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Freitag, August 07, 2009

Religiöse Minderheit wird diffamiert.

Lang, lang ist's her, da war im Internationalen Frühschoppen dies zu lesen:
Batman Begins - Christian Bale ist Gott. Umgehend nach diesem Film verbrannte ich meine Satanisten-Bibel und mein Necronomicon, und errichtete dem einen, dem wahren Batman, Christian Bale, einen Schrein. Messen jeden Sonntag um 9.30 und 11.00.
Was waren wir doch noch jung, damals, vor vier Jahren. Hätte mir nur jemand erzählt, wie viel Arbeit so eine Kirche macht.

Abschließend war folgendes festzuhalten:
Gott (Bale) ist übrigens 25 Tage jünger als ich. Wie er das wohl wieder gemacht hat? Das nennt man wohl Gottesbeweis.
Damals, als noch nicht der Atheismus um sich gegriffen hatte, konnte solch eine Behauptung noch länger als 15 Minuten stand halten. Heute? Machen wild gewordene Neo-Atheisten einem auch noch den letzten Rest Spaß am Gottesdienst zunichte. Denn was muss ich gerade, während ich an meiner Predigt für kommenden Sonntag sitze ("Bane und Ledger. Tage des Jüngsten Gerichts."), in den Internets finden? Das.

Das ist wohl ein Fall für die Vereinten Nationen. Sollte weder jener "Kermit Bale"-Artikel aus dem Netz verschwinden, noch die Blauhelme gen Livejournal marschieren, so kann ich für die Sicherheit der Westlichen Zivilisation nicht länger garantieren.

Donnerstag, Januar 22, 2009

Golden Boy Heath

Die Oscar-Nominierungen sind da bzw. dort. Warum uns das interessieren sollte? Weil: guckst Du zu den männlichen Nebenrollen.

Zwischen derber Konkurrenz (PSH!, RDJr!) thront er, der Schöpfer von Two-Face, Zerbröseler leerer Krankenhäuser und überzeugter Inflationsbekämpfer: Dark Knight's Joker, aka Heath Ledger.

Chance, dass Heath Ledger tatsächlich den Oscar nach 6ft. under geschickt bekommt: 14%. Aber verdient, verdient wäre der Oscar allemal.

Chance, dass Dark Knight den umso verdienteren Oscar als Bester Film erhält: 0%. Schließlich ist er nicht mal nominiert. WTF?

Stattdessen scheint Benjamin Button und sein eigenartiger Fall der diesjährige Academy-Liebling zu sein. Da wurde wohl kollektiv daneben gegriffen.

Sonntag, November 04, 2007

Flut im Kopf

Da stand ich letztens im Elektronikfachhandel meines Unvertrauens (zu teuer ...) vor einem mir unbekannten Terry Gilliam-Film. Nach König der Fischer, Twelve Monkeys, Time Bandids, Brazil und Fear and Loathing in Las Vegas (und oh ja, auch Jabberwocky) hat sich Gilliam ganz offiziell den Titel King of Awesome verdient, auch wenn er mit Brothers Grimm mehr als ins Straucheln geriet.

Jener Film jedenfalls hieß und heißt Tideland. Und die Story läßt sich wohl so zusammenfassen: die Mutter eines kleinen Mädchens stirbt an einer Überdosis. Vater und Tochter ziehen in ein verlassenes Haus in Texas, wo prompt der Vater ebenfalls an einer Überdosis krepiert. Für den Rest des Films rottet die Leiche des Vaters so vor sich hin, und das Mädchen merkt nicht wirklich, daß er tot ist, schließlich war er auch zu Lebzeiten meistens bewußtlos. Und so weiter, und so fort.

Hier nun seine Einleitung zum Film:

Gilliam hat also das kleine Mädchen in sich entdeckt. Thank you.

Dienstag, September 11, 2007

Out Now: Iron Man Trailer

Endlich ist ein Teaser-Trailer für Iron Man veröffentlicht, und ich muß sagen: whoa.

Bisher, und ich weiß, es ist noch sehr früh, sieht es nach einer einigermaßen adäquaten Umsetzung aus. Also nix wie rüber zum Teaser, damit wir selbigen in Bezug auf seine Umsetzungsgenauigkeit analysieren können...

Zurück? Ok, ab dafür:

* Robert Downey Jr. ist der fleischgewordene Tony Stark. Wirklich, das paßt. Und Drogenprobleme hatten bzw. haben sie beide.

* Tony Stark ist zu Beginn des Films ein arroganter Waffenfetischist (auch hier ist Robert Downey Jr. überzeugend, soweit man das schon sagen kann). Zudem scheint er dem Alkohol nicht abgeneigt (ohne daß Starks Alkoholsucht zum Thema gemacht würde - laut Wikipedia passiert das eventuell in einem möglichen Sequel).

