihn Herrn Garms, auf daß er sein Haupt bedecke und solcher finalen Schamlosigkeit ein fälliges Ende bereite.
Doch haben sie da nicht die tolle Platte des geliebten Lenins vergessen? Kann ja nicht jeder ein Sozialistennest wie Ernesto oder einen Kommunistenkamm wie Kim tragen. Und tatsächlich, Roth selber gibt den Lenin - im Gegensatz zum Garms (an dem doch nun wirklich die Frisur das Sympathischste ist) also nicht freiwillig, sondern qua natura mit Glatze gesegnet. Wer im Glashaus sitzt.

Teil Zwo der rothschen Serie ist bereits in Arbeit: "Coverchaos. Zeig mir dein Titelblatt, und ich sag' dir, wie dein Blatt heißt: zum Neid der Besitzlosen."
Bring it on, Jürgen. Ich weiß, du schaffst das. Und uns.

Sonntag, Dezember 03, 2006

Verzweifelte Synchro

Für heute erspare ich mir meinen missionarischen Eifer bezüglich O-Tönen, und bringe gar ein Beispiel für eine adäquate Übersetzung.

Es begab sich in einer späten Folge der ersten Staffel der Desperate Housewives, daß Lynette zu ihrer Nachbarin McCluskey meinte, sie solle in ein Altenheim... "with German staff."

Da dachte ich mir, hören wir (also ich, Pluralis majestatis etc. etc.) uns doch mal die deutsche Synchronisation an... Lynette wünscht die Nachbarin in ein Altenheim "mit deutschem Personal".

So viel schmerzbefreite Selbstironie hätte ich beim besten Willen (vorausgesetzt, es gäbe so ein Tier) nicht erwartet. Oder lag's daran, daß den Übersetzenden kein anderes cliché eingefallen ist, um Lynettes Wunsch ähnlich grausam erscheinen zu lassen?

Samstag, Dezember 02, 2006

Muckefuck ist mein Gemüse

Sehr geehrte Freundinnen und Freunde des guten Geschmacks, liebe Gourmanden,

was waren das früher für Zeiten, als wir das magenbittere Erzeugnis von ausgebeuteten Kaffebäuerinnen und -bauern runterkippen mußten, nur damit anschließend der Kreislauf zunächst in stratosphärische Höhen und dann in infernale Tiefen schnellte. Doch vorbei. Vorbei!, sag ich.

Was heißt hier "früher"? Einige von uns erinnern sich noch lebhaft [sic!] an jenes einschneisige Ereignis, das Kriegsende im Mai 1945, dieser Schnitt durch Zeit und Hirne, als Deutschland nicht nur der Naziherrschaft, sondern gleich auch des Röstkaffees entledigt wurde. Was haben wir gejubelt! Nie wieder braune Bohnen!

Doch dann aber, der fiese Adenauer und der dicke Erhard. Mit übelster Propaganda und finsterster Demagogie setzten diese zwei Herren [sic!] den Bohnenkaffee wieder auf den Frühstücksplan des errettet geglaubten deutschen Volkes. Einhergehend mit der unaufhaltsamen Erstarkung der extremen Rechten wurde der Muckefuck (für Ahnungslose: Getreidekaffee), Nektar der Götzen, an den Rand der Bedeutungslosigkeit gedrängt, wo er seitdem mit der deutschen Restlinken einen Festschmaus veranstaltet. Doch Schluß. Schluß!, sag ich.

Was aber ist eigentlich Getreidekaffee, pardon: Muckefuck? Die Basiszutaten dieses köstlichen Heißgetränks, von abhängenden Zungen als Kaffeesurrogat beschimpft (was, geLINDE gesagt, unhöflichster Schwachsinn ist) sind für gewöhnlich Gerste, Malz und/oder Roggen, angereichert mit Chicorée, Eicheln, oder was sonst noch so im Garten liegt.

Bescheidwissende sortieren den Muckefuck, genau wie den menschenfeindlichen Bohnenkaffee, in "richtig" und "Instant". Im Gegensatz zu den protofaschistischen Bohnen hat sich beim Muckefuck jedoch die Instant-Variante durchgesetzt. Und das ist nicht gut. Schlecht!, sag ich.

Richtiger Muckefuck ist aufzubrühen. Dann schmeckt's auch besser, und die Kaffeemaschine wird vor dem Sperrmüll gerettet.

Ran an das Zeug, lautet das Gebot der Stunde. Ab dafür!

Mittwoch, November 29, 2006

Hedonismus für Anfänger

Gestern Abend in der Szene-Kneipe (Brettspiele und TV-Fußball):

Er (nach ca. 1,5h Anwesenheit): "Mir ist übel."
Ich: "Was war denn schlecht? Das Weizenbier, der Kaffee, der große Nudelauflauf oder der KiBa?"

Samstag, November 25, 2006

Hex-hex!

Gerade erst gestern Abend begab es sich, daß mein freier Festplattenspeicher mal wieder etwas knapp war, und zwar zum Defragmentieren. 15 Prozent sollten schon frei sein, meinte das höfliche Defragmentierungsprogramm, und das sind von 40 GB (jaja) nun mal 6. Waren aber nur etwas über 4. Was also tun?

