Dieser Blog drückt zwar die Meinung des Autors, nicht aber die der Lesenden aus. Falls doch, ist diese wieder manuell einzudrücken. Nicht für empfindliche Naturen. Ent- und Benutzung auf eigene Gefahr, und mindestens zweimal die Woche. Im übrigen, ich unterstehe nur einem Gericht, mir selbst, und das Urteil jedes anderen ist mir gleichgültig. There is no Sanity Clause.
Batman Begins - Christian Bale ist Gott. Umgehend nach diesem Film verbrannte ich meine Satanisten-Bibel und mein Necronomicon, und errichtete dem einen, dem wahren Batman, Christian Bale, einen Schrein. Messen jeden Sonntag um 9.30 und 11.00.
Was waren wir doch noch jung, damals, vor vier Jahren. Hätte mir nur jemand erzählt, wie viel Arbeit so eine Kirche macht.
Abschließend war folgendes festzuhalten:
Gott (Bale) ist übrigens 25 Tage jünger als ich. Wie er das wohl wieder gemacht hat? Das nennt man wohl Gottesbeweis.
Damals, als noch nicht der Atheismus um sich gegriffen hatte, konnte solch eine Behauptung noch länger als 15 Minuten stand halten. Heute? Machen wild gewordene Neo-Atheisten einem auch noch den letzten Rest Spaß am Gottesdienst zunichte. Denn was muss ich gerade, während ich an meiner Predigt für kommenden Sonntag sitze ("Bane und Ledger. Tage des Jüngsten Gerichts."), in den Internets finden? Das.
Das ist wohl ein Fall für die Vereinten Nationen. Sollte weder jener "Kermit Bale"-Artikel aus dem Netz verschwinden, noch die Blauhelme gen Livejournal marschieren, so kann ich für die Sicherheit der Westlichen Zivilisation nicht länger garantieren.
Liebe Gemeinde, am vergangenen Freitag (oder, nach europäischer Zeitrechnung, vermutlich eher am frühen Samstag) wurde der Welt endlich der fünft/zwölfte/finale Cylone enthüllt. Spoilers below.
Nachdem die Flotte in der letzten Folge die Erde gefunden und für Dreck befunden hat, benutzt Admiral Adama die letzte verbleibende Atomrakete, um die Erde wieder bewohnbar zu machen. Das war nur möglich, weil Baltar, immer noch von schlechtem Gewissen aufgrund seines Quasiverrats und der Vernichtung der zwölft (anderen) Kolonien geplagt, kurzerhand die Polarität der Bombe umkehrte - die Explosion der Bombe sog sämtliche überschüssige Radioaktivität auf, kanalisierte sie im Atompilz und schoss sie in den Weltraum. Der Rest der Folge war HBO-würdiges Rumgefrake zwecks Wiederbevölkerung - bis kurz vor Ende: "Three years later".
Wir sehen: Lee und Dee, das Traumpaar von der Pegasus, haben vier Kinder (zwei Zwillis) und werden von den anderen Überlebenden fortan "Adee und Evee" genannt. Selbst Roslin, dank Cylonen-Allianz vom Krebs geheilt, ist schwanger, und sie und der Admiral geben das Monarchenpärchen.
Starbuck, kürzlich von den Toten auferstanden, hat nun allabendlich Visionen von den Göttern, und fungiert als Orakel. Es ist nun klar, dass sie von den Göttern zurückgeschickt wurde, um ihre Bestimmung zu erfüllen: gute Unterhaltung für alle.
Nun, da uns die Twilight-Verfilmung mit voller Härte treffen wird, sollten wir uns ordentlichst auf dieses Non-Event vorbereiten.
Wer die Bücher nicht kennt (Willkommen im Club!), hier das Wichtigste in angebrachter Kürze (Quelle: io9.com hilft):
The Twilight book series is many things, but empowering it is not. The more you examine author Stephenie Meyer's themes, the more obvious it becomes that her books are a thinly-veiled religious screed against teen sex.
Edward makes Buffy's boyfriend Angel seem a cheerful fellow and her lover Spike's antics romantic by comparison.
Along the way, Edward increasingly takes away Bella's agency: he stalks her, watches her sleep at night, drives her everywhere, isolates her from family, limits her movements, and carries her off at the drop of a hat. While critics have mostly ignored the underlying misogyny, many web comments and reader reviews have mentioned that Edward's behavior evokes that of an abusive partner. Were he not a vampire, he would be in prison.
The narrative suggests that it is better to submit and sublimate yourself to a superior being than to be your own person. Having a will of one's own is not conducive to Meyer's brand of love and living. Only heterosexual relationships are explored, and (married!) sex is always a power play with painful consequences. Plus it is preferable to be a teenage mother above all else, even if it kills you.
Nicht nur, weil Vampire hier vergöttert statt vernichtet werden, sind Buch und Film sozusagen Anti-Buffy. Und die nächste Person, die meint, dass Twilight et. al. quasi Harry Potter für weibliche Teenager ist, darf sich schon mal warmlaufen.