* Die erste Iron Man-Rüstung wird in "Kriegsgefangenschaft" hergestellt, und sieht aus wie ein metallenes Frankensteins Monster. Sie scheint, wie die ursprüngliche Rüstung in den Comics, zunächst der Lebenserhaltung zu dienen (in den Comics steckt ein Bombensplitter in Starks Herz).

* Die Musik paßt wie Faust auf Milz. Iron Man von Black Sabbath, hui. Ok, das war ein Witz.


Was gibt's sonst noch positiv hervorzuheben bezüglich des Films, aber jenseits des Trailers?

* Samuel L. Jackson spielt Nick Fury, und das paßt seit den Ultimates zu 100 Prozent - sah Fury dort doch aus wie Jackson.

* An Schurken gibt es den Mandarin, der angeblich mehr im Hintergrund wirkt, und den Iron Monger (gespielt von Jeff Bridges). Der Mandarin soll im Sequel, falls es soweit kommt, eine zentralere Rolle spielen. Und vielleicht, vielleicht sehen wir irgendwann Iron Man versus Fin Fang Foom...


Alles in allem scheint es so, als wäre es eine ernsthafte Umsetzung von und für Iron Man-Lesende (von denen es, sind wir mal ehrlich, nicht allzu viele gibt) - ob man gleich ein Spider Man 1-2 oder ein Batman Begins erwarten darf? Wir werden sehen, und zwar nächstes Jahr (Mai 2008 in den USA).


P.S: Paramount Pictures, es ist ja schön, daß du dein geistiges Eigentum zu schützen versuchst, doch wann werden du und alle anderen Studios begreifen, daß Trailer Werbung für Filme sind? Wenn andere Leute dafür sorgen, daß diese Werbung größere Verbreitung findet, beispielsweise durch das Posten der Trailer auf YouTube, sollte dir das doch recht sein, nicht? Trotzdem wurde der Trailer von YouTube gekickt - warum? Um die Möglichkeit des Kommentierens zu unterbinden? Hast du so wenig Vertrauen in deine Filme? Oder möchtest du verhindern, daß via YouTube und der Möglichkeit, den Trailer in andere Webseiten einzubinden, am Ende die Verbreitung so groß wird, daß bei Veröffentlichung zu viele Leute ins Kino wollen? Falls ja: weiter so.

Montag, September 10, 2007

Filme zum Sparen

Viel zu selten, also ziemlich häufig, wird mir zur Last gelegt, ich würde - im Zuge eines vorauseilenden Hurra-Amerikanismus - gar allzu viele amerikanische und, ja auch britsche popkulturelle Produktionen, seien es Filme oder Serien, in ungebührlicher Art und Weise loben.

Es mag schon sein, daß mein Blick für die Verfehlungen von Popcornkino und Genreserien nicht geeicht ist. Doch halt!, gerade in den letzten Tagen mußte ich zwei Kinoprodukten beiwohnen, die selbst mein geschult unkritisches Auge aufs Derbste beleidigten. Beides sind Fortsetzungen, was an sich zunächst ganz vorzüglich wäre. Doch fangen wir vorne an.

28 Weeks Later
Der erste Teil, 28 Days Later, war noch ein famoses Machwerk voller Turbozombies und Militärkritik. Beides findet sich zwar auch in diesem zweiten Teil, doch es fehlt, was den ersten Teil erträglich bis spannend machte: die Atmosphäre. Trotz allem Blutgekotze blieb dieser Streifen größtenteils vom roten Lebenssaft befreit - ein blasses, sinn- und reizbefreites Machwerk, welches seinen ganzen Horror billigsten Schockmomenten schuldete (meine Behauptung, man könne auf die gleiche Weise auch eine Folge King of Queens fürs Horrorgenre aufbohren, werde ich beizeiten belegen).
Eine ganz und gar unwürdige Fortsetzung des damaligen Überraschungserfolgs. Hoffe sehr, das ist es jetzt gewesen mit der 28.

Bourne Ultimatum
Die ersten beiden Filme, Bourne Identity und Bourne Supremacy, waren nicht völlig ohne Reiz, und zumindest der erste fast ein Meilenstein des modernen Agentenkinos (wären da nicht Mission: Impossible 3 und Casino Royale). Der dritte Bourne präsentiert sich vom Plot her ähnlich anspruchsvoll wie seine Vorgänger, also nicht. Doch die einzelnen Actionsequenzen sind theoretisch spannend in Szene gesetzt, und darauf kommt es schließlich an, nicht?
Theoretisch? Praktisch jagt die im Film konsequent in jeder Szene eingesetzte Wackelkamera, die noch in der ruhigsten Einstellung nahe legt, daß die komplette Crew unter dem Einfluß von gerüttelten Martinis stand, noch den letzten Rest Spannung aus diesem Kinospätsommer. Zu allem Überfluß wird bei flotteren Szenen noch eine Schnitttechnik an den Tag gelegt, die diese Bezeichnung scheut - von Technik kann keine Rede sein; Hauptsache im Sekundentakt hintereinander montiert.
Wer den Film gesehen hat: herzlichen Glückwunsch, du kannst dich nun in die Haut von Epilepsiekranken beim akuten Anfall versetzen.

