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Dienstag, August 14, 2007

Wenn meiner einer reisen tut

Wie in einem tagebuchartigen Blog wie diesem hier, wo aller persönlichen Angelegenheiten wie Steuererklärung, Harnleiterentzündungen und Vaterschaftsklagen in gebührend sachlichem Ton an die gespannt zitternde Öffentlichkeit gereicht werden, darf ein Urlaubsbericht natürlich leider nicht fehlen. So bleibt niemandem etwas erspart, also los (Zeit ist Zeit, und Geld ist Geld).

Ziel der Reise war die griechische Insel Rhodos, was übersetzt so viel heißt wie "Eiland der pellenden Häute". Kaum dort aufgeschlagen, wurden wir von einem freundlichen Busfahrer zu unserem Hotel mit Seeblick verfrachtet: eine landadelskleine Hazienda mit Meerblick. Hui.

Bei Freigang durften wir gar ins benachbarte Hotel, aber dieses/jenes war kein Zuckerschlecken. Denn jedweder Zucker hätte sich bei dergestaltiger Luft- und Bodenfeuchtigkeit sofort aufgelöst. Der hat's gut, der Zucker. Im Bild: eine unschöne Pfütze nebst Unkraut hinterm Foyer-Sofa. Bis zu unserem Abflug hielt es niemand für nötig, einen Wischlappen auch nur in die Nähe des Nass zu führen. Unsere eigenen Bemühungen, den Fluten durch das Eintauchen kleiner Kinder Herr (und Dame) zu werden, scheiterten kläglich.

In der Kochnische stand den mittelprächtig gelaunten Hotelgästen ("Flugzeuge zu laut" bzw. "Hotelbar zu leise") ein brandgefährlicher 486er nebst postmodernem Browser ("MidasWWW") zur freien Verfügung - eine ewig dicke Geldbörse vorausgesetzt: 8 Minuten 50 Cent. Oder, für Sparsame: 16 Minuten für 1 Euro. Gerne auch 32 Minuten für 2 Euro. Die Anweisungen hingegen waren alles andere als eindeutig (siehe Bildchen). Bei meinem ersten rhodischen Ausflug in die Internets wartete ich eine geschlagene Dreiviertelstunde, bis die Hotelleitung endlich genug gewartet hatte !!!!!

Ähnlich fatalistisch gab sich die Umgebung: halbfertige Häuser standen neben halbverfallenen, und waren nur an den Türen bzw. deren Abwesenheit voneinander zu unterscheiden. Wie uns die endlos freundlichen Einheimischen nur allzu häufig berichteten, wurde in eben diesem unserem postapokalyptischen Ferienort ("Tholos") der dritte Mad Max ("Jenseits der Donnerkuppel") gedreht. Im Bildhintergrund zu sehen: das eigens für Mel Gibson errichtete E-Werk.

Bei der Wanderung durch den Ort schauten wir voller Neid auf die anderen, einladenderen Hotels am Platze. Beispielsweise das überaus aparte Happy Days Hotel, welches schon beim Betreten seinem Namen alle Ehre machte. Der stets wohlgelaunte Portier Fonzarelli hatte für alle Gäste zwei erhobene Daumen übrig. Eeyyy!

Leider nicht mehr geöffnet: das mit dem Happy Days Hotel weder verwandte noch verschwägerte Happy Land. Dort fand am Eröffnungstag ein blut- und gedärmreiches Massaker statt. Nach drei weiteren Blutorgien mußte das Lokal geschlossen werden.

Das war's auch schon fast. Ansonsten gab es nur noch einheimisches Bier, importierten Ouzo und winzig kleine Pitta Gyros, die, weil die Einheimischen von griechischer Küche leider keinerlei Ahnung haben, konsequent Gyros Pitta genannt wird.
Aber zum Glück besitzt fast jede Speisekarte diesen hochnotüberfälligen Hinweis. So kamen wir aus dem Schreiben nicht mehr raus, und können nun mit beinahe muttersprachiger Zunge auf Griechisch fluchen.
εις υγείαν!