Alte eMails löschen, das wär' mal was. Aus zwei Gründen versprach dies eine merkliche Verbesserung: Erstens waren knapp 3000 eMails, teils mit gehörigem Dateianhang, im Postein-, und noch mal 2000 im Postausgang. Zweitens sind sämtliche eMails gleich doppelt vorhanden: einmal in Outlook, und einmal in Thunderbird (dank Wechsel und Faulheit und Testphase).

Also angefangen mit dem Löschen. Nachdem in Outlook der Posteingang und anschließend der Papierkorb geleert waren, sah es schlechter als vorher aus: aus 4,2 GB wurden 3,8.

Ok, dachte ich mir, das wird sich schon noch geben. Also auch den Postausgang gelöscht. Und weil wir gerade dabei sind, wie wäre es, die alten eMails mit Dateianhang durchzusehen, und nach Möglichkeit auch in Thunderbird zu löschen? Gut wäre das, gelle?

Am Ende blieben noch 3,5 GB freier Festplattenspeicher. Mir deucht, defragmentieren wäre nun dringender denn je...

An einer Erklärung wäre mir trotzdem sehr gelegen.

Mittwoch, November 22, 2006

G'morning

Lassen wir meine neuerliche Virusinfektion kurz und lang beiseite. Da dieser Blog schon längst den Weg Richtung religiösem Fundamentalismus beschreitet, und ich schon gehauene drei Mal an dem Video "John Saffron vs The Mormons" vorbeigestumblet bin, soll es wohl so sein:

Eine Mitschrift findet sich hier.

PS: Wo ich gerade kurz vorm Einschlafen bin, hier noch eine Photoalbum (1 Bild), von mir für mich:

Ich Kundin

Soeben erhielt ich folgende eMail:
Sehr geehrte Kundin
Die Dateien wurden als Anhang eingefugt und konnen jetzt mit dieser Nachricht gesendet werden.
Im Anhang: eine .exe-Datei.
Wenn ich schon eure sehr geehrte Kundin bin, dann nennt das Kind (mich) doch beim Namen. Und die Datei ist offensichtlich kaputt, beim Öffnen passiert nichts.

Das erinnert mich an ein Gespräch mit einem "Freund" der "Familie" vor ein paar Tagen.
Frage: "Ich bekomme dauernd Mails mit Viagra-Werbung. Woher wissen die, daß ich das brauchen könnte?"
Antwort: "Das ist wahlloser Spam. Ich bekomme sowas auch."

Montag, November 20, 2006

Wer solche Freunde hat...

... braucht keinen Photographen mehr.


Man beachte das "Tattoo" auf dem rechten Fleischlappen:

Und dafür 12 Euro?

Werner Pirker begnügt sich nicht damit, stumm und still mit Eselsmützchen in der Ecke zu hocken, und kredenzt der gebeugten Lesendenschaft in der heutigen jürgens Welt folgliches:
Die israelische Führung begnügt sich nicht damit, der gewählten palästinensischen Regierung die Anerkennung zu verweigern.

Der Rest dieses mit "Israel befiehlt, Hamas-Führer zu töten" ("Staatsterrorbande") nicht nur unterschwellig verschwörungstheoretisch dahingehende Artikel bleibt zum Glück von Online-AbonentInnen der jW alleine auszubaden.

Und so hat die jW für heute noch mal Glück gehabt. Auch wenn alleine über den einleitenden Satz dieses Artikels der Brechreizorgie genannt Tageszeitung, dieses in Papier gewickelte Harzer Käse (ist braun und stinkt), dieser publizierenden Klapsmühle, dieses linksnationalen Dauerabseits, dieses Zentralorgan des internationalen Selbstmordattentats, schon einiges zu sagen wäre. "Gewählte palästinensische Regierung"? Da fehlt das "demokratisch(st)", gelle Galle?

Sonntag, November 19, 2006

Freudsche Falschmeldung des Tages

Wie der Kollege roibaudouin erst vor Millisekündchen zu berichten wußte, überwerfen sich die deutschen Medien erneut mit halbgarem Erbrochenem, beispielsweise bei Spiegel Ohnerein oder beim Tagesgoldenshower.
Mitnichten handelt es sich hierbei um blankpopöliche Meinungsmache und suggestiver Logorrhöe, sondern schlicht und erbrechend um eine Falschmeldung.

An dieser Stelle die korrigierte Nachricht (wenn schon alle auf die Flitzkaka dreschen, dann GPM bitteschön auch):

Israelischen Luftangriff ermöglicht heroischste Selbstaufgabe, bravo!

Unter Einsatz ihres überdrüssigen Lebens haben Hunderte Palästinenser in Gaza einen Luftangriff auf das Haus eines vermeintlichen Extremisten verhindert: Nachbarn und Demonstranten verwanzten sich in und auf dem Gebäude, und um das Gebäude herum - die feige israelische Luftwaffe brach den Angriff daraufhin ab.