So viel dazu. Vielleicht darf ich nun wieder Filme loben?

Freitag, August 17, 2007

Todsicher unterhaltsam

Vielleicht ist es etwas spät, Death Proof, den neuen Film von Tarantino, vorzustellen. Da es aber nicht mein Verschulden ist, den Film erst gestern gesehen zu haben (der Urlaub war's), tue ich einfach so, als wäre er gerade erst raus. Tipp und Fazit zu Anfang: empfehlenswerter Streifen, also möglichst schnell noch ins Kino.

Eigentlich war Death Proof Teil eines "Double Features" namens Grindhouse, zusammen mit Planet Terror von Rodriguez. "Double Feature" in Anführungszeichen, weil beide Filme dafür gedreht wurden, gemeinsam aufgeführt zu werden - zusammen mit Trailern von nicht existierenden Filmen dieser Sparte (Exploitation). In Europa laufen sie jedoch einzeln, und sind länger als in der gemeinsamen Fassung. Death Proof zum Beispiel hat im Original ein "missing reel" - d.h. es fehlt ein Stück, als wäre eine Filmrolle abhanden gekommen. In Deutschland - wie im Rest von Europa, doch beispielsweise im UK läuft der Film erst Ende September - hat der Flick hingegen eine Spieldauer von über zwei Stunden. Hierzulande sind jedoch, im Gegensatz zur UK-Fassung, keine Fake-Trailer mit am Start. Danke dafür (pah).

Den Plot zusammenzufassen erspare ich mir, denn so wenig Platz ist hier leider nicht. Death Proof bietet den fiesesten Schurken (grandios: Kurt Russell als "Stuntman Mike") seit Herzog Igzorn, den derbsten Crash seit, nun, Crash, die spannendste Verfolgungsjagd seit Steve McQueen, die clichéhaftesten Tarantinodialoge seit Pulp Fiction, und die schönste Exekution seit Menschengedenken.

Alles in allem geistfreie Unterhaltung. Popcornkino ohne Tiefgang halt, und das darf, nein: das muß auch mal sein.

Dienstag, Juni 12, 2007

Audiokommentar Top 10

Niemand mag sie, auf jeder fünften DVD sind sie: Audiokommentare. Dieses Sub-Genre der Filmverwertung ist in der Tat sehr unappetitlich. Meistens fühlt es sich so an, als säße man im Kino, und die Leute hinter einem können einfach nicht die Klappe halten - und man kann sich nicht mal umdrehen, und den Leuten über den Mund fahren. Zugegeben, man könnte den Audiokommentar abschalten, aber warum hat man ihn überhaupt erst eingeschaltet? Eine Zwickmühle.

Liebhaber des Genres finden jedoch hin und wieder eine Perle von derartiger Brillanz, daß man vergißt, daß gerade der Film von notorischen Laberbacken zugetextet wird. Und genau um diese Glanzstücke soll es hier gehen.

Die oft stiefmütterlich behandelten Kommentare (für wie viele Leute ist ein Audiokommentar schon ein Kaufanreiz?) bieten in der Tat einige Stolperfallen. Gehen wir also kurz auf die wichtigsten Sünden ein - die Top-10-Kommentare weisen diese Schwächen nicht oder nur in vernachlässigbarem Maße auf.
Stating the obvious: Schlimmstmöglich sind Kommentare, die versuchen, die Handlung zu erzählen, während sie passiert - jetzt geschieht dies, nun das, und gleich was anderes... wow! Da bin ich froh, daß ich den Kommentar eingeschaltet habe - sonst hätte ich mir den Film selber anschauen müssen. Uh. Zum Glück sind derlei Kommentare sehr selten, und fast ausschließlich bei Fernsehserien zu finden.
Massenveranstaltung: Ein oder zwei Leute für den Kommentar sind perfekt, drei gehen vielleicht noch, vier sind grenzwertig. Alles darüberhinaus führt zu chaotischen Meinungsschnippseln. Regiekommentare sind üblicherweise die besten, und wie viele Leute führen schon auf einmal Regie? Eben.
Uh-äh-ah, y'know: Man muß kein überragender Redner sein, um einen Audiokommentar zu sprechen, aber die immer gleichen Füllworte sind wirklich nicht angebracht (JJ Abrams, ich schau' dich an, y'know?). Wenn der Kommentar sich anfühlt, als würde ihn Stefan Raab vom Teleprompter ablesen ("äh, äh") geht das vielleicht für eine einzelne Fernsehfolge in Ordnung - einen ganzen Spielfilm will man so aber nicht durchstehen.
The Sound of Silence: Ein Kommentar, der für fünf oder mehr Minuten auf Funkstille schaltet, hat etwas an sich, daß verstörender ist als das japanische Original von The Ring. Ständig zwischen Kommentar und Film hin- und hergeschmissen zu werden macht keinen Spaß. Passiert es häufiger, ähnelt es in gewisser Hinsicht dem stating the obvious: hätte ich den Film sehen wollen, hätte ich nicht den Kommentar eingeschaltet. Duh.

