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Montag, Januar 26, 2009

Tropengewitter

Wahrheiten, die schmerzen, Folge 577: Es gibt Leute, die wissen nicht, was Wikipedia im Innersten zusammenhält, was Wikis sind, oder dass manche Wikis dem großen Bruder 'pedia in sheer awesomeness AU-weit überlegen sind. Zumindest, wenn man noch alle Buffy-Tassen im Star Trek-Schrank hat. Mal unter uns: ist popkulturelles Halbwissen nicht unendlich erquickender als jeder Enzyklopädieeintrag? Also ab zu TV Tropes.

Dort lernt sich vieles, unter anderem True Art Is Angsty, The Internet Is For Porn, Dark Is Not Evil, All Paedophiles Are Child Molestors, Seven Is Nana, Catholic Schoolgirles Rule, Better To Die Than To Kill, If You Know What I Mean. And Now You Know The Rest Of The Story. What Do You Mean, It's Not Symbolic?

Nach einer kurzen Einleitung/Erklärung, die meist derart viele verführerische Links zu weiteren Rubriken enthällt, dass man Gefahr läuft, aus diesem meilendicken Webnetz nie wieder zu entkommen (Sie wurden gewarnt.) folgen registertonnenweise Beispiele, schön sortiert nach Medium (Anime/Manga, Film, TV, Comics, Literatur, Musik, ...). Großes Kino, unter anderem. Und der Doctor, natürlich.

Zuschließend ein mehrfach ausgezeichnetes Beispiel - Ninja Pirate Zombie Robot:
Oh, Super Smash Bros. As of Brawl, the roster includes two fire-throwing plumbers, two psychics, a dinosaur that can turn into a dragon, a turtle-dragon, two monkeys (well, all right, a monkey with a jetpack who shoots his enemies with peanuts and a bongo-playing ape wearing a tie), a penguin with a sledgehammer, a robot with laser eyes, a warrior angel with Improbable Aiming Skills and a Dual Wielding Swiss Army Weapon, some furry space mercenaries who drive tanks, a female space mercenary in a battlesuit, a race car driver/bounty hunter, a magic princess ninja (who, in her own series, has a magic princess pirate counterpart), an astronaut leading flower aliens, a 2-D stick figure guy, an Extreme Omnivore pink puffball, a blue ninja/Batman/Vader puffball, a singing, self-deflating puffball, an electric mouse, a canine Bruce Lee Clone on fire, a dinosaur plant, a mutant turtle with ninja moves (teenage status unconfirmed), a flying fire-breathing dragon, an obese, flatulent cannibal with an infinite supply of edible motorcycles and a superhero alter-ego, a blue speedy hedgehog and a fourth-wall-painting spy assassin clone. And the Big Bad is a glowing Space Angel, controlling a giant sentient glove.


PPPS: Die Seite gibt es auch auf Deutsch. Aber erwarten sollte man (noch?) nicht allzu viel. Eben genau wie bei Wikipedia.

Mittwoch, Juli 16, 2008

Dr. Horrible: Schrecklich gut

Wir warten ja alle auf Dollhouse, die neue Serie von Buffy- und Firefly-Schöpfer Joss Whedon, gelle? Wem nun verständlicher Weise das Warten zu lange wird, wie wäre es hiermit: Dr. Horrible's Sing-Along Blog (der in Wahrheit mehr ein Vlog ist, wenn überhaupt, aber egal). Und so, nach langer Pause, ist das Zwischennetz wieder zu was zu gebrauchen.



In Act 1 sehen wir Neil Patrick Harris (Doogie Howser, woot!!!11) als Mad Scientist, Felicia Day als seine heimliche Liebe aus dem Waschsalon, und Nathan Fillion, unser aller allerliebster Antiheldendarsteller, in einer gänzlich untypischen Rolle - oder doch nicht?

Bleibt desweiteren die Frage: woher kommt Joss Whedons tiefgreifende Faszination für Musicals? So oder so: angucken gehen. Sofort! Bevor morgen Act 2 und in drei Tagen Act 3 kommt - ihr wollt doch nachher sagen können, von Anfang an dabei gewesen zu sein. Nicht?

Und wer glaube, ich scherze mit dem "Sofort!" - alle Folgen werden am 20.7. wieder aus dem Netz verschwinden ...

Freitag, November 02, 2007

Joss Whedon on TV, oder: Have a little Faith

Sorry für den dummen Witz ... aber so sieht's nun mal aus: Joss Whedon, bekannt als Schöpfer von Buffy the Vampire Slayer und Firefly, bekanntlich die zwei tollsten Geek-Serien ever, werkelt an einer neuen Serie, und Eliza Dushku, bekannt als etwas fehlgeleiteter Slayer Faith), soll die Hauptrolle spielen.
Soweit die (sehr) gute Nachricht.

Nicht so toll: das ganze soll auf FOX laufen. Und wir wissen sicher noch alle, wie dieser Sender vor ein paar Jahren das grandiose Firefly zu Tode vergewaltigt, sein Fleisch gegessen und sich aus seiner Haut Kleidung genäht hat, und da Firefly nicht sehr, sehr glücklich war, leider nicht in dieser Reihenfolge. Wir werden sehen, ob FOX mit Whedons neuer Serie zumindest etwas gefühlvoller umgeht.

Doch vergessen wir den Sender einfach wieder. Die Serie jedenfalls wird Dollhouse heißen. Protagonistin Echo (Dushku) gehört zu einer Gruppe, denen komplette "Persönlichkeitspakete" (Erinnerungen, Fähigkeiten, Sprachen, ...) eingepflanzt werden, passend zur anstehenden Mission. Zwischen den Missionen leben diese Menschen, nachdem ihnen das Gedächtnis geraubt wurde, im titelgebenden Dollhouse wie Kinder. Bei Echo schleichen sich jedoch Fehler in der Gedächtnislöschung ein ...

Eine Fansite gibt es natürlich auch schon, und sie nennt sich Dollville. Also nix wie hin.

PS: Als ich Serenity Highsmith erzählte, daß Whedon eine neue Serie macht, bei der Eliza Dushku, bekannt als Faith, die Hauptrolle spielte, meinte sie: "Face aus dem A-Team?" Mein anschließender Hinweis, daß es sich bei jenem Dirk Benedict um Starbuck handle, hat sie völlig verwirrt ...

Donnerstag, Oktober 11, 2007

You Can’t Take the Sky From Me: Serenity 2

Es fing an mit einem unschuldigen, kleinen Telefoninterview von Moviehole mit Alan Tudyk, dem beliebtesten Raumschiffpiloten des Universums. Wovon ich rede? If you have to ask ...