Dienstag, Juni 26, 2007

Das Laub vor lauter Blättern sehen

Wir haben es schon lange geahnt: Roibaudouin ist ein Hippie. Der Beweis - in Form eines lust'gen Rätsels - findet sich im aktuellen Beitrag.
roibaudouin macht......ja was denn nun? sie werden es schon erraten!

Und wir raten und sehen: roibaudouin macht U(h)rwald. Viel Spaß beim Bepflanzen.

Sonntag, Oktober 08, 2006

Mit Essen spielt man nicht

Sehnig sind die Geister aus Armenien, und so steht wieder die SPIEL 06 in Essen vor der Tür - sozusagen Essen auf Rädern, doch in Wahrheit muß man zur SPIEL, und nicht umgekehrt. Oder aber man läßt es, logisch.

Die geneigten oder gebeugten Lesenden, welche nur für's Lumpengezeter zum ever evolving behemoth of a blog named Greasepaint Mustache brettern (aka surfen), muß vielleicht kurz erläutert werden, worum es sich bei der SPIEL in Essen handelt. Also und ergo: los geht's...

Einmal pro Jahr treffen sich alle Elfen und Vampire aus Deutschland, um sich gegenseitig ihr neuestes Rüschenhemd (weiß für Elfen, schwarz oder rot für Vampire) unter die Löffel respektive Hauer zu reiben.
Hinzu gesellen sich alle Janosch-PädagogInnen, die nicht nur Bauklötze staunen, sondern auch kaufen wollen. Selbiges Verlangen treibt auch alle gescheiterten Spiele-EntwicklerInnen nach Essen, die Plastik- oder Holzpömpel für ihre unspielbaren Spiele benötigen.
Da ansonsten noch Platz zum Atmen bleiben würde, werden die Hallen aufgefüllt durch Großfamilien, die anschaulich demonstrieren wollen, daß Spiele nun wirklich Kinderkram sind.
Zum Ärgernis aller tummeln sich dann auch noch Horden von pubertierenden, comic-sammelnden Mittdreißigern in den heiligen Messehallen, die dort beim besten Willen nichts verloren haben.

Kurz und gut, ein einmaliges Vergnügen. Quasi Ostern und Weihnachten in einem, nur ohne pucklige Verwandschaft. Anmeldungen für dieses Event vom 19. (DO) bis 22. (SO) Oktober werden jetzt entgegengenommen - wer ist dabei, und an welchen Tagen?

Jodelnd Ihnen Ihr
Julius Firefly, gescheiterter Spiele-Entwickler und pubertierender, comic-sammelnder Mittdreißiger.

Donnerstag, August 10, 2006

Going Public (NodB 2)

Ein kleines Schmankerl aus Oooosteeendeh hatte ich noch vergessen:

Es begab sich in der wunderschönen (ich benutze den Ausdruck hier im weitesten Sinne) Stadt (ditto) Knokke, die nicht nur die höchsten Preise der Region, sondern auch den apartesten Industriestrand vorweisen kann, daß mir die brutale Realität der hektischen Neoliberalökonomie in aller Schärfe vor Augen und andere Körperteile geführt wurde...

Ladies und Gentlemen, das Open-Air-Pissoir:


Danke dafür, knorkes Knokke. Besonderen Dank für den Hinweis, daß dieses Pinkelding für Männer gedacht ist.
Und auch danke für diese Zebrastreifen.

Dienstag, August 01, 2006

Neues aus dem Block

Wo war ich? Ah, im Urlaub...

Von daher: erste Eindrücke und Abgänge:

In Oosteendee gibt es vielerlei Klamottenklitschen: H&M, C&A, M&S, L&L, S&M, & s.w.
Aber das war nicht mein Belang, reichte mir doch mehr das belgische savoir vivre.
Kaum angekommen und ausgestiegen, mahnte mich meine in Belgien angewachsene Reisebegleiterin: "An die Zebrastreifen hält sich hier niemand."
Als ich sie zwei Tage später darauf aufmerksam machte, daß sehr wohl fast jegliches Auto für uns und andere an den weißen Streifen auf der Straße anhält, entgegnete sie: "Die Leute in Belgien sind halt nett."
So ist er also, "der Belgier": anarchisch, wohlwollend, und irgendwie schizo.