Bevor mir wieder engstirnige Einseitigkeit vorgeworfen wird, hier ein durchaus positives Review des Films:
Warum hier wenig passiert? Weil die weite Welt des vloggings doch um einiges spannender ist als herkömmliche Blogs. Da werde ich dann auch gerne zum reinen Konsumenten (in Ermangelung einer vernünftigen Kamera - meine Webcam ist einfach zu popelig).
Anyways, ein Typ der zeigt, wie es richtig geht (auch wenn er dafür bezahlt wird, aber das ist ein anderes Thema) ist Penn Jillette, die sprechende Hälfte von Rebo and Zooty, Entschuldigung: Penn & Teller. Penn ist zwar bis zum Erbrechen liberal (ab und an bezeichnet er sich als "Anarcho-Kapitalisten"), aber im Gegensatz zu vielen seiner Artgenossen ist er zudem erstens witzig und zweitens immerhin konsequent.
Heute geht es wie so häufig um Religion, eines seiner Lieblingsthemen, schließlich ist Penn in brachialster Offenheit Atheist. Trotzdem ist er wie üblich mit dem Papst einer Meinung:
Weihnachten (oder "die Ferien", wie es in schlaueren Teilen der Welt heißt) ist ja fast vorüber, und Silvester / Neujahr steht an. Und wer könnte wohl verspätete Weihnachtsgrüße mit Querverweise auf Neujahr (im Titel) besser übermitteln, als der Antiverschwörungstheoretiker und all-around genius himself, MetaBob?!
Wer ihn nicht kennt: er gehört zur losen Gruppierung der YouTube-Atheisten (und liefert sich dort unregelmäßig Schlachten mit TheAmazingAtheist und Fakesagan, zwei dort bekanntere, aber auch rüdere Vertreter dieser Gruppe), hat das Drehbuch zu Night of the Living Dead 3D geschrieben, und hat einen gar köstlichen Humor. Klare Empfehlung für alle mit YT-Account: nix wie hin und auf "subscribe" geklickt!
Das waren mal wieder viel zu viele Worte um ein viel zu kurzes Video. Also genug davon, und Bühne frei für MetaBobs Grüße:
Ohne "Heilige" Bücher/Schriften geht nun mal gar nichts. Ob Bibel, Koran, Torah, Kapital, Herr der Ringe, Wir sind die Wahnsinnigen, egal: die Aufgabe, etwas Ordnung in diese Welt zu tragen, übernimmt das gedruckte Wort. Und bei Trilliarden heranwuchernder Blagen sind dies nun mal die einzigen Bücher, die sie jemals freiwillig gelesen haben - jene, deren Titel mit den Worten "Harry Potter und ..." beginnen.
Was ja auch nicht schändlich ist, verstehen Sie mich nicht falsch. Ich hätte schon längst eine Buchempfehlung in diese Richtung gemacht, wenn das nicht schon Stephen King, Salman Rushdie und ein, zwei andere übernommen hätten.
Nun fand ich aber gerade einen gar vorzüglichen Blog namens "Harry Potter and Torah blog". Und da gibt es einiges zu erfahren über den Zusammenhang der beiden Heiligen Schriften.
Beispiel: Avada Kedavra, was angeblich Hebräisch ist und auf Englisch so viel wie "I will destroy as I will speak" bedeutet. Neat.
Zugegeben, hauptsächlich ist dieser Blog ein PR-Vehikel zum Buchverkaufen. Und das Buch wiederum dient wohl hauptsächlich dazu, Kinder für die Torah zu begeistern. Hmmmm ... da muß man nicht vor Freude in die Hände klatschen. Trotzdem ist der Blog eine Reise wert, zumindest für Leute, die den Potter gelesen haben.
Ich scheine diese Talkshow-Highlight-Lowlife-Moments z.Zt. anzuziehen wie Staubsauger die Geschlechtsteile von dreißigjährigen Junggesellen. Und so war es nur folgerichtig, daß ich Nina Hagens Mimikri-Vorträge bei Maischberger ebenso mit ansehen mußte wie zuvor Eva Hermans Ex-und-Hop bei Kerner. Eigentlich stand ja Battlestar Galactica auf dem Plan, doch ich wollt' und wollt' nicht umschalten - die ein, zwei Minuten der Talkshow ließen auf Großes hoffen, und ich wurde nicht enttäuscht.
Die Pro-UFO-Seite war unterbesetzt, denn obwohl Nina Hagen für eine "Doku" recherchiert und nochmals recherchiert, geht es ihr nicht um die Existenz von Außerirdischen. Vielmehr ist ihr klar, daß in den Fällen von vermeintlichen UFO-Entführungen und Aliens-stecken-irgendwem-irgendwas-in-den-After nicht extraterrestrische Wesen ihre langen, grauen Finger im Spiel haben, sondern niemand geringeres als ... Satan himself (Tusch!).