Ganznah - "Tod für Amerika und Tod für Israel und Tod für mich, bitte schön! Aber zackzack!", so ein mutmaßlicher Islamist und möglicher Botschafter der Religion des Ewigen Friedens, bevor er vom Flachdach des sieben Meter hohen Hauses sprang, um eine zionistische Gewehrkugel abzufangen. Die Kugel konnte unerkannt entfliegen (jedenfalls besser als der mutmaßliche Volltrottel).

Ein ranghohles Mitglied der demokratischst gewählten Hamas führte diese übliche Protestaktion an, die auch live im palästinensischen Fernsehen (Fox News) übertragen wurde. Nach der Protestversammlung rief das palästinensische Volksfrontvonpalästinakomitee die Bevölkerung dazu auf, fortan mit ähnlichen Aktionen menschliche Schutzschilde zu bebildern und somit angekündigte Luftangriffe von Israel zu verhindern. Wie in Zukunft mit unangekündigten Luftangriffen zu verfahren ist, bleibt zur Stunde noch ungeklärt. Mutmaßlich werden die mutmaßlichen Schutzschilder in Doppelschichten um die mutmaßlichen Wohnungen mutmaßlicher Mehroderwenigerextremisten tanzen.

Israel ist zuletzt wegen eines tödlichen Angriffs auf Zivilisten in Beit Hanun "international" heftig kritisiert worden. Bei dem Angriff am 8. November kamen 19 Menschen ums Leben. Israel bezeichnete den Vorfall später als technischen Fehler und äußerte Bedauern. Vielleicht werde man in Zukunft auf telefonische Warnungen verzichten, um zivile Opfer auszuschließen.

Heat Vision und Jack, du und ich

Bereits vor Uhrzeiten habe ich über die awesomeness that is Jack Black schwadroniert. Ein anderer Comedygigant, -heroe und -eros ist bekennentlich Ben Stiller - Chef der großartigsten SuperheldInnentruppe der westlichen Hemisphäre, male model par excellence, und noch mehr.

Beide sind, neben Will Ferrell, Vince Vaughn, Owen Wilson, Luke Wilson und Steve Carell Mitglieder des Frat Pack. Und, guess what, Black und Stiller haben gemeinsam mit Owen Wilson versucht, eine Fernsehserie zu starten: Heat Vision and Jack, mit Ben Stiller als Regisseur, Jack Black als Jack (duh), und Owen Wilson als Heat Vision, das sprechende Motorrad. Der Pilot ("Episode 14: The Eye of Paragon") wurde produziert, aber kein Sender hatte Interesse.

Enter youtube. Und hier, die kompletten 30 Minuten action und adventure:

Knowledge is power - for real!

Und weil das so ist, hier ein paar Infos zu der Fernsehshow, die Heat Vision in der Wohnung der Polizistin schaut: es handelt sich hierbei um die phänomenale britische SciFi-Serie Doctor Who. Genauer gesagt, aus dem Sechsteiler Genesis of the Daleks, einem der Serials des vierten Doctors, Tom Baker. Noch genauer: dem fünften oder sechsten Teil - Davros, Schöpfer der Daleks ("Exterminate!"), hat noch die Kontrolle über seine Kreaturen.

I know EVERYTHING!

Weltmeister des Hirnschadens

Wo wir gerade auf Cracked.com verweilen, um nach weiteren Pop-Ups zu suchen (die leider ausbleiben), ein besonderes highlight ist folgendes Cracked FAQ: The World Cup.

Dörtlich ist alles erklärt, was man zum Thema Fußball wissen muss (und folgerichtig wird Alemannia Aachen auch kein Mal erwähnt). Schon die einleitenden lauwarmen Worte geben die Gangart vor:
Why is soccer so popular everywhere in the world but here? Is it because athletes in other countries are too poor to afford equipment for actual sports? Too drunk or stupid to know how to use said equipment? A combination of both? Never one to leave an investigative stone unturned, Cracked delves deeply into the matter, casting our investigative gaze on the phenomenon that is soccer.

Nachdem geklärt wurde, was Fußball und der World Cup eigentlich sind, geht der Cracker in medias res:
How is Soccer played?
Mostly through kicking and chasing, but there are other valuable skills, such as faking injuries and diving. Expert divers have the uncanny ability to drop like a black-hatted extra in a spaghetti Western whenever anyone comes within three or four feet of them.

Allen Warnungen zum Trotz:
I have some mild brain damage, so I've decided to watch Soccer anyway. What do I do?
(...) Once the match ends, check to see if your team scored. As a simple rule, if they did, they won 1-0. If not, they lost 1-0. If your team loses, you can choose between setting the stadium on fire, starting a riot that will lead to dozens of trampling deaths or shooting one of the players on your team.


Also hin, und das ganze Teil gelesen. Es lohnt, sich und andere.

PS: Dude, WTF? LOL!!!11

Samstag, November 18, 2006

Sei safe, sei ErrorSafe

Folgendem humorigen (haha) Pop-Up war ich soeben auf der ebenfalls recht lust'gen Seite Cracked.com ausgesetzt:

Erratische Verhalten gehört in der Tat verhindert, aber muß ich da gleich auf freies prüfen? Und wenn aber die Fixierung der Fehler die Leistung meines PCs erhöht und Datenverlust verhindert, was soll ich dann mit diesem ErrorSafe? PC-Erkältung wegen Frost (zwei Fröste) verhindern?