Jedenfalls meinte Tudyk in dem Interview in Bezug auf die Serenity Special Edition:
“They had to put [the new DVD] out because they’ve been selling out of the other one [the DVD that isn't the 'Collectors Edition'] and so Universal’s like ‘So, let’s do another one’", he says, adding "And now… there’s now a chance there’s going to be another movie”.
"Another movie". Kein Wunder, daß die Internethypemaschine heiß lief. Doch weh und ach, das Interview wurde mittlerweile um folgenden editorialen Zusatz erweitert:
(Editor's Note : No Universal hasn't greenlit another "Serenity" movie, they only commissioned a 'Collectors Edition' DVD. Alan says there's now a "chance" there's going to be another movie. Cross your fingers peoples! And for those that have written in asking if I'm a true browncoat (c'mon!) or Whedon-fan.... my new baby daughter's named Charisma! Is that good enough for membership?)
Sei es wie es mag (und ich glaube erst dran, wenn ich den Streifen sehen), die Frage ist, worum es im Film (in der neuen Serie? Pfffft.) gehen könnte. Hier eine kurze Liste.

Und wo wir gerade dabei sind: A Marxist Reading of Joss Whedon’s “Firefly”. Und noch was.

Mittwoch, August 22, 2007

Adopt-An-Actor: Jonathan Woodward

Charakterschauspieler und -schauspielerinnen zu adoptieren ist zur Zeit all the rage in der Blogosphäre. Begonnen hat dies' schauerliche Vergnügen auf I, Splotchy. Dort sind auch die "Regeln" beschrieben: Um mitzumachen muß man nicht unbedingt viel von der zu adoptierenden Person gesehen haben - ab und an über sie zu berichten reicht völlig. Und sie sollte bisher höchstens spärlich in Hauptrollen besetzt worden sein - Nebenrollen dafür umso mehr.

Without further ado: GPM's adopted actor ...

Jonathan M Woodward

Jonathan M Woodward (JMW) wurde berühmt und von Milliarden geliebt, nachdem er in jeder Joss Whedon-Serie mindestens in einer Folge mitspielte:

* Buffy the Vampire Slayer: "Conversations with Dead People".
JMW spielt einen ehemaligen Klassenkameraden von Buffy, der nun leider von Buffy in Staub zerlegt werden muß, da er jetzt ein Vampir ist. Doch nicht bevor die beiden ein ausgedehntes Schwätzchen halten, bei dem JMW Buffy in ihre psychologischen Einzelteile zerlegt.

* Firefly: "The Message". JMW gibt die an Mal und Zoe geschickte Leiche, die keine ist.

* Angel: fünfte Staffel. JMW als Knox, der Laborassi.

Just vor anderthalb Monaten hat JMW seine regelmäßigen Incognito-Podcasts mit dieser Zurschaustellung von intrigant-charmantem Humor und 1a Beinen begonnen:

Man muß nicht extra erwähnen, daß dies bisher sein einziges Podcast war. Muß man?


Jonathan Woodward ist hiermit vergeben. Und viele andere auch. Also beeilt euch, und adopt an actor!

Donnerstag, Juni 14, 2007

Geek TV Top 20

Mutanten, Monster & Aliens - nein, kein neues Rollenspiel (MM&A... hmmm...), sondern die Basiszutaten von geeky Fernsehserien. Insbesondere das 21. Jahrhundert war bisher eine Fundgrube für qualitativ hochwertige Science Fiction/Fantasy/Mystery/Superheroes-Serien, aber auch das letzte Jahrtausend hat einiges zu bieten. Schauen wir uns mal die besten 20 an, ok?

20. Lexx - Definitiv die beste SciFi-Serie ever - für drogenabhängige Psychopathen. Alle anderen schnallen sich besser an für eine irrsinnge Fahrt auf der falschen Seite der Autobahn. Wahnsinn aller Ortens (insbesondere im Drehbuch) in dieser kanadisch-deutschen Co-Produktion.

19. Robin of Sherwood - klassischer Robin Hood mit einer Spur Fantasy. Hey, Robin selber macht auf Doctor Who, als zwischen zwei Staffeln mal eben die Titeldarsteller getauscht werden. Dafür hätte die Serie eigentlich einen Platz unter den ersten 10 verdient...

18. Lois & Clark: The New Adventures of Superman - vielleicht die erste wenigstens halbwegs ernstzunehmende Superhelden-Serie im TV (nach Misfits of Science, urgh). Die Stärke der Serie war allerdings nicht die super action, sondern das Beziehungsdreieck Lois-Clark-Superman.

17. Red Dwarf - britischer Humor trifft dark scifi. Ohne das "dark", versteht sich. Ein großer Spaß für die ganze Familie (außer die Großeltern).

16. Torchwood - Spin-Offs sind eine heikle Sache. Wer einfach nur die Hauptserie emuliert (in diesem Fall den neuen Doctor Who) fällt meistens aufs Gesicht. Diese Stolperfalle umgeht Torchwood gekonnt - bis auf das Anagramm im Titel, einen Charakter (Captain Jack Harkness) und eine temporale Anormalie unter Cardiff haben die Serien nicht viel gemein. Ansonsten: weniger Humor als der Doctor, dafür mehr bisexuelle Charaktere.

15. Alias - Nun mag man sich wundern, was eine Spionage-Serie in dieser Auflistung zu suchen hat. Antwort: Milo Rambaldi. Selbst ohne dieses mystische mumbo-jumbo ist Alias eine gut gemachte und spannende Serie.

14. Outer Limits - ursprünglich ein Twilight Zone-Abklatsch, aber ein guter. Nach einer kurzen Pause von 20 Jahren kam die Serie zurück, mit einer Besonderheit: obwohl immer noch jede Folge eine eigene, unabhängige Mystery-Story zeigte, waren einige Folgen miteinander verknüpft. Und das war gut so.

13. X-Files - von einer herrlich überzogenen Conspiracy-Serie mit Aliens zu einer lächerlich überzogenen Conspiracy-Serie mit zu vielen Aliens: der tiefe Fall der X-Files. Die ersten paar Staffeln sind aber nach wie vor köstliche Unterhaltung.

12. Smallville - Zum zweiten Mal taucht der Supermän in der Top 20 auf, und ehrlich gesagt macht ihn das superer (sic!) als er ist. Doch Smallville ist derart ambitioniert, daß es einfach honoriert werden muß: die Serie bleibt nicht dem ursprünglichen Superboy-Unsinn treu, sondern erzählt tatsächlich weiter - puh. Besonderes Highlight: James "Spike" Marsters als Brainiac.

11. Xena: Warrior Princess - Da gab es diese ein wenig schmierige, aber nichtsdestoirgendwie unterhaltsame Fantasy-Serie namens Hercules: The Legendary Journeys. Ein Glücksgriff in der Serie war Xena, die bei Hercules zunächst die Bösewichtin gab. Der Unterschied zu Strahlemännchen Hercules machte Xenas eigene Serie von Anfang an interessanter als das Original. Sam Raimi und Bruce Campbell können jedoch nicht als Pluspunkt für Xena verbucht werden, denn sie zählen beide auch für Hercules.