Umgekehrt ist es nicht leicht zu bestimmen, was einen guten Kommentar ausmacht. Unterhaltsam, witzig, informativ sollte er sein - aber nicht zwangsläufig alles auf einmal. Ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal von Kommentaren ist das Script: meistens gibt es keines. Ein qualitativer Unterschied ist das jedoch nicht unbedingt.

Damit wäre das geklärt. Without further ado... JT Firefly presents: Best of Audio Commentary!

10. Big Fish - Tim Burton: Mehr ein Interview als ein Audiokommentar, aber was soll's. Besondere Perle: der Vergleich zwischen der Beziehung von Vater und Sohn Bloom mit der zwischen Joker und Batman. Das allein war den Eintrittspreis wert.

9. The Interpreter - Sydney Pollack: Pollacks Feindschaft gegen die Kinofilmvergewaltigungen durchs Fernsehformat ist uneingeschränkt zu unterstützen. Und ganz nebenbei liefert er eine unterhaltsame Einführung in die Filmtheorie (naja, fast).

8. Babylon 5 Episode 1.13 (Signs and Portents) - J. Michael Straczynski: Mit Einführung der Shadows wird aus einer guten SciFi-Serie eine hervorragende. Ab dieser Folge geht es aufwärts - und Straczynski erklärt, warum.

7. Serenity - Joss Whedon: Buffy the Vampire Slayer verdient eigentlich auch eine Nennung in dieser Top 10, doch sind wir ehrlich (und greifen kurz vor): zweimal Joss Whedon ist genug (und manche der nicht von Whedon stammenden Audiokommentare bei Buffy gehören zum Schlechtesten dieser Kunst, also Schwamm drüber). Der Serenity-Kommentar bietet solides Handwerk: was wurde warum wie gemacht. Und das vom Meister des gescripteten Kommentars.

6. Ghostbusters - Ivan Reitman, Harold Ramis et al.: Ein Meisterwerk der 80er Jahre, angereichert durch einen exquisiten Audiokommentar, aufgenommen fast zwei Jahrzehnte nach der Erstveröffentlichung. Was könnte schöner sein, als zu erleben, wie Ramis Reitman unterbricht, nur weil gerade seine erste Szene im Film zu sehen ist? Einige der vermittelten Informationen sind sehr aufschlußreich, zum Beispield er Umstand, daß Dan Aykroyd (Hauptautor des Drehbuchs, später unterstützt von Ramis) ursprünglich vor hatte, den Film in der Zukunft anzusiedeln, in der Dutzende Geisterjäger-Teams agieren, und ungefähr 30 Riesenmonster auftauchen (der Marshmallow Man hätte sein Unwesen bereits im ersten Drittel des Films getrieben).

5. Monty Python's The Meaning of Life - Terry Jones, Terry Gilliam: Monty Python. 'nuff said.

4. Gangs of New York - Martin Scorsese: Mehr eine Geschichtsstunde als ein Audiokommentar, Scorses vergißt aber auch die Produktionsnotizen nicht - beispielsweise, wie Daniel Day-Lewis aus dem Vorruhestand (beziehungsweise: der Schusterlehre) gebracht wurde.

3. Lord of the Rings Extended DVDs (Fellowship of the Ring, The Two Towers, Return of the King) - Peter Jackson, Fran Walsh, Philippa Boyens: Nicht nur ist dieser Kommentar amüsant und informativ, genau wie ein Audiokommentar sein sollte, sondern hier trennt sich die Spreu vom Weizen: knapp 12 Stunden Film bedeutet knapp 12 Stunden Kommentar. Bring it on!

2. Big Trouble in Little China - Kurt Russell, John Carpenter: Man weiß, daß es sich um eine besondere Art von Kommentar handelt, wenn der Film schon Jahrzehnte alt ist (siehe Ghostbusters). Und wenn sich die beiden Erzählenden derart gut verstehen, daß knapp ein Drittel der Zeit über Baseball geredet wird, ist klar, daß es sich um einen Klassiker der Audiokommentare handelt. Postmoderner wird's nicht.