"Aber der kann Mimikri machen. Der kann Gestalten verändern", so Hagen. Daß Bublath sich diesen religiösen Irrsinn nicht mehr länger geben wollte, ist mehr als verständlich (das scheinheilige Getue der Hagen, andere vorzuwerfen sie zu unterbrechen, während sie fast pausenlos den anderen ins Wort fiel, tat sicher seinen Teil). "Evil Alien is going home", so Hagen über Bublath.
"Wir haben jetzt den vernünftigen Menschen in dieser Runde verloren", meinte Maischberger nach dem Abgang, um nahtlos die Frau links neben sich zu fragen: "Darf ich sie mal kurz als vernünftiger Mensch in dieser Runde fragen ...". Die Ansprechpartnerin, so viel sollte dazu gesagt werden, redet regelmäßig mit Engeln. Antwort der Engelsflüsterin: sind ja alles erwachsene Menschen, und jeder hat so seine Erfahrungen gesammelt. Kurz: Anything goes.
Der "Skandal", so es einer war, war nicht die Hagen. Die tat, was von ihr erwartet wurde (esoterischen Dünnpfiff verzapfen). Schlimmer war Maischbergers Beschwörung der "vernünftigen Menschen", die wahlweise in Form von soeben abgetretenen Physikern oder als mit transzendentalen Kreaturen palavernde Bekloppte (mit einer zugegeben toleranten Einstellung - aber sie hat ja auch leicht reden, bei dem göttlichen Beistand) auftreten können. Und schlimmer war der Physiker/Psychologe, der die Wissenschaftsdefinition von Bublath nicht teilen mochte, und ein völlig unwissenschaftliches "Was man nicht widerlegen kann, kann man nicht verneinen" vertrat. Ein erneutes anything goes also. Flying Spaghetti Monster, ick hör dir trapsen.
Daß die Hagen den amerikanischen Plan von Mond- und Marsbasen (die sie natürlich von amerikansichen Übermenschen bewohnt sieht) umgehend mit dem Krieg im Irak in Verbindung bringt, bleibt eine Randnotiz. Der Frau ist ohnehin nicht mehr zu helfen. "Und Gott sei Dank leben wir in Zeiten des Internet und nich' im Mittelalter, wo der blöde Teufel sein Opfer genau so gefoltert und malträtiert hat wie heutzutage diese negativen »Außerirdischen«", widerspricht sich also selber und kommt trotzdem auf des Pudels Kern. Die "Ufo-Esoteriker" (Atomarer Erschlag) sind keine, sondern gänzlich ordinäre religiöse Quatschköppfe - da muß mein keine Analogien zwischen UFO-Kunde und organisierter oder beliebiger Religion ziehen, es ist, und das sehen diese Hohlfrüchte selber so, ein und dasselbe.
Alles in allem business as usual in Zeiten der religiösen Renaissance.
Die nicht gar so einfach zu findenden Videoschnippsel auf YouTube, bitte sehr:
PS: Wiederholung der Sendung ist am Samstag, den 3. November, um 23.30 Uhr auf 3sat.
Sie sei "eine tapfere Frau", die gegen das "öffentliche Geheul" anstimme, kündigte der Leiter des Kongresses, Alois Konstantin Fürst zu Löwenstein, die Gastrednerin an. In ihrer 40-minütigen Rede betonte Herman laut "Bild"-Zeitung die Wichtigkeit der Werte, die sie auch schon in ihren Büchern propagiert hatte: Liebe, Familie und Kinder.
So weit, so erwartbar harmonisch. Liebe, Familie und Kinder: tolltoll. Aber mit dieser Ansicht hat man es nicht leicht:
Vor den 700 Teilnehmern der Tagung äußerte sie sich auch zur öffentlichen Schelte, die sie in der Vergangenheit über sich ergehen lassen musste: "Letztes Jahr hatte ich bereits öffentlichen Gegenwind bekommen für diese Thesen bekommen, persönliche Beleidigungen waren keine Seltenheit. Alles, was nach Familie, Glück mit Ehepartnern und mit Kindern, nach dem Weiblichen, dem Männlichen und dem Muttersein klingt, wird in unserem Land auffallend schnell mit Nazi-Parolen in Zusammenhang gebracht", zitiert die "Bild"-Zeitung Herman.
Nur weil jemand meint, in der Nazi-Zeit sei einiges "sehr gut gewesen, zum Beispiel die Wertschätzung der Mutter", wird das gleich "mit Nazi-Parolen in Zusammenhang gebracht"? Sachen gibt's ...
Daß Herman sich nun die letzte Ölung bei den Katholen abholt, war folgerichtig. Und daß Bischof Mixa am Rande der Berichterstattung als keine Absage an Herman erteilende Person auftaucht, ist nur ehrlich. Ehrlich.
Jedenfalls schön zu beobachten, wie sich der abgergläubisch verbrämte Geist nur zu gerne bereit zeigt, aus