10. Angel - Ein weiteres Spin-Off (diesmal von Buffy). Und erneut werden die Todsünden der Spin-Offs vermieden. Die Serie braucht allerdings relativ lange, um zu sich selber zu finden.

9. Doctor Who (1963-1989) - billiger Fließband-SciFi, keine Frage. Die wackelnden Sets sind nach wie vor berüchtigt. Aaaaaber... einige Scripts sind wahrlich großartig und/oder originell. Oh, und zwischenzeitlich war Douglas Adams beteiligt. Desweiteren: ohne die alten keine neuen Folgen. Abschließend: der beste Doctor heißt immer noch Tom Baker.

8. Twilight Zone - wer kennt sie nicht? Ein Klassiker des Gruselfernsehens.

7. Star Trek: Deep Space Nine - angeblich dreister geistiger Diebstahl, denn ursprünglich wollte J. Michael Straczynski seine Serie im Star Trek-Universum ansiedeln, wurde aber abgelehnt - kurz darauf begannen die Vorbereitungen für DS9. Nur eine Legende? Wer weiß. Jedenfalls findet man alles, was Babylon 5 ausmacht, auch bei DS9. Nur eben nicht von Anfang an - ich sag nur: großer, staffelübergreifender Plot - diesen Teil seines Plans hat Straczynski wohl anfangs unterschlagen.

6. Lost - Sinnbefreites Chaosfernsehen oder Geniestreich? Beides? Das werden wir wohl erst 2010 erfahren, denn bis dahin soll Lost noch laufen. Und das ist gut - nicht, weil es noch drei weitere Staffeln geben wird, sondern weil tatsächlich ein Ende in Sicht ist. Als Endlosserie hätte Lost bestenfalls an den Top 20 gekratzt...

5. Babylon 5 - Whoa, Dude: eine SciFi-Serie für Erwachsene? Was dachte sich dieser Straczynski bloß dabei? "Solid characters, imaginative stories, no kids or cute robots, using science the way it should be used, not talking down to the audience" - Straczynski war offensichtlich verrückt. Wir wissen doch alle, daß SciFi ohne Kinder oder niedliche Roboter nicht funktioniert. Spaß beiseite: die "keine Kinder"-Regel ist ein klares Plus gegenüber Deep Space Nine, period. Dies kombiniert mit einer epischen, durchgestylten Story und den glaubwürdigsten Alien-Diplomaten, die man im Fernsehen je gesehen hat sichert Babylon 5 den fünften Platz. Welchen auch sonst?

4. Doctor Who (2005+) - die Briten kennen ihre Science Fiction. Selten war SciFi so spannend, originell, witzig und schön anzuschauen (und wenn es sein muß: auch gruselig).

3. (New) Battlestar Galactica - Ein DS9-Macher nimmt sich die von Babylon 5 gelernten Lektionen zu Herzen und machen... SciFi für Erwachsene. Wen es wundert, daß er sich dazu die alte BSG-Serie als Basis wählt, denke kurz über die Prämisse der alten Serie nach: die letzten Überlebenden der "12 Kolonien" werden auf ihrer Suche nach der "13. Kolonie" von den Cylonen gejagt - genau jene Roboter, die ihre Welten vernichtet hatten. Die alte Serie läßt die Überleben als erstes zu einem interstellaren Kasino fliegen, wo erst einmal ein bischen Karten gespielt werden. Die neue Serie zwingt zwei Kampfpiloten ein ziviles Raumschiff des eigenen Überlebenden-Konvois abzuschießen. Kurz und gut: düstere Stimmung aller Ortens. Wie angemessen.

2. Buffy the Vampire Slayer - Eine der einflußreichsten TV-Serien, die es je gab. Die besondere Stärke liegt hier nicht im Plot (wie bei Genre-Serien eigentlich üblich), sondern in der Charakterentwicklung. Vergleichbares sieht man selten - und schon gar nicht, wenn Vampire und Dämonen durch die Gegend laufen. Grandios.

1. Firefly - Nun, was soll ich sagen? Wer mich ein wenig kennt, wird sich über diesen ersten Platz nicht wundern (und auch nicht über den zweiten, möchte ich wetten). Perfekter theme song, originelles setting, interessante Charaktere, hervorragende Schauspieler, gute plots, witzige Dialoge, überzeugende Special Effects, solides Handwerk (Kamera, Beleuchtung, etc.), herrliche Sets (allen voran das Raumschiff der Hauptpersonen, die Serenity), chinesische Flüche, lockere six-shooter - diese Serie hat einfach alles. Wer die Serie nicht kennt: noch ist nichts zu spät! Wer sie nicht mag: verkauf deinen Fernseher.

Honorary Mention:
* The Tripods. Wäre die zweite Staffel nicht so schwach, oder hätte es eine dritte Staffel gegeben, wären die Tripods ein sicherer Kandidat für die Top 20. So leider nicht.
* Heroes. Die Serie lief ja bisher nur in den USA, und ist auch noch nicht auf DVD erhältlich.

Dienstag, Juni 12, 2007

Das Ende der Sopranos (Achtung: Spoilers!)

Es ist vorbei, die Sopranos sind nun offiziell Geschichte, zumindest in den USA (hierzulande darf man sich noch auf die mitternächtlichen Vorstellungen in zwei, drei Jahren im Öffentlich-Rechtlichen freuen).

Doch die letzte Folge spaltet die Zuschauenden: Die Sopranos beim Abendessen. Fade to black.

CNN hierzu:
One was muttering bitterly into its morning coffee at the open-ended conclusion of the epic series, a banal family moment over onion rings that would have delighted existentialist Jean-Paul Sartre, author of "Being and Nothingness."
Jean-Paul Sartre - da war doch was? Richtig, Platz 1 der kaum veröffentlichten Audiokommentar Top 10. Genauer: Joss Whedon. Und was hat Whedon sonst noch so zu verantworten, außer Buffy und Firefly? Wieder richtig: Angel.

Und wie endet Angel? Ach, ihr wißt aber auch alles: Die letzten Überlebenden gegen eine Armee. Fade to black.

Zufälle gibt's, die gibt's wirklich.

Audiokommentar Top 10

Niemand mag sie, auf jeder fünften DVD sind sie: Audiokommentare. Dieses Sub-Genre der Filmverwertung ist in der Tat sehr unappetitlich. Meistens fühlt es sich so an, als säße man im Kino, und die Leute hinter einem können einfach nicht die Klappe halten - und man kann sich nicht mal umdrehen, und den Leuten über den Mund fahren. Zugegeben, man könnte den Audiokommentar abschalten, aber warum hat man ihn überhaupt erst eingeschaltet? Eine Zwickmühle.

Liebhaber des Genres finden jedoch hin und wieder eine Perle von derartiger Brillanz, daß man vergißt, daß gerade der Film von notorischen Laberbacken zugetextet wird. Und genau um diese Glanzstücke soll es hier gehen.