1. Firefly Episode 14 (Objects in Space) - Joss Whedon: Jean-Paul Sartre auf der Serenity? Ein wilder Ritt durch die philosophisch verpesteten Gehirnwindungen von Joss Whedon - Spaß für die ganze Familie, und vielleicht der einzige Audiokommentar, den man mehr als einmal hören mag.

So viel dazu. Wir sehen mal wieder: Firefly toppt alles. Einen Sonderpreis erhält hingegen Doctor Who (neue Serie, Staffeln 1 und 2) - so viele Audiokommentare bei einer TV-Serie gab es wohl noch nie. Bravo! (Und wer ist der Macher Russell T. Davies? Na klar: der "britische Joss Whedon".)

Freitag, Juni 08, 2007

Virtuelle Videothek - nie mehr Filme kaufen oder ins Kino gehen

YouTube ist was feines - nicht nur finden dort Ausnahmetalente wie dieser feine Kerl ein Zuhause, nein: es finden sich auch Filme, Filme, Filme. User guywiththeglasses präsentiert gleich seine komplette Videothek online. Da er aber weiß, daß in eurer schnellebigen Welt nur wenige Menschen noch Zeit und Muße haben, mehrere Stunden mit ein und demselben Film zu verbringen, kürzt er die Filme vor dem Hochladen leicht herunter.

Persönlicher Favorit: Die Lord of the Rings Trilogy (Originalfassung) in drei mal fünf Sekunden:




Weitere zu empfehlende Streifen: Passion of Christ, Die Braut des Prinzen, Star Wars Episode 4/5/6, Zurück in die Zukunft 1/2/3, Big Lebowski, alle Harry Potters und Sin City. Und überhaupt fast alle Filme des Typs mit der Brille. Wie beispielsweise Pirates of the Carribean (und Dead Man's Chest) oder Clerks.

Taste them again, for the first time.

JT Firefly out (selling his DVDs on eBay).

Dienstag, Mai 08, 2007

Spider-Man 3 Revisited

Alte Säcke gehören nicht in die Spätvorstellung. Und auch nicht nach vorne ins Kino - zumindest nicht bei einem Action-Film. Jetzt, da alle Hürden umschifft wurden, kann ich mit Stolz und Würde und erhobenen Hauptes und barfuß berichten: ich habe es geschafft, Spider-Man 3 ohne einzuschlafen zu beobachten. Bravo, ich. Also, hier das erweiterte Review:

Freundschaft und Vergebung sind zwei der drei großen Themen von Spider-Man 3. Das dritte ist Herzschmerz. Es wird geweint und gekämpft und geweint und gelacht (meist über Spidey) und geweint. Und auf die Tränendrüse gedrückt.

Hatte ich nicht eingangs erwähnt, daß es sich um einen Action-Film handelt? Stellenweise fühlt es sich mehr an wie Soap-Drama, aber so viel hatte ich ja schon vor dem Einschlafen mitbekommen. Aber sind wir mal ehrlich: Teenager und ihr Beziehungsmüll sind das einende Element aller drei Spidey-Filme. Wer anderes erwartet hat (wie bspsw. dieser dürftige Reviewer auf AICN) ist ein armes Würstchen, und wenig besser als die "Hulk Smash!"-crowd in der grandiosen Ang Lee-Verfilmung. Dä.

Zugegeben, es werden schwerere Geschütze aufgefahren als in den vorangegangenen zwei Filmen. Aber da dies der letzte Film der Stammelf gewesen sein könnte, ist das zu verzeihen (wie großherzig ich doch sein kann).

Alles in allem prima Unterhaltung. Visuell beeindruckender als die ersten Teile, aber insgesamt doch leicht schwächer - zu viel Geflenne, zu viel Plot, viel zu viele Zufälle. Apropos Zufälle, Venom ist überflüssig wie ein Kropf (ergo hatte ich vor Jahren doch Recht, zumindest zu 6,5 Prozent: Raimi mag Venom nicht), und ist auch ähnlich erfreulich anzusehen.

Noch ein Wort zu den Schnitten: da saß ich beim letzten Mal wohl wirklich zu nah dran. Der erste fight - Spidey versus "New" Goblin - ist tatsächlich etwas (zu) hektisch, aber bei weitem kein Riddick.

Dienstag, Mai 01, 2007

Spider-Man 3zzzz

An dieser Stelle sollte eigentlich ein Review zum drittel Teil von Spider-Man stehen. Doch, was soll ich sagen, die mitternächtliche Vorstellung von gestern auf heute ließ mich auf halber Strecke in Tiefschlaf verfallen. Was ich mitbekommen habe: Sandman ist eigentlich lieb, der neue Green Goblin (Hobgoblin?) eigentlich ja auch, und Venom ist reiner Zufall. Gähn. Schnitt und Kamera der Actionszenen ist derart hektisch und unübersichtlich, daß selbst Riddick vor Scham errötet. Doppelgähn. Und die Peter/MJ-Beziehung könnte eine direkte Umsetzung einer deutschen daily soap sein. Schnarch.