Und überhaupt, liebes Firefox, hatten wir nicht abgesprochen, keine Pop-Ups mehr zu zeigen?

PS:

Scan für Störungen? Nein, danke. Und downloaden, um zu scannen, und wenn es gefunden wird, dann werden Probleme korrigiert? Ebenfalls nicht.

Donnerstag, November 16, 2006

Spidey's Venom!

Wie bereits vor Urzeiten angekündigt (und auch nicht), tauchen in Spider-Man 3 nicht nur Sandman und Green Goblin auf, sondern auch Venom. Das Bild rechts stammt aus einem inoffiziellen Trailer, und zwar aus diesem hier:

Wir sehen Special Effects in einem frühen Stadium, den Venom-Symbionten auf die Erde stürzen, Spidey in schwarzem (Venom-) Kostüm, Eddie Brock (Topher Grace), Spidey vs Sandman, und am Ende: Eddi Brock-Venom.
Viel Vergnügen beim Warten bis Mai 2007.

Mittwoch, November 15, 2006

Bürgerentscheidung!!?

Sind Sie für den Verzicht auf das geplante Ausstellungs- und Veranstaltungsgebäude am Aachener Katschhof, das so genannte "Bauhaus Europa"?
Mit diesen flinken Worten beginnt das "Abstimmungsheft der Stadt Aachen zum Bürgerentscheid". In Wahrheit jedoch ist es eine Loseblattsammlung. Und es wird nicht "für den Verzicht", sondern gegen das "Bauhaus Europa" abgestimmt. Zudem wird hier fälschlich suggeriert, man könne nur gegen und nicht für das Bauhaus Europa stimmen.
Welche Abstimmungsräume barrierefrei zu erreichen sind, kann im Bereich Wahlen unter der Ruf.-Nr. 432 1209 telefonisch erfragt werden.
Man freut sich schon auf die offiziell ausgerufene Straßenschlacht. Damit wären alle Formalia geklärt (nur: was kürzt sich "Ruf." ab?). Außer:
Abstimmungshandlung und Stimmenzählung sind öffentlich.
Sagt mir: Um nach meiner Bauhaus-Zustimmung noch lebend den Raum zu verlassen, sollte ich die Bewaffnung nicht vergessen. In anderen Worten: gehst du zum Wählen, vergiß die Vorderschaftrepetierflinte nicht.

Den Reigen der Pro- und Kontrastimmen eröffnen Darius Dunker, Dr. Michael Schiek, Wolfgang Weißhuhn "u.v.a." von der "Bürgerinitiative »Bauhaus Europa? Nein danke!«". Also bitte:
Der Aachener Katschhof verdankt sein Flair dem Gegenüber von Rathaus und Dom. Die Gebäude seitlich treten in den Hintergrund. Das »Bauhaus Europa« würde dieses Ensemble durchbrechen. Mit seiner riesigen Glasfassade würde es wie ein überdimensionierter Fremdkörper erscheinen.
Linksparteiwürdige Formulierung, das. Welcher aufrechte Deutsche hat keine Angst vor Überfremdung? Aber wissen die Verantwortlichen der Bürgerinitiative überhaupt, was ein architektonisches Ensemble ist? Da war wohl der Kitsch Vater des Gedanken. Die seitlichen Gebäude in den Hintergrund treten sieht man höchstens, wenn man strunzbetrunken über den Katschhof stolpert.
Wir, die Bürgerinnen und Bürger Aachens, könnten uns bei einem Verzicht auf das »Bauhaus Europa« jedes Jahr aufs Neue entscheiden, wie viel Geld wir für die Auseinandersetzung mit dem Begriff »Europa« und wie viel Geld wir für soziale Projekte, für kulturelle oder sportliche Aktivitäten oder für die Bildungsförderung und die Förderung von Vereinen ausgeben wollen.
Das riecht nach zahllosen weiteren Bürgerentscheiden, oder wie stellt die Bürgerinitiative sich das vor? Und wer zahlt dann für dieses offene Eingeständnis in das Scheitern des Projekts "Parlamentarische Demokratie in Aachen"? Ich für meinen Teil weiß jedenfalls jetzt schon, wieviel ich für die Förderung von Vereinen ausgeben möchte: weniger als nichts.

Die CDU-Fraktion als einzige stadträtische Kontra- (also Pro, siehe oben) Stimme des Zettelkonglomerats weiß mit bodenständigem Layout zu begeistern - Struktur, Schriftgrad, Zeilenabstand, hier stimmt einfach nichts. Kudos, CDU-Fraktion. Die Bürgerinitiative wirkt da weit professioneller, also bürgerferner.
Der geplante Entwurft passt nicht in die historische Aachener Altstadt. Mit seiner Glasfassade beeinträchtigt er die strenge Platzwirkung des Katschhofs und ist damit dem Ort nicht angemessen.
Dann, liebe CDU-Fraktion, ist ohnehin alles zu spät, wenn schon allein der Entwurf solch schröckliche Folgen hat. Aber ist schon recht, an der "strengen Platzwirkung" wollen wir nicht rütteln.