Gleiches gilt für die Kinofilme, die, so sie im Original in Englisch sind, gleich doppelt untertitelt ab- und vorgeführt werden. So verkommt das Filmgucken zum Groschenroman (erst recht, wenn in den betrachteten Streifen Supermänner und Piraten die Hauptrolle spülen).

Den brutalstliberalen Niederlanden muß das fulminant lokalpatriotische Vlaanderen einiges an Abgrenzung entgegenschlagen (um bei der sicherlich nicht allzu fernen Abspaltung von Belgien nicht gerade dort einverleibt oder gar einverlaibt zu werden): Verbote.
Die Zahl der untersagten Handlungen im städtischen Schwimmbad ist derartig gigantisch, daß erstens eher in diesen als im Wasser geschwommen wird, und zweitens als einzige Tätigkeit nur das Stehen im feuchten Nass übrigbleibt - ungeachtet der Schwierigkeit, überhaupt dort hinzugelangen.
Einzige Lösung: abwarten, bis die wachsamen Augenpaare der in Legionsstärke angetretenen BademeisterInnen von entsprechend schwerwiegenden Vergehen (Da! Ein Kuß!) abgelenkt werden. Ist man dann im Wasser, wird man zwar argwöhnig beäugt (ob der theoretischen Unmöglichkeit des Ins-Wasser-gelangens), aber beweisen können die protofaschistischen Schwimmwachen nichts.
Auch und insbesondere untersagt ist die Benutzung der Röhrenrutsche, endet diese doch in einer beeindruckenden Leistung belgischer Ingenieurskunst im Nichts - da hat selbst die Badpolizei Sinnvolleres zu tun, als suizidgefährdete Kleinkinder vom Freirutschtod abzuhalten.

Der Euro jedenfalls scheint erst gestern eingeführt - unter fast jedem Europreis ist sein BEF-Äquivalent angegeben. Wie rückschrittlich kann eine Region sein - so ist dem Pöbel jedenfalls nicht einzureden, daß Preis vorm Euro gleich Preis nachm Euro ist. Kein Wunder, daß sich die Leute hier nur kurze Hosen und Flip-Flops leisten, und oft noch nicht einmal ein T-Shirt.

Die Tram fährt auf die Minute pünktlich, was ebenfalls allen in anderen westeuropäischen Landstrichen erpropten Gepflogenheiten widerspricht. Surrealistischer Horror eben.

Ich will hier weg. Und, oh, das bin ich.

Montag, Juli 24, 2006

Zu früh geparct.

Eins noch, bevor ich wieder gehe, respektive: fahre, also: weg...

Wir, d.h. nicht nur ich, waren im Center Parc. Zum Pokern, versteht sich. Aber auch andere Unaktivitäten waren angesagt, wie beispielsweise nicht schwimmen.

Gut, daß die Gulakleitung uns vom Eintauchen in das schmalzige Brackwasser (aka Mückenzuchtanlage) abgehalten hat. Doch andere ZeitgenossInnen wollten oder konnten offenbar nicht lesen.

Waren wir gerade noch in De Eemhof (NL), zieht es uns ab morgen nach Oostende (B). Ein Hoch auf den wahren Weltmeister; ein Hoch auf den Nichtqualifikanten des Jahres.

(Peehess: Auch wenn der fälschlichst geschriebene Ortsname es vermuten ließe, liegt Oostende nicht in den Niederlanden. Echt wahr.)

Samstag, Juni 17, 2006

Kurzurlaub

Gleich um 15.43h geht's Richtung Italien. Bus bis Bahnhof, Fahrt bis Köln, dann nach zweimaligem Umsteigen Ankunft in Riccione um 8h am Sonntag.

Und das beste: es dauert nicht lang. Zusammen mit meinem Vater holen wir seinen Bruder / meinen Onkel ab. Erhoffte Ankunft in Aachen: Sonntag, 23h. Oder es läuft nicht alles nach Plan, dann wird's Montag, Dienstag, Mittwoch...

Ich weiß noch nicht einmal genau, was los ist. Mein Onkel ißt angeblich seit mehreren Tagen nichts mehr, und spricht auch mit niemandem. Uh. Was freu' ich mich auf die Rückfahrt...