Aber ich will mal nicht zu viel meckern, dafür sollte man den Streifen wirklich ganz gesehen haben... und das wird auch nachgeholt, also zieht euch schon mal lauwarm an.

Lust'ge Fakten am Rändchen: offiziell läuft der Film erst ab heute, aber dann doch irgendwie schon seit gestern - und eine Mitternachtspremiere war's nicht - die von mir besuchte Vorstellung fing erstens bereits um 23.15h an, und zweitens gab es vorher schon eine um 20.15h. Und in den USA läuft der Film erst ab dem 4. - wiesoweshalbwarum?

Mittwoch, April 11, 2007

301 Dalmatiner

Endlich durfte ich mir auch den real life comic 300 antun. Nach einer Woche Suche konnten sich zwei Probanden finden, die männlichst genug sind, zwei Stunden nackte Gewalt, nackte Brüste und nackte Gewalt (nicht zu vergessen die Brüste) mit mehr oder minder dem gleichen IQ wie wo als vorher zu überstehen.

Die naturalistischen Schnetzeleien der 301 Spartaner sind aber auch zu herrlich, jede Einstellung prall gefüllt mit wahrer Männlichkeit. Wenn beispielsweise die Hopliten endlich gen Mutantenheer schreiten, scheint es so, als würde der spartanische Club der Brustmuskelzucker zum Vereinsgrillen wandern.

Faramir ist auch am Start, und mimt den erzählenden Dilios. Zum Glück hat ihm die deutsche Synchronisation eine andere Stimme als beim Herrn der Ringe spendiert, sonst wäre die Stimme aus dem Off auch zu nervig gewesen.
Lustigerweise ist Faramirs Synchronsprecher trotzdem beteiligt und spricht einen anderer Spartaner. Mit weniger Text, puh.

Alles in allem ist dieser Film ein harmloser Spaß für die ganze Familie, und ein Muß für Leute, die anderen gerne tief in den Hals schauen. Aber Achtung: Frauen und Kinder halten besser einen Akkurasierer bereit, und Männer verabschieden sich vom letzten Rest Haupthaar.

Apropos 301: Wer sich wundert, warum die 300 plötzlich 301 sein sollen, die Rechnung ist recht einfach. 300 spartanische Spartiaten plus ein spartiatischer Spartanerkönig (Leonidas und seine 300 eben) sind Pi mal Kurzspeer 301.

Samstag, Februar 03, 2007

No Wonder, Woman

Joss Whedon, der Schöpfer von Buffy the Vampire Slayer und Firefly, arbeitet bekanntlich an einer Verfilmung von Wonder Woman. Oder wie? Folgendes findet sich heute auf Whedonesque, Whedons "offizieller Site" (o.s.ä.):
You (hopefully) heard it here first: I'm no longer slated to make Wonder Woman. What? But how? My chest... so tight! Okay, stay calm and I'll explain as best I can. It's pretty complicated, so bear with me. I had a take on the film that, well, nobody liked. Hey, not that complicated.
Und weiter:
I'm as relieved as I am disappointed, and both of those things lead to drink, so that's a plus.

Nun war ich nie ein Wonder Woman-Fan, wie ich überhaupt das meiste des DC-Universums für hochgradig albern halte (zugegeben, daß ist bei Marvel ebenso, aber da ist's wenigstens nicht ganz so lächerlich), doch wenn irgendwer WW verfilmen könnte, wäre das Whedon. So bleibt nur zu hoffen, daß das ganze Projekt nun den Weg allen Irdischen geht.
Darauf trink ich.

Freitag, Februar 02, 2007

Rise of the Silver... was?

Wie bereits vor einiger Zeit auf AICN berichtet, zeichnet sich der neue Fantastic Four-Streifen, "Rise of the Silver Surfer", nicht nur durch seine vielleicht etwas angegraute Optik aus (Silver Surfer=T-1000?), auch wenn sich das wohl schwer vermeiden ließ (obwohl der Kerl natürlich "Silver Surfer" heißt, und nicht "Chrome Surfer"). Die Filmschaffenden entschieden sich dafür, ein Gimmick einzuführen, um den Silver Surfer vom T-1000 zu unterscheiden. Und so wird aus dem Silver Surfer der Silver David:

Wer sich selbst ein Bild der Männerpracht machen möchte, hier findet sich der Trailer, aus dem obiges screen capture stammt.

Man darf gespannt sein, wie der Filmtitel "Rise of the Silver Surfer" gemeint ist. Alicia Masters darf sich auf einiges gefaßt machen.

Montag, Januar 29, 2007

Oscars 2007 - holla!?