Die oft stiefmütterlich behandelten Kommentare (für wie viele Leute ist ein Audiokommentar schon ein Kaufanreiz?) bieten in der Tat einige Stolperfallen. Gehen wir also kurz auf die wichtigsten Sünden ein - die Top-10-Kommentare weisen diese Schwächen nicht oder nur in vernachlässigbarem Maße auf.
Stating the obvious: Schlimmstmöglich sind Kommentare, die versuchen, die Handlung zu erzählen, während sie passiert - jetzt geschieht dies, nun das, und gleich was anderes... wow! Da bin ich froh, daß ich den Kommentar eingeschaltet habe - sonst hätte ich mir den Film selber anschauen müssen. Uh. Zum Glück sind derlei Kommentare sehr selten, und fast ausschließlich bei Fernsehserien zu finden.
Massenveranstaltung: Ein oder zwei Leute für den Kommentar sind perfekt, drei gehen vielleicht noch, vier sind grenzwertig. Alles darüberhinaus führt zu chaotischen Meinungsschnippseln. Regiekommentare sind üblicherweise die besten, und wie viele Leute führen schon auf einmal Regie? Eben.
Uh-äh-ah, y'know: Man muß kein überragender Redner sein, um einen Audiokommentar zu sprechen, aber die immer gleichen Füllworte sind wirklich nicht angebracht (JJ Abrams, ich schau' dich an, y'know?). Wenn der Kommentar sich anfühlt, als würde ihn Stefan Raab vom Teleprompter ablesen ("äh, äh") geht das vielleicht für eine einzelne Fernsehfolge in Ordnung - einen ganzen Spielfilm will man so aber nicht durchstehen.
The Sound of Silence: Ein Kommentar, der für fünf oder mehr Minuten auf Funkstille schaltet, hat etwas an sich, daß verstörender ist als das japanische Original von The Ring. Ständig zwischen Kommentar und Film hin- und hergeschmissen zu werden macht keinen Spaß. Passiert es häufiger, ähnelt es in gewisser Hinsicht dem stating the obvious: hätte ich den Film sehen wollen, hätte ich nicht den Kommentar eingeschaltet. Duh.

Umgekehrt ist es nicht leicht zu bestimmen, was einen guten Kommentar ausmacht. Unterhaltsam, witzig, informativ sollte er sein - aber nicht zwangsläufig alles auf einmal. Ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal von Kommentaren ist das Script: meistens gibt es keines. Ein qualitativer Unterschied ist das jedoch nicht unbedingt.

Damit wäre das geklärt. Without further ado... JT Firefly presents: Best of Audio Commentary!

10. Big Fish - Tim Burton: Mehr ein Interview als ein Audiokommentar, aber was soll's. Besondere Perle: der Vergleich zwischen der Beziehung von Vater und Sohn Bloom mit der zwischen Joker und Batman. Das allein war den Eintrittspreis wert.

9. The Interpreter - Sydney Pollack: Pollacks Feindschaft gegen die Kinofilmvergewaltigungen durchs Fernsehformat ist uneingeschränkt zu unterstützen. Und ganz nebenbei liefert er eine unterhaltsame Einführung in die Filmtheorie (naja, fast).

8. Babylon 5 Episode 1.13 (Signs and Portents) - J. Michael Straczynski: Mit Einführung der Shadows wird aus einer guten SciFi-Serie eine hervorragende. Ab dieser Folge geht es aufwärts - und Straczynski erklärt, warum.

7. Serenity - Joss Whedon: Buffy the Vampire Slayer verdient eigentlich auch eine Nennung in dieser Top 10, doch sind wir ehrlich (und greifen kurz vor): zweimal Joss Whedon ist genug (und manche der nicht von Whedon stammenden Audiokommentare bei Buffy gehören zum Schlechtesten dieser Kunst, also Schwamm drüber). Der Serenity-Kommentar bietet solides Handwerk: was wurde warum wie gemacht. Und das vom Meister des gescripteten Kommentars.

6. Ghostbusters - Ivan Reitman, Harold Ramis et al.: Ein Meisterwerk der 80er Jahre, angereichert durch einen exquisiten Audiokommentar, aufgenommen fast zwei Jahrzehnte nach der Erstveröffentlichung. Was könnte schöner sein, als zu erleben, wie Ramis Reitman unterbricht, nur weil gerade seine erste Szene im Film zu sehen ist? Einige der vermittelten Informationen sind sehr aufschlußreich, zum Beispield er Umstand, daß Dan Aykroyd (Hauptautor des Drehbuchs, später unterstützt von Ramis) ursprünglich vor hatte, den Film in der Zukunft anzusiedeln, in der Dutzende Geisterjäger-Teams agieren, und ungefähr 30 Riesenmonster auftauchen (der Marshmallow Man hätte sein Unwesen bereits im ersten Drittel des Films getrieben).

5. Monty Python's The Meaning of Life - Terry Jones, Terry Gilliam: Monty Python. 'nuff said.

4. Gangs of New York - Martin Scorsese: Mehr eine Geschichtsstunde als ein Audiokommentar, Scorses vergißt aber auch die Produktionsnotizen nicht - beispielsweise, wie Daniel Day-Lewis aus dem Vorruhestand (beziehungsweise: der Schusterlehre) gebracht wurde.

3. Lord of the Rings Extended DVDs (Fellowship of the Ring, The Two Towers, Return of the King) - Peter Jackson, Fran Walsh, Philippa Boyens: Nicht nur ist dieser Kommentar amüsant und informativ, genau wie ein Audiokommentar sein sollte, sondern hier trennt sich die Spreu vom Weizen: knapp 12 Stunden Film bedeutet knapp 12 Stunden Kommentar. Bring it on!

2. Big Trouble in Little China - Kurt Russell, John Carpenter: Man weiß, daß es sich um eine besondere Art von Kommentar handelt, wenn der Film schon Jahrzehnte alt ist (siehe Ghostbusters). Und wenn sich die beiden Erzählenden derart gut verstehen, daß knapp ein Drittel der Zeit über Baseball geredet wird, ist klar, daß es sich um einen Klassiker der Audiokommentare handelt. Postmoderner wird's nicht.

1. Firefly Episode 14 (Objects in Space) - Joss Whedon: Jean-Paul Sartre auf der Serenity? Ein wilder Ritt durch die philosophisch verpesteten Gehirnwindungen von Joss Whedon - Spaß für die ganze Familie, und vielleicht der einzige Audiokommentar, den man mehr als einmal hören mag.

So viel dazu. Wir sehen mal wieder: Firefly toppt alles. Einen Sonderpreis erhält hingegen Doctor Who (neue Serie, Staffeln 1 und 2) - so viele Audiokommentare bei einer TV-Serie gab es wohl noch nie. Bravo! (Und wer ist der Macher Russell T. Davies? Na klar: der "britische Joss Whedon".)