Ab jetzt gibt's fast nur noch Kontra-Pro, also ab dafür, ist ja genau mein Dingen.

Die SPD-Fraktion zeigt sich flippig:
Die Aachen und Europa gehören zusammen. Das wissen wir Aachenerinnen und Aachener.
Von die Aachen weiß ich nix.
Mehr als 60 Jahre Frieden und das gute Verhältnis zu den Nachbarn in den Niederlanden und Belgien verdanken wir Europa.
Nein, den Alliierten. Setzen, sechs.
Die Idee Europa muss immer wieder neu gedacht werden. Welcher Ort, wenn nicht Aachen, die Stadt Karls des Großen, der Krönungsort deutscher Könige und nicht zuletzt die Stadt des Karlspreises, könnte diese wichtige Aufgabe übernehmen!?
Die "Idee Europa" scheint eine deutsche zu sein, oder welch feuchten Kehricht gibt der Rest des Kontinents auf den "Krönungsort deutscher Könige"? Der (in Aachen übliche, ja virale) Bezug auf Karl den Großen steht dem vorher beschworenen "friedlichen Europa" diametral entgegen, hurz.
Es [das Bauhaus] ist ein Ort, wo wir Aachener uns selbst, unserer Jugend, unseren Gästen und Besuchern zeigen, wofür Aachen steht und wofür wir uns engagieren.
Lassen wir die plötzliche Disintegration der Aachenerinnen und die Raussubsumierung der Jugend aus der Aachener Bevölkerung mal außen vor, zeigt sich an dieser Passage deutlich, worum es der Aachener SPD in Wirklichkeit geht. Alles nur ein Mißverständnis, man muß die SPD-Fraktion nur darauf hinweisen, daß das Gebäude "Bauhaus" heißen soll, und nicht "Brauhaus".
Ergo ist die SPD eigentlich dagegen, also dafür. Weiter im Wust.

Die Aachener GRÜNEN sind für das Bauhaus Europa. Dafür gibt es gute Gründe.
Natürlich. Zum Beispiel:
Europa ist das Alternativmodell, auch zum amerikanischen Vorherrschaftsstreben.
Das mußte mal gesagt werden! Danke, "Aachener GRÜNE".
Und jetzt, wo der Pöbel sich im Freudentaumel ergeht, mal unter uns, "Aachener GRÜNE": wie kotzgranatendickdoof kann man eigentlich sein? Ja, das hab ich mir gedacht, ihr europahoch- und überschätzenden, geschichtsverdrossenen, antiamerikanischen, spätgeborenen Früh- und Früchtchen. (Ich übe mich hier, wie unschwer zu erkennen ist, in Contenance.)
100 Prozent der Kosten für den Bau und die Einrichtung werden vom Land und Sponsoren getragen.
Denn 4,5 von 21 Millionen sind, wir wissen es doch schon längst, Peanuts. Zumindest für die "Aachener GRÜNEN". (PS: Bitte nicht dauernd den eigenen Namen durch die Gegend schreien. Danke.)

Die FDP-Fraktion bleibt wie üblich weitestgehend farblos, und ist ergo in diesem Zusammenhang nicht weiter der Rede wert, aber dagegen, also dafür, wie schon SPD und Grüne. Die Linkspartei schließt sich vorbehaltslos an. Die "Aachener - Bürger - Liste" (huh?) ergeht sich in einer Kostenkalkulation, steht also auf Seiten der CDU und der Bürgerinitiative, hat aber ansonsten keine Meinung.
Die WASG stimmt mit ihrem "Ja" also "Nein" vermutlich der Linkspartei zu, hat aber leider Für und Wider verwechselt (wer könnte es ihnen übel nehmen?) und ist im Großen und Ganzen einer Meinung mit der CDU.
Der Oberbürgermeister der Stadt Aachen, Dr. Dr. Jürgen Linden, sieht es nicht ein, sich von der CDU - in welcher Weise auch immer - toppen zu lassen, und langt mit seinem Ekellayout in die Vollen: Riesenfont (16 und 14 Punkt), jedes dritte Wort fettgedruckt, Megakreise vor den einzelnen "Argumenten", etc.
Und dann das:
Wer nicht ständig versucht, besser zu werden, hört bald auf, gut zu sein.
Wer war wann wie gut? Aah, der Dr. Dr. OB meint sich selbst und seinen Elisenbrunnenslalom, hui!

Nach eingehendem Studium der Zettelwirtschaft ist man so schlau wie vorher, also nicht. Meine Entscheidung, bei der Abstimmung dagegen, also dafür zu stimmen, ist jedenfalls ins Wanken geraten. Vermutlich bleibe ich zuhause. Das würde dann CDU und WASG und Bürgerinitiative Nein/Ja freuen, oder auch SPD, FDP/Grüne und Linkspartei.