Seit knapp einer Woche sind die Oscar-Nominierungen draußen, und, ehrlich gesagt, bisher hat's mich einen lauwarmen Kehricht interessiert. Obwohl ich plane, dieses Jahr erneut das private Oscar-Tippen zu rocken wie nichts Gutes (ich brauche das Geld), liegt die Academy mit den Nominierungen eigentlich immer daneben, mal mehr, mal weniger. Welche Filme am Ende die Oscars nach Hause fahren, ist ungefähr so wichtig wie heuer das Aufziehen von Winterreifen. Bei den Nominierungen hingegen kann es zu freudigen Überraschungen kommen - letztes Jahr beispielsweise Batman Begins (Cinematography), War of the Worlds (Sound Editing) und A History of Violence (Adapted Screenplay).

Doch waren letztes Jahr die Geek-Nominierungen hip, beschehrt uns dieses Jahr die Academy ein theme der ganz besondern Sorte. Werfen wir einen Blick auf ein paar highlights:

Performance by an actor in a leading role
Will Smith - THE PURSUIT OF HAPPYNESS

Performance by an actor in a supporting role
Eddie Murphy - DREAMGIRLS

Performance by an actress in a leading role
Penélope Cruz - VOLVER

Adapted screenplay
Sacha Baron Cohen and Anthony Hines and Peter Baynham and Dan Mazer and Todd Phillips, BORAT CULTURAL LEARNINGS OF AMERICA FOR MAKE BENEFIT GLORIOUS NATION OF KAZAKHSTAN

Was ist also das theme 2007? Wahlweise das Jahr der B-Stars oder das Jahr der Freaks.

Dienstag, Dezember 12, 2006

Still Hating Juice

Nun war an dieser Stelle bereits von Mel Gibson die Rede. Was man nun noch wissen muß: der Knilch hat einen neuen Film unter die erwartungsvolle Masse geschissen. Selbiger Haufen unterm Haufen nennt sich Apocalypto. Worum es geht? Um die barbarische Antizivilisation der Mayas, denen am Ende die spanischen Conquistadores die überfällige Gutmenschlichkeit einbläuen. Oder doch nicht? Hier der Trailer:

What are you laughing at, sugar tits?

Sonntag, Dezember 03, 2006

Verzweifelte Synchro

Für heute erspare ich mir meinen missionarischen Eifer bezüglich O-Tönen, und bringe gar ein Beispiel für eine adäquate Übersetzung.

Es begab sich in einer späten Folge der ersten Staffel der Desperate Housewives, daß Lynette zu ihrer Nachbarin McCluskey meinte, sie solle in ein Altenheim... "with German staff."

Da dachte ich mir, hören wir (also ich, Pluralis majestatis etc. etc.) uns doch mal die deutsche Synchronisation an... Lynette wünscht die Nachbarin in ein Altenheim "mit deutschem Personal".

So viel schmerzbefreite Selbstironie hätte ich beim besten Willen (vorausgesetzt, es gäbe so ein Tier) nicht erwartet. Oder lag's daran, daß den Übersetzenden kein anderes cliché eingefallen ist, um Lynettes Wunsch ähnlich grausam erscheinen zu lassen?

Sonntag, November 19, 2006

Heat Vision und Jack, du und ich

Bereits vor Uhrzeiten habe ich über die awesomeness that is Jack Black schwadroniert. Ein anderer Comedygigant, -heroe und -eros ist bekennentlich Ben Stiller - Chef der großartigsten SuperheldInnentruppe der westlichen Hemisphäre, male model par excellence, und noch mehr.

Beide sind, neben Will Ferrell, Vince Vaughn, Owen Wilson, Luke Wilson und Steve Carell Mitglieder des Frat Pack. Und, guess what, Black und Stiller haben gemeinsam mit Owen Wilson versucht, eine Fernsehserie zu starten: Heat Vision and Jack, mit Ben Stiller als Regisseur, Jack Black als Jack (duh), und Owen Wilson als Heat Vision, das sprechende Motorrad. Der Pilot ("Episode 14: The Eye of Paragon") wurde produziert, aber kein Sender hatte Interesse.

Enter youtube. Und hier, die kompletten 30 Minuten action und adventure:

Knowledge is power - for real!

Und weil das so ist, hier ein paar Infos zu der Fernsehshow, die Heat Vision in der Wohnung der Polizistin schaut: es handelt sich hierbei um die phänomenale britische SciFi-Serie Doctor Who. Genauer gesagt, aus dem Sechsteiler Genesis of the Daleks, einem der Serials des vierten Doctors, Tom Baker. Noch genauer: dem fünften oder sechsten Teil - Davros, Schöpfer der Daleks ("Exterminate!"), hat noch die Kontrolle über seine Kreaturen.

I know EVERYTHING!