Samstag, Februar 03, 2007

No Wonder, Woman

Joss Whedon, der Schöpfer von Buffy the Vampire Slayer und Firefly, arbeitet bekanntlich an einer Verfilmung von Wonder Woman. Oder wie? Folgendes findet sich heute auf Whedonesque, Whedons "offizieller Site" (o.s.ä.):
You (hopefully) heard it here first: I'm no longer slated to make Wonder Woman. What? But how? My chest... so tight! Okay, stay calm and I'll explain as best I can. It's pretty complicated, so bear with me. I had a take on the film that, well, nobody liked. Hey, not that complicated.
Und weiter:
I'm as relieved as I am disappointed, and both of those things lead to drink, so that's a plus.

Nun war ich nie ein Wonder Woman-Fan, wie ich überhaupt das meiste des DC-Universums für hochgradig albern halte (zugegeben, daß ist bei Marvel ebenso, aber da ist's wenigstens nicht ganz so lächerlich), doch wenn irgendwer WW verfilmen könnte, wäre das Whedon. So bleibt nur zu hoffen, daß das ganze Projekt nun den Weg allen Irdischen geht.
Darauf trink ich.

Montag, Januar 08, 2007

Geschenke - passend, geschmackvoll, verspätet

Ab einem gewissen Alter gibt es anläßlich des jährlichen Geburtstags tatsächlich etwas zu feiern: das eigene Überleben. Schön, wenn dies auch von anderen Leuten honoriert wird.

Damit auch anderer Leut' Geburtstag ein solch durchschlagender Erfolg wird wie meiner am letzten Freitag (33, boah), hier einige Beispiele für passende Geschenke.

Fernsehserien sind immer angesagt, denn: gutes Preis/Leistungs-Verhältnis, keine Werbung, fette Box. Gebildete Menschen haben sich zwar Babylon 5, Buffy und Firefly bereits selber zugelegt, und Doctor Who bereits zu Weihnachten bekommen, aber Angel ist vielleicht noch nicht komplett, Battlestar Galactica noch nicht vorhanden, und auch sonst gibt es noch tolle Teile, wie beispielsweise Alias.
Das Ziel: der beschenkten Person zu ermöglichen, einen eigenen Fernsehsender zu starten.

Gutscheine passen immer, doch ist Rücksicht auf Interessen und Vorlieben der beschenkten Person zu nehmen - nicht immer ist ein Gutschein aus dem Media Markt wirklich angebracht, und zeugt meist nur von der eigenen Einfallslosigkeit. Zwei positive Beispiele:
* Eine Gutschrift aus dem Tabakladen (zwecks Pfeifenbefüllung - für Leute über 30 quasi immer gut und richtig), selbst wenn diese eigentlich keine Gutscheine bereithält (Schußwaffe als Überzeugungshilfe nicht vergessen).
* Ein Deckel mit Guthaben in der regelmäßig frequentierten Kneipe. Prost!

In der heutigen Zeit geht es für alle Leute ab 16 nur noch um Jobs, Jobs, Jobs, und um Arbeit. In Abwesenheit von beidem darf auch gerne eine Stellenausschreibung verschenkt werden (in Form einer selbstgebastelten Postkarte beispielsweise), auf die sich die beschenkte Person dann bewerben muß, ja muß. Es ist darauf zu achten, daß die Anforderungen passen, wie in meinem Fall. Diese Stellenanzeige der jungen Welt paßt auf mich wie Faust auf Milz:
"Erfahrung in Büroorganisation bzw. im Umgang mit moderner Bürotechnik"? Klaro - mein Arbeitszimmer räume ich alle zwei Jahre auf, und mit elektronischen Schreibmaschinen habe ich bereits gearbeitet.
"Eigenständiges Arbeiten, sicheres Auftreten"? Yes - ich mach, worauf ich Bock hab, du Drecksau.
"Flexibilität und die Bereitschaft, ein breites Aufgabenfeld zu übernehmen"? Jawoll - gelber Gurt in Tae-Kwon-Do, und breit muß ich wohl sein, um für die jW zu arbeiten.
"Erfahrungen im Umgang mit politischen Organisationen und Strukturen"? Logisch - siehe: diesen Blog.
Bewerbung geht heut' noch raus. Oder morgen.

Warum nicht einfach eine Verlinkung schenken? Ein vorauseilender virtueller Glückwunsch vom 3.1. erreichte mich ob der eigenen momentanen Internetträgheit erst gestern: dieser Eintrag auf Planet Hop listet GPM ganz weit oben in einer zufälligen Reihung lesenswerter Blogs, weitweit vor dem Roi. Huzzah!

Samstag, Dezember 09, 2006

Braindrain 06 - Antworten und Ergebnis

Langes Warten, kurze Antworten auf die Fragen des Braindrain 06:

1: "Parallelen überschneiden sich in der Unendlichkeit" - was sind die Voraussetzungen, die für die Richtigkeit dieser Aussage erfüllt sein müssen, und was folgt hieraus? Und überhaupt, aus diesen Fragen ableitend: in was für einem Universum leben wir eigentlich?
Das Universum selbst muß gekrümmt sein, damit Parallelen sich nähern und schließlich überschneiden. Die Krümmung muß positiv (elliptisch) sein, da sonst die Parallelen auseinanderdriften würden. Hieraus folgt, daß das Universum - ein nicht-euklidisches, positiv gekrümmter Raum, nicht unendlich wäre (im Gegensatz zu einem euklidischen oder einem nicht-euklidischen, jedoch negativ gekrümmten Raum). O.s.ä.

2: Was ist die am häufigsten verwendete Vorwahl in amerikanischen Filmen, und warum? Welche Leute ruft man damit an?
Wiki sagt's so.

3: Indiana Jones und der Letzte Kreuzzug: in welcher Sprache und bis wieviel soll der junge Indiana zählen? Und was macht er?
Er soll bis 100 auf Altgriechisch zählen. Aber er zählt auf modernem Griechisch (und nicht mal ansatzweise bis 100).

4:Google - woher stammt der Name? Wie würde man zig millillionen Google nennen?
Google kommt von Googol. Also wären zig millillionen Google ein Googleplex.

5: "Excelsior!" Wer beendete regelmäßig seine Texte mit diesem Wort?
Stan Lee.

6: "Get The 'F' Out!" Wer benutzte diesen Slogan, und warum?
Die WWE, da sie ihren Namen von WWF - World Wrestling Federation - ändern mußten, da der WWF - World Wildlife Fund - wenig begeistert war. Also: weg mit dem F.

7: Welcher Science Fiction Film war für die Schließung eines Studios verantwortlich? Welches Schreibgenie hatte an diesem Film mitgewerkelt? Nenne mindestens ein weiteres Projekt dieser Person, das gewaltig gescheitert ist.
In korrekter Reihenfolge: Titan A.E., Joss Whedon, Firefly.


Daniel gewinnt mit 8 von 15 Punkten, und darf nun selber braindrainen, was er hoffentlich auch macht.