Dienstag, November 14, 2006

Geartete Kunst (4)


"Typuskript"
(Farbpapierkollage und Aquarell auf Zeitungspapier)

Suspekter noch als der Realismus der Darstellung war den Kritikern die täuschende Wirkung des Portraits; ihrethalben wurde ihr Kunstcharakter von Beginn an kontrovers beurteilt. Die illusionistischen Mittel, mit denen das Portrait seine Wirkung auf Betrachter erzielt, kritisierte schon Goethe als 'barbarische Tendenzen', die dem Publikum nichts mehr zur Imagination übrigließen. Baudelaire bezeichnete sie als Kriegslisten, die deshalb funktionierten, "weil das Publikum unfähig ist, sich für die natürliche Taktik echter Kunst zu begeistern."

Somit folglich bleibt als gar einzige Enderlösung von dem Bösen das Feuer - für das Bildnis, für den Ausstellungsort, für den Künstler. Gute Nacht.

Telefonwerbungsvergnügen

Wie alle Menschen mit Telefon bekommt auch yours truly ab und an, mal öfter, mal noch öfter, Anrufe von Call-Centern, den Zeugen Jehovas des 21. Jahrhunderts.

Eingige unbedarfte ZeitgenossInnen rücken teils freiwillig ihre Telefonnummer raus. Sehr beliebt ist das Sammeln von NameAnschriftTelefonnummer bei (vermeintlichen) Verlosungen - fast immer enthalten die Teilnahmezettel solcher "Gewinnspiele" eine Belästigungsklausel ("Mit dieser Unterschrift erkläre ich mich bereit, daß Firma Sowieso mich belästigen kann, so lange, so oft und wie sie will." o.s.ä.). Von derlei Veranstaltungen ist also Abstand zu nehmen - und wenn doch, sollte man sich notieren, wem man da seine persönlichen Daten verabreicht, denn weitergeben darf die Firma diese nicht. Ruft dann eine andere Firma an, gibt's Zoff.

Meistens läuft es aber anders. Bei mir persönlich ist's meist recht einfach: bekanntlich teile ich mir eine Wohnung mit Serenity Highsmith. Nun hat die Telekom beim Telefonbucheintrag Mist gebaut (laaange Geschichte), und Serenity taucht dreimal im Telefonbuch auf, und ich gar nicht. Wenn nun ein Call-Center durchklingelt, und fragt, ob ich "Herr Highsmith" sei, gibt es zur Belohnung die folgende Retour: "Wo haben Sie diese Nummer her?"
Die ehrliche Antwort müßte lauten: aus dem Telefonbuch. Dabei handelt es sich aber zwangsläufig um sogenannte cold calls, und die sind rechtswidrig. In den meisten Fällen ist an dieser Stelle das Telefonat beendet.

So simpel wird es aber für die wenigsten sein. Deshalb empfehle ich eine der folgenden Handlungsmöglichkeiten (HaMöen):

1. Sachlich
1.1. Die anrufende Person über die Rechtslage aufklären: keine Einverständnis, also "kalter Anruf" (cold call), womöglich aus dem Telefonbuch.
1.2. Name des Anrufenden, der Vorgesetzten und der AuftraggeberIn, und Telefonnummer in Erfahrung bringen. Mit diesen Daten später zum Verbraucherschutz.
1.3. Verlangen, mit der/dem Vorgesetzten zu sprechen.
1.4. DieseN bitten, daß man aus der Datenbank entfernt wird.

2. Stalker-mode
2.1. Sagen, man sei gerade beschäftigt, und würde gerne zurückrufen.
2.2. Fragen, was die anrufende Person gerne ißt, was ihre Lieblingsfilme sind, wo sie wohnt, etc.

3. Alle Zeit der Welt
3.1. Bitten zu warten.
3.2. Was anderes machen.
3.3. Auflegen, wenn am anderen Ende aufgelegt wurde.

4. Fair ist fair
4.1. Call-Center benutzen Scripte, um die Erfolgschancen ihrer Anrufe zu erhöhen. Deshalb Gegenskript besorgen.
4.2. Script verwenden.

5. Die Wahrheit
5.1. Sagen, man sei arbeitslos.

Montag, November 13, 2006

Braindrain 06

Die Zeit ist gekommen, den jährlichen Braindrain-Contest abzuhalten und -tragen. Wie jedes Jahr werden an dieser Stelle wieder sieben Fragen gestellt, von denen möglichst viele aus mehreren Teilfragen bestehen, für die es folgerichtig auch unterschiedlich viele Punkte (in Klammern angegeben) zu holen gilt.