Donnerstag, November 02, 2006

Selbst schuld, Bub.

Der Tag fängt ja toll an: Mußte mir berichten lassen, daß es da jemanden gibt, der Firefly geschaut hat, und nicht begeistert war (damit sind's bereits zwei Leute, die offensichtlich mit dem Bauchnabel fernsehen). Die Serie sei "ok, aber nicht großartig".

Nachdem ich mich zunächst aufführte, als wäre ich ein Streifenpolizist mit Tourette-Symptom, der seine Koprolalie im Kindergarten zelebriert, konnte ich mich schon zehn Minuten später wieder halbwegs klar artikulieren, und meine investigativen Nachtritte förderten zu- und untertage, daß die geschmacksverirrte und ahnungslose Person Firefly in der snychronisierten Fassung belauscht hatte. Göttin, laß' Hirn vom Himmel regnen, aber mach es vorher tonnenschwer.

Damit ich heute wieder normal mit Menschen kommunizieren kann ("normal" für meine Verhältnisse und andere Bekannte), muß ich erneut (?) auf die Unmöglichkeiten einer Synchronisation zu sprechen kommen.

Die Unmöglichkeit, eine (wenn auch nur ansatzweise) Western-Serie mit typischem Akzent (wo angebracht) ins Deutsche zu übersetzen. Die Unmöglichkeit, den Wortwitz einer Sprache in eine andere zu übersetzen. Die Unmöglichkeit, die (scheinbare) Authentizität einer Set-Aufnahme im Studio zu reproduzieren. Die Unmöglichkeit, die Stimmen von gut schauspielernden SchauspielerInnen zu ersetzen, so als wäre das Gesagte nicht Teil der performance. Die Unmöglichkeit, bei der Synchro das Input des Regisseurs oder der Regisseurin (also der Person, die für die dramatische und künstlerische Orchestrierung der Episode verantwortlich ist, und die sich über jede Nuance Gedanken gemacht hat) einzuholen. Die Unmöglichkeit, in Deutschland eine adäquate Synchro einer Genre-Serie zu erwarten.

Da konnte so viel schief gehen, daß es fast ein Wunder ist, daß die Serie "ok, aber nicht großartig" ist. Respektive kein Wunder, sondern vielmehr ein weiteres Zeugnis der Ahnungslosigkeit der urteilenden Person.

In klaren, hochprozentigen Worten: wer von Firefly (oder, aber das nur am Rande, Buffy) nur die synchronisierte Fassung kennt, hat Firefly noch nicht gesehen. Und maße sich gefälligst auch kein Urteil an - falls doch, dann bitte so, daß ich nichts davon erfahre (mein armes, schwaches Herz).

Dienstag, September 26, 2006

Uwe Boll Strikes Again

Wer kennt ihn nicht: Doktor (no shite) Uwe Boll, Direktor des größten Leinwandschwachsinns des 21. Jahrhunderts und Arischgesichtermann par excellence.

Vor einigen Monaten nun rief Boll seine Kritiker auf, mit ihm in den Ring zu steigen. Klar, was man nicht im Kopf hat...

Und nun ist's geschehen. Sieger in allen Fällen: Doktor Uwe Boll. Wer hätte damit gerechnet?

Ja, wirklich: wer? Wo doch das Gewicht der Gegner auf 86 Kilo beschränkt war, aber weniger ging natürlich (Boll selber bringt selber ziemlich sicher mehr als 80 Kilo auf die Waage). Und wo doch Boll früher semi-professionell geboxt hat. Und wo doch den Kritikern vorher erzählt wurde, es handle sich nur um einen Publicity-Gag. Und wo diesen versprochen wurde, daß sie Boxtraining erhalten (was nicht geschehen ist). Und wo nicht sonst noch.

Anyway, hier das Video von Bolls Heldentat:

Dienstag, August 29, 2006

Neues und Altes aus dem Lucasuniversum

Der nächste Indiana Jones, mit Sicherheit auch nicht toller als Indy II und III, wird sich um einen bisher nicht näher genannten MacGuffin (Indy I: Bundeslade, Indy III: Heiliger Gral) drehen, welcher laut Lucas eine heikles und anstößiges Dingen sein wird. Ein Bild von Mohammed vielleicht? Oder die Unterhose Christi? Maria Magdalenas Schwangerschaftstest?
Man darf gespannt sein, oder, so man Lucas' neuere Werke kennt, bereits jetzt vor Angst schlottern.

Erfreulicher, und völlig neolucasuntypisch, ist da schon der Release der Original-Original-Trilogie auf DVD, ohne neuerlichen Firlefanzschmand - Han schießt wieder zuerst, ja zuerst! Eine Übersicht aller sonstiger Unterschiede findet sich hier.
Ärgerlich nur, wenn man schon die überarbeitete Fassung zuhause hat.