Mittwoch, Dezember 27, 2006

Hauptsache: Religion

Wo wir gerade bei Religion sind... Spiegel Online, wie üblich die Speerspitze des investigativkreativen Journalismus, meißelt angesichts der bevorstehenden Hinrichtung Saddam Husseins folgendes in die Datenautobahn:
Im Irak sehen viele der Exekution mit Spannung entgegen. Hunderte bewerben sich als Henker. Offiziell gebe es keinen Henker, die Regierung habe eine solche Position auch nicht ausgeschrieben, sagte ein Berater von Ministerpräsident Nuri al-Maliki dem US-Fernsehsender ABC. Den Angaben zufolge gehörten die Interessenten für das Amt des Henkers allen drei großen Religionsgemeinschaften - Sunniten, Schiiten und Kurden - und allen ethnischen Gruppierungen an.
Die Religionsgemeinschaft der Kurden, sehr lustig. Wie kommt sowas auf sowas?

Die jW hat zum Thema Religion auch etwas mitzuteilen. Unter der süffisant gewählten Überschrift "Ein neuer Krieg der USA" meinungsmacht es dort:
Äthiopien ist seit langem der Hauptverbündete der USA in der Region. Seit 2002 hat das von christlichen Politikern autoritär regierte Land, dessen Bevölkerung zur Hälfte moslemisch ist, im Zuge des »Kriegs gegen den Terror« verstärkt amerikanische Militärhilfe bekommen.
Vergleiche zur "demokratisch gewählten Hamas" sind zu unterlassen, bittesehr. Wie strunzdick das anti-imperialistische Weltbild der nationalen Sozialisten doch gestrickt ist.

Kommentare:

  1. Dass Hussein ausgerechnet jetzt gehängt wurde, ist eine klare Geste: Der moslimische Festtag soll verdorben werden. Ob das aber so klug war... So wird Hussein erst recht zum Märtyrer. Den Arabischen Emiraten, Ägypten usw., die ja eigentlich US-freundlich sind, dürfte diese Geste sehr verärgert haben.

    AntwortenLöschen
  2. Festtage, Plural.
    Daß die Schiiten die (Quasi-) Regierung im Irak stellen tut der muslimischen Befindlichkeit wohl keinen Abbruch.

    Ob die Überreste an Hungrige verteilt werden, wie es der Brauch verlangt, ist nicht bekannt.

    AntwortenLöschen