1: "Parallelen überschneiden sich in der Unendlichkeit" - was sind die Voraussetzungen, die für die Richtigkeit dieser Aussage erfüllt sein müssen, und was folgt hieraus? Und überhaupt, aus diesen Antworten ableitend: in was für einem Universum leben wir eigentlich? (3)

2: Was ist die am häufigsten verwendete Vorwahl in amerikanischen Filmen, und warum? Welche Leute ruft man damit an? (2)

3: Indiana Jones und der Letzte Kreuzzug: in welcher Sprache und bis wieviel soll der junge Indiana zählen? Und was macht er? (2)

4: Google - warum heißt das Ding so? Wie würde man millillionen-zillionen Googles nennen?(2)

5: "Excelsior!" Wer beendete regelmäßig seine Texte mit diesem Wort, und wo? (1)

6: "Get The 'F' Out!" Wer benutzte diesen Slogan, und warum? (2)

7: Welcher Science Fiction Film war für die Schließung eines Studios verantwortlich? Welches Schreibgenie hatte an diesem Film mitgewerkelt? Nenne mindestens ein weiteres Projekt dieser Person, das gewaltig gescheitert ist. (3)


Antworten einfach im Kommentarbereich posten, und ein paar Tage warten. Die Person mit den meisten Punkten gewinnt (duh). Für die Wiederholung einer richtigen Antwort gibt's pro Frage einen Punkt weniger, schneller ist also besser. Bei herausragenden Antworten behält sich der Veranstalter vor, Bonuspunkte zu verteilen (max. 2 pro Antwort).

Zu gewinnen gibt es wie üblich einen No-Prize (in Form eines gar lustigen Buttons für die Homepage / den Blog), aber auch das Recht und die Pflicht, einen gleichartigen contest im eigenen Blog zu veranstalten.

Sonntag, November 12, 2006

Kleinstkunst

Wir kennen das: drei Mal nicht zu Mittag gegessen, um sich die nicht gerade günstige Eintrittskarte für das Kabarettprogramm einer lokalen Lustigtruppe von Mund und Magen abzusparen, dann als persönliche Premiere zur gehypten Truppe nebst deren aktuellem Programm, und schließlich überglücklich sein, dabei sein zu dürfen.

Nun liegt das allerdings nicht am Dargebotenen, sondern am passenden Soundtrack, der parallel zur Bühnenaction im eigenen Kopf abläuft, beispielsweise von Tocotronic.

Ich verabscheue Euch wegen Eurer Kleinkunst zutiefst, klar, das naheliegende theme des Abends. Aber auch Die Grenzen des guten Geschmacks, Sie wollen uns erzählen und Samstag ist Selbstmord werden gefeatured.
Zur Zugabe wird Jetzt geht wieder alles von vorne los dargeboten, und wenn es dann doch mal vorbei ist: Bitte gebt mir meinen Verstand zurück.

Und wenn dann noch eine der Gestalten auf der Bühne mit dir zusammen auf der Grundschule war, jedoch noch genau so guckt, sich noch genau so bewegt, noch genau so redet wie vor 20 Jahren, gibt's als Bonus Ich werde mich nie verändern. Und das ist fast trauriger als alles andere.

Aber, wie schon gesagt, hat Spaß gemacht. Und zwei, drei Mal gelang es der Bühnencombo, den Soundtrack in den Hintergrund zu drücken. Immerhin.

Samstag, November 11, 2006

Rechtschreibung für Rechtschreiber's

Dagegen sind selbst "Kathi's Nagelstudio" und "Jürgen's Dönertempel" vernachlässigbare Apostrophvergehen: GPM proudly presents... das Pluralapostroph:

Womöglich handelt es sich nur um die korrekte Anwendung der Neuen Rechtschreibung. Aber wer will sich da schon auskennen.

Rassismus, Alemannia, und der Dank sei Gott

Am heutigen Samstag ist auf dem Tivoli in Aachen beim Spiel Alemannia Ebenda gegen den 1. FC Siegerjustiz nicht mit rassistischen Ausschreitungen zu rechnen. Der Aachener Oberbürgermeister, Dr. Dr. Jürgen Linden, zeigt sich zufrieden:
Da kann ich wieder unbeschwert mit mein' Hollandradl übern Elisenbrunnen pesen, hui!

Michael Frontzeck, Trainerasi der Alemannen aus Aachen, der Kaiserstadt Karls des Großen, in zivilisierteren Teilen Europas bekannt und -rüchtigt als Charlemagne, meint:
Kein Wunder, du Spack. Wir spielen doch erst Sonntag.

Freitag, November 10, 2006

Für den Notfall

Besser/schöner (er-) (über-) (ab-) leben

Wir wollen ja alle bessere Menschen werden (alle, außer jene, die den Tod mehr lieben als das Leben, aber lassen wir das). Auch nett wäre es, die eigenen Überlebenschancen zu verbessern (das interessiert die eben angemahnten Gestalten erst recht nicht, aber nun ist gut).

Nie war dies leichter als heute. Wie? WikiWie, äh: wikiHow!

Was haben wir nicht alles gelernt: wie man einen Hotelbrand oder den Sturz aus hohen Höhen oder in einem Aufzug überlebt, wie man einen Straßenkampf gewinnt, wie man jeden Tag mehr Wasser trinkt und sich gesund ernährt, und wie man aus einem sinkenden Auto entkommt.

Doch es geht ja nicht nur ums "länger", auch das "besser" will bedient werden: wie man ein Haiku oder ein Goth-Gedicht verfaßt (und dabei gothic ausschaut, ohne von Muttern angeschrien zu werden), wie man KinofilmexpertIn wird, wie man einen realistischen Schlag ins Gesicht filmt, ein ganzes komplettes Buch völlig und zur Gänze von vorne bis hinten liest, und wie man AnarchistIn ist oder AtheistIn wird.