Donnerstag, November 02, 2006

Selbst schuld, Bub.

Der Tag fängt ja toll an: Mußte mir berichten lassen, daß es da jemanden gibt, der Firefly geschaut hat, und nicht begeistert war (damit sind's bereits zwei Leute, die offensichtlich mit dem Bauchnabel fernsehen). Die Serie sei "ok, aber nicht großartig".

Nachdem ich mich zunächst aufführte, als wäre ich ein Streifenpolizist mit Tourette-Symptom, der seine Koprolalie im Kindergarten zelebriert, konnte ich mich schon zehn Minuten später wieder halbwegs klar artikulieren, und meine investigativen Nachtritte förderten zu- und untertage, daß die geschmacksverirrte und ahnungslose Person Firefly in der snychronisierten Fassung belauscht hatte. Göttin, laß' Hirn vom Himmel regnen, aber mach es vorher tonnenschwer.

Damit ich heute wieder normal mit Menschen kommunizieren kann ("normal" für meine Verhältnisse und andere Bekannte), muß ich erneut (?) auf die Unmöglichkeiten einer Synchronisation zu sprechen kommen.

Die Unmöglichkeit, eine (wenn auch nur ansatzweise) Western-Serie mit typischem Akzent (wo angebracht) ins Deutsche zu übersetzen. Die Unmöglichkeit, den Wortwitz einer Sprache in eine andere zu übersetzen. Die Unmöglichkeit, die (scheinbare) Authentizität einer Set-Aufnahme im Studio zu reproduzieren. Die Unmöglichkeit, die Stimmen von gut schauspielernden SchauspielerInnen zu ersetzen, so als wäre das Gesagte nicht Teil der performance. Die Unmöglichkeit, bei der Synchro das Input des Regisseurs oder der Regisseurin (also der Person, die für die dramatische und künstlerische Orchestrierung der Episode verantwortlich ist, und die sich über jede Nuance Gedanken gemacht hat) einzuholen. Die Unmöglichkeit, in Deutschland eine adäquate Synchro einer Genre-Serie zu erwarten.

Da konnte so viel schief gehen, daß es fast ein Wunder ist, daß die Serie "ok, aber nicht großartig" ist. Respektive kein Wunder, sondern vielmehr ein weiteres Zeugnis der Ahnungslosigkeit der urteilenden Person.

In klaren, hochprozentigen Worten: wer von Firefly (oder, aber das nur am Rande, Buffy) nur die synchronisierte Fassung kennt, hat Firefly noch nicht gesehen. Und maße sich gefälligst auch kein Urteil an - falls doch, dann bitte so, daß ich nichts davon erfahre (mein armes, schwaches Herz).

Samstag, September 09, 2006

Gotta catch 'em all

Über whedonesque.com zu lisawalks.com gelangt. Dabei handelt es sich um eine Fundraiser-Seite, wo von Promis signierte Teddies ersteigert werden können. Der Erlös geht an diese Stiftung. Nun gibt es derlei massig im WWW, warum also ausgerechnet dieses Projekt herausgreifen? Weil zur Zeit Buffy/Angel/Firefly-Bären vertickt werden? Nope. Weil die Sache mit den Bären toll und süß ist? Naaaah. Weil ich im Innersten meines blutigen Lappens aka Herz ein mitfühlender und wohlwollender Mensch bin? Nix da.
Warum also?

Einfach aus einem einzigen Grunde: damit ich dieses Bild von Neil Gaiman posten kann.
Wow.


So, ich muß weg. Muß nämlich was ersteigern. TTFN.

Donnerstag, Juli 13, 2006

247 Stunden ohne 'Net

Was nicht alles blogworthy wäre, wenn man mal ein paar Tage Auszeit vom WWW nimmt. Deshalb: hier eine kleine Übung in remote blogging. Das wird vermutlich (sprich: sicher) etwas "länglich" - bitte nicht persönlich nehmen. Aber da mußt du durch. Wenn's ein Trost ist: einfach den Text als zwei Dutzend Einträge vorstellen.

First things first, Klinsmann fhtagn. Was war das für eine Freude, als Italien kurz vor Ende der Verlängerung endlich das 1:0 erzielte. Beim anschließenden 2:0 hielt es uns verständlicherweise nicht mehr auf unseren Sitzen - steht auf, wenn Deutschland verloren hat. Aufstehen, und nix wie rüber zum italienischen Restaurant und Ramazotti bestellt (wo wir uns dann anhören mußten, daß das deutsche Team gut gespielt habe. Jo?). Doch dann wurde Toitschland doch noch Weltmeister, aber dazu später mehr (z.Zt. ist meine Laune noch viel zu gehoben).

Zweitens, überbordende Anglizismen sind zu entschuldigen, vielen Dank. Das kommt davon, wenn man zu viel Doctor Who und überhaupt alles Mögliche im O-Ton schaut. (Anglizismen, on the other hand, sind ohnehin the way to go, considering all those dorkheads von der "Reinhaltung-der-deutschen-Rasse, ups: Sprache"-front. Screw them. Hard.)


Ok, on with the text. Habe mich, mutig wie ich eigentlich nicht bin, einem Selbstversuch unterzogen: Buffy the Vampire Slayer - oder, wie die lokalisierte Fassung so eloquent genannt wird, Buffy - Im Bann der Dämonen. Hatte eigentlich versucht, die Serie im Original zu schauen, aber das geht ja mal garnicht, die deutsche Lokalisierung ist weit pointierter und intelligenter.

Und so wird Göttin sei dank aus einem "I cannot believe that you are trying to Scully me!" ein "Ich glaub's einfach nicht, daß gerade Sie sich gegen Fakten sperren!". Haben wir noch mal Glück gehabt, diesen Verweis auf eine unbekannte Mystery-Serie hätte ohnehin niemand verstanden. Gleichfalls wird aus "Calm may work for Locutus of the Borg here, but I'm staying freaked out, and I intend to stay that way!" das sinnvollere "Ruhig bleiben kann vielleicht 'ne Mumie, aber ich bin nervös, und das wird sich auch nicht ändern." Danke, von mir und von all diesen Millionen pisaverneinender Teenage-Bücherwürmer in bad old Germany.

Aber nicht nur überflüssige popkulturelle Querverweise wurden getilgt. Beispiel:

Willow: "Ihre Mom ist eine echte..."
Buffy: "... Superfrau?"
Willow: "In der Art, ja."


Witty dialogue, perfect delivery, funny as can be. Nun, zum Vergleich, die alberne Originalfassung:

Willow: "Her Mom's kinda..."
Buffy: "... Nazi-like?"
Willow: "Heil."


Das soll witzig sein? Uh...

Ernsthaft: Wer von Buffy nur die deutsche Fassung kennt, sollte die Serie mal gucken, wie sie eigentlich gedacht war - um festzustellen, daß sie komplett anders (oder zumindest (noch?) besser) ist. So reiht Buffy sich ein in die Serie der durch die Synchro vergewaltigten Shows (Firefly, Futurama, ...).
Klar, "Heil" darf man im deutschen Fernsehen nicht sagen (es sei denn, es folgt ein "Dir"). "Nazi" auch nicht, die gab's ja nicht.


Unkomische, aber wortreiche Anekdote am Rande: in Civilization 4 wird folgender Spruch von Sean Connery vorgelesen, sobald man die "Technologie" Faschismus erforscht hat: "The great masses of the people more easily fall victim to a big lie than to a small one." Laut englischer Version ist diese Aussage von Adolf Hitler. In der deutschen Fassung wird sie einem "deutschen Diktator" zugesprochen. Hitler darf man also auch nicht sagen (seine "Weisheiten" aber schon) - vielleicht wäre es gegangen, wenn man Guido Knopp als deutschen Sprecher gewonnen hätte. Oder hoffen die deutschen ÜbersetzerInnen, die tumben ComputerspielerInnen könnten denken, der Satz wäre von Erich Honeker? Aber, um Buffy zu zitieren: At this point you're abusing sarcasm.


Wo waren wir? Ah - Buffy. So, for your desktop convenience: ein Buffy-Wallpaper. Oh, und bevor Mißverständnisse aufkommen: Firefly's still my favorite. Aber Buffy hat einen entscheidenden Vorzug im Vergleich zu Joss Whedons Meisterstück: mehrere Staffeln.


Apropos großartige deutsche Texte, hier eine kleine Kotzprobe:

Komm spüre meinen Frust
Hab Dynamit um die Brust
Und steh auf dem Dom - geh an den Rand
Und springe. Ich hab den Zünder in der Hand.

Ihr seht mich sterben
Jeder soll jetzt ein Stück erben
Denn ich explodiere
Und ihr kriegt das Geschmiere.

Mein Hirn in Stücken an der Wand
Mein Blut an deiner Hand
Meine Hand in deiner Nase
Keine Asche, keine Vase.

Ihr müßt kotzen
Trotzdem wollt ihr alle glotzen
Ich steh in der Zeitung, das ist gut
Und ihr suhlt in meinem Blut.


Oh, keine Angst, der Text ist nicht von mir. Und, vielleicht ist Angst doch angebracht, es ist nicht der beunruhigenste Text, den der Urheber je verfaßt hat (da war noch was in Richtung "Mutter laß mich wieder rein in deinen Unterleib", aber genug davon).

Jedenfalls ist es lustig und erbauend, daß meine erste Band, damals, im letzten Jahrhundert, tatsächlich in Erwägung gezogen hatte, den Kram auch zu vertonen - was, von irreparablen Schäden am eigenen Verstand mal abgesehen, eine musikalische Herausforderung war. Jedenfalls hat es letzten Endes doch nichts gegeben: niemand aus der Band hat sich getraut, das auch zu singen. Und wer könnte das? Höchstens William fucking Shatner. Trotzdem: keine Asche, keine Vase? Pure genius.


Wo wir gerade bei großartigen Dingen sind, wie schaut's mit alten Gesichtern auf Kölsch-Stangen aus? Whoa, wunderlos und preisbar (kostenlos).
Schon mal aufgefallen, wie die Leute auf Dörfern (bspsw. das Gesicht auf dem Glas) gerne "kein bischen leise" sind? So als, hmmm, hätten sie was zu sagen? Nuja, das haben sie ja auch - vielleicht -, aber dabei geht's wohl nicht um Worte formen, sondern Krach schlagen. Selbiges machen jedoch nicht die Alten, sondern das Jungvolk, und zwar mit Gaspedal und offenem Fenster: umpf-umpf-umpf-quiiiiietsch-umpf-umpf... 19 und kein bischen leise, Glückwunsch.


Aber zurück zum TV. Das Land der Heimatfilme und Arztserien wirkt von Moment zu Moment trostloser.
Ist es denn kein Wunder, daß die Snychro gerade von so vielen als "Sci-Fi" oder Schlimmerem charakterisierten Serien verhunzt sind, wenn das Land der Dichter und Nochdichteren selbiges Genre als minderwertig erachtet. Zugegeben, es gab einmal die Raumpatrouille Orion, aber deren Existenz kann sich wohl niemand erklären.
Fakt bleibt, derartige Shows werden hierzulande nicht Ernst genommen - zumindest von den Fernsehmachenden. Und wie könnte es auch anders sein, sind doch Serien aus Deutschland immer und ausschließlich eindimensional (inklusive der Raumpatrouille): Krimis ohne Thrill, Thrill ohne Drama, Drama ohne Humor, Humor ohne Verstand... you get the idea.
Stellen wir also fest: das deutsche Fernsehen weiß so wenig, was gutes Fernsehen ist, wie die Prisma eine Vorstellung von einem... nun, Prisma hat.


Wohingegegen selbstredend und unüberschaubar jedes Fernsehprogramm das Publikum bekommt, welches es verdient, und dieses verdient das schlimmste. Im und vor'm Fußball treffen sich alle wieder, Gehirn ist an der Garderobe abzugeben. "Ihr seid unsere Weltmeister", behauptet die BamS. Was natürlich bedeuten soll: ihr seid Deutschland, wir auch, ergo seid ihr wir, und somit sind wir Weltmeister. Wir, Deutschland. Desweiteren sind wir mittlerweile nicht nur Deutschland, sondern auch Shub-Jürgens - um diese Behauptung zu unterfüttern, lagen der BamS DIY-Klinsi-Masken zum anspucken, Entschuldigung: ausschneiden bei. Danke, BamS, im Namen aller Jürgens.

Das 3:1 hätte uns erspart bleiben müssen - das Spiel um den dritten Platz war aus der "Not" heraus nie wichtiger und größer als heuer. Sogar so wichtig und groß, daß das Finale nicht mehr die Bohne interessierte - wer ist eigentlich Nebenweltmeister geworden? Ah, jetzt weiß ich's wieder: Italien oder Frankreich.


Zurück zur BamS. In jener gibt "BamS-Autor Helmut Böger" Antwort auf die Frage "Nach der WM: Was tun mit den Deutschland-Fahnen?"
Nun, mir würde schon was einfallen, aber wägen wir zunächst die Vorschläge von "BamS-Autor Helmut Böger" ab:
"Man könnte die Flaggen..."

"... bis zur nächsten EM, WM oder zum Auseinanderbrechen der großen Koalition aufbewahren."
EM und WM leuchtet mir ein. Aber was hilft der Flaggenfetzen beim "Auseinanderbrechen der großen Koalition"? Ehrlich, "BamS-Autor Helmut Böger", du bist mir ein Rätsel. Zum Glück.

"... mit in Urlaub nehmen und damit Liegen reservieren, ein ewiger, fairer, sportlicher Wettkampf zwischen Briten und Deutschen."
Yo, krauts, do that. Ich freu' mich schon auf die Reaktion der englischen Touris. Diese werden sich sicherlich an den anderen sportlichen Wettkampf zwischen Briten und Deutschen erinnern: den Battle of Britain.

"... beim Besuch von US-Präsident George W. Bush in Meck-Pom schwenken."
Meck-Pom - klingt fast wie Pommes beim Mäckes. Aber, tolles Szenario. Wirklich, was für eine urdeutsche und antiamerikanische Idee, lovely. Kudos, Bams-Bams Böger. Oder war's ein Anflug von antifaschistischen Ambitionen, um in "Meck-Pom" die Deutschland- als Ersatz für die Reichskriegsflagge einzuführen?

"... in die Kiste mit dem Weihnachtsschmuck packen und sich 2006 einen schwarz-rot-goldenen Christbaum gönnen."
Und nicht die Kerzen vergessen, bitte.

"... zu Tischsets verarbeiten und Freunde aus Italien zum Labskaus- oder Leberkäs-Essen einladen."
Als wenn es nicht reichen würde, die italienischen Verräter, uh: Freunde, optisch zu foltern. Ehrlich, Birne Böger, da hat wohl jemand den Beruf verfehlt - und Jobs als Folterknecht sind ja wieder en vogue. Dem italienischen Gaumen, der die wohl beste Küche der Welt gewöhnt ist, etwas derart unzulängliches vorzusetzen wie deutsche Cuisine ist widerwärtig.

"... als Sonnenschutz verwenden, falls das schöne Wetter anhält."
Und so versuchen, das Wetter zu ändern?

"... zu Minibikinis umnähen, weil wir eh kaum etwas zu verbergen haben."
You wish, geezer. Und überhaupt, "BamS-Autor Helmut Böger": "wir"? Also auch du, "BamS-Autor Helmut Böger"? Urgh. (Und "kaum etwas"? Hey, Böger-Man, feeling kinda euphemistic?)

"... zu Patriotenkrawatten umarbeiten, an deren Innenseite sich der Text des Deutschlandliedes - nur dritte Strophe! - für unvorhergesehene patriotische Momente im Leben befestigen läßt."
Nur die dritte? Oh, c'mon, "BamS-Autor Helmut Böger", das geht auch besser. Aber "Patriotenkrawatten" sind heuer ja all the rage im Führerbunker.

"... einfach am Auto dranlassen und mal schauen, wie lange sie halten. Anschließend über die mangelnde Qualität meckern."
Und wem die Qualität nicht paßt kann gerne auswandern.

"... als Bucheinband für die im Herbst erscheinenden Erinnerungen von Altbundeskanzler Gerhard Schröder verwenden."
War Schröder laut Bild und BamS nicht der Antichrist? Würde die Flagge demnach nicht Feuer fangen? ... So gesehen: gute Idee.

"... an Belgier verkaufen, mit dem Rat, sie verkehrtrum aufzuhängen."
Wie dumm, "BamS-Autor Helmut Böger", kann man sein? Oder sind's die dummen Belgier, Helmi?

"... beim Protest vorm Kanzleramt gegen die dreiste Steuererhöhung schwenken. Dazu den bewährten Satz rufen: "Wir sind das Volk!""
Aber erstmal das Ende der WM abwarten, versteht sich. Während Phasen des nationaldumpfbackigen Größenwahns ist anderes egal oder viertrangig. Wer anders denkt ist Nestbeschmutzer.

Im Großen und Ganzen empfiehlt uns "BamS-Autor Helmut Böger" also, herumhängende Flaggen zu zerschnippeln. Way to go, Bögi! Und weit kreativer, als mein Vorschlag gewesen wäre.


Doch direkt nach der WM hängen die deutschen Fahnen wieder auf Halbmast (oh, nicht die Fahnen an Privathäusern und Autos - der Pöbel ist viel zu thick, um sich von ihrem auf die Oberfläche erbrochenen Patriotismus ablenken zu lassen; das konnte selbst das Ende der WM nicht bewerkstelligen - ich meine die mentalen Fahnen in den Hohlbirnen der deutschen Journaille), ist doch ein großer Deutscher verstorben: Rudi Carrell. Wurde gerade noch der achzigste Geburtstag eines anderen großen Deutschen (Peter Alexander) gefeiert... naja, wenigstens hat Carrell mit der Abgabe des metaphorischen Löffels gewartet, bis Deutschland das wahre Endspiel bestritten hatte. Über die Toten nur Gutes, oder so, deshalb: mit Rudi Carrell geht ein großer Batzen des Niveaus im deutschen Fernsehen. Und das ist nichts als die Wahrheit.


Dann war da noch Mrs. und Mr. Lidl, denen wir den "Klappstuhl Deutschland" zu verdanken haben. Vierte Reihe links, direkt hinter dem "Klappspaten Deutschland", dem "Eimer Deutschland", und dem "Lappen Deutschland".

So, okay, die "Jungs" sind nur Dritte geworden, und nicht wie von der/den SS versprochen Weltmeister (it's a fact, Bild, BamS und SuperSonntag - get over it), aber muß man deswegen gleich persönlich werden. Oh, was? SS versprach den Titel für "54, 74, 90, 2010"? Klar, klingt als Refrain auch besser - also kein Grund für Beleidigungen.

Und wenn 2010 auch nicht klappt, wie wäre es mit "54, 74, 90, 2038"?


Andererseits, nicht alles ist hoffnungslos in Pisaland, dank einer eindrucksvollen Demonstration der Unzulänglichkeiten des hierzulande reichlich beliebten Prinzips des "Lernen durch Schmerz". Neulich, bei einem der zahllosen Ein-Euro-Shops (bei welchem das moderne Sklaventum sich vergegenwärtigen muß, daß sie für jeden Schundartikel eine Stunde arbeiten müssen): bei Toreschluß beginnt die Belegschaft, die hohen Rollwagen vor dem Laden in selbigen zu rollen. Problem: Rollwagen plus Preisschild ("1 €", huh) sind höher als der Türrahmen. Resultat: ein Preisschild auf den Kopf der Verkäuferin. Reaktion: erschrockenes "Aua". Ok, kann passieren. The show must go on. Also, zweites Rolldingens, wieder mit Preisschild obenauf. An der Tür: erschrockenes "Aua". Und das, wirklich, war sehr, sehr bewundernswert.


Zum Abschluß eine kleine Sensation - wir haben eine neue Nummer Eins auf den Käse-Charts! Verabschieden müssen wir uns vom Butterkäse, aber das ist ein Verlust, den wir verkraften können, huh? Zudem wurde Leberkäse disqualifiziert (dank an BamSi-Helmi - ohne dich hätten wir diesen Betrug nie aufgedeckt!).

5. Schmierkäse (auf Toast)
4. Gorgonzola (auf Pizza)
3. Alter Gouda
2. Parmesan
1. Maasdammer

Herzlichen Glückwunsch, Mister M. Tah-tah.


P.S: Too long. Didn't read.