Und so entlasse ich euch für heute mit einem hochmotivierenden Zitat:
Good physical condition and youth seem to positively influence free-fall survival rates. You can’t change your age, but if you’re looking for yet another reason to get in shape, here it is.

Also: fit machen für den nächsten freien Fall! Bis denne.

Donnerstag, November 09, 2006

Just Wing It

Für die Unglücklichen, die Episode 9/03 nicht kennen, sei auf die Seite von Wing Lee, professionelle Coversängerin ("the one-woman Chinese cover band"), verwiesen.

Wing immigrierte vor 10 Jahren mit ihrer Familie von Hong Kong nach Neuseeland, wo sie ihre musikalische Karriere begann - zuerst mit ihrer Version von Phantom of the Opera, dann Elvis, Abba, Beatles und was nicht noch alles.

Probehören ist erlaubt, ja erwünscht:
For the month of November, I have selected these songs for you to sample. I hope that you enjoy.

Yeah, me hope that too. So sample already.

I'm on a highway to hell...

Im Ernst?

Mittwoch, November 08, 2006

Alles im braunen Bereich

Laut Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung wollen ein Viertel (26 Prozent) aller BundesbürgerInnen eine Volksgemeinschaftspartei, und sonst keine. 51 Prozent seien mit der "Funktion der Demokratie in Deutschland" unzufrieden, den Starke-Hand-Führer wollen 15 Prozent, an sozialschmarotzende Ausländer glauben 37 Prozent, die "Überfremdung" bedroht 39 Prozent, 18 Prozent fürchten den Einfluß der Juden. Und so weiter und so fort.

Da darf man beruhigt aufatmen - wir sind bei allen Fragen noch weit von 95 Prozent Zustimmung entfernt. Alles halb so wild, halb so wild...

Sonntag, November 05, 2006

Halt dei Goschn'!



(Ein neuer "Comic" - na das wurde aber auch Zeit, schließlich wollen 93,75 Prozent aller Menschen mehr Comics in diesem Blog.)

Samstag, November 04, 2006

Heute Kinder wird's was geben...

... und zwar auf die Ohren.

Im sog. "Autonomen Zentrum" in Aachen spielen heut' ab 20 Uhr Pendikel und Lightsome, wie bereits an manchen Orten verlautbart.

Wer nicht kommt, hat's auch nicht anders verdient (not a death threat).

Donnerstag, November 02, 2006

Selbst schuld, Bub.

Der Tag fängt ja toll an: Mußte mir berichten lassen, daß es da jemanden gibt, der Firefly geschaut hat, und nicht begeistert war (damit sind's bereits zwei Leute, die offensichtlich mit dem Bauchnabel fernsehen). Die Serie sei "ok, aber nicht großartig".

Nachdem ich mich zunächst aufführte, als wäre ich ein Streifenpolizist mit Tourette-Symptom, der seine Koprolalie im Kindergarten zelebriert, konnte ich mich schon zehn Minuten später wieder halbwegs klar artikulieren, und meine investigativen Nachtritte förderten zu- und untertage, daß die geschmacksverirrte und ahnungslose Person Firefly in der snychronisierten Fassung belauscht hatte. Göttin, laß' Hirn vom Himmel regnen, aber mach es vorher tonnenschwer.

Damit ich heute wieder normal mit Menschen kommunizieren kann ("normal" für meine Verhältnisse und andere Bekannte), muß ich erneut (?) auf die Unmöglichkeiten einer Synchronisation zu sprechen kommen.

Die Unmöglichkeit, eine (wenn auch nur ansatzweise) Western-Serie mit typischem Akzent (wo angebracht) ins Deutsche zu übersetzen. Die Unmöglichkeit, den Wortwitz einer Sprache in eine andere zu übersetzen. Die Unmöglichkeit, die (scheinbare) Authentizität einer Set-Aufnahme im Studio zu reproduzieren. Die Unmöglichkeit, die Stimmen von gut schauspielernden SchauspielerInnen zu ersetzen, so als wäre das Gesagte nicht Teil der performance. Die Unmöglichkeit, bei der Synchro das Input des Regisseurs oder der Regisseurin (also der Person, die für die dramatische und künstlerische Orchestrierung der Episode verantwortlich ist, und die sich über jede Nuance Gedanken gemacht hat) einzuholen. Die Unmöglichkeit, in Deutschland eine adäquate Synchro einer Genre-Serie zu erwarten.

Da konnte so viel schief gehen, daß es fast ein Wunder ist, daß die Serie "ok, aber nicht großartig" ist. Respektive kein Wunder, sondern vielmehr ein weiteres Zeugnis der Ahnungslosigkeit der urteilenden Person.

In klaren, hochprozentigen Worten: wer von Firefly (oder, aber das nur am Rande, Buffy) nur die synchronisierte Fassung kennt, hat Firefly noch nicht gesehen. Und maße sich gefälligst auch kein Urteil an - falls doch, dann bitte so, daß ich nichts davon erfahre (mein armes, schwaches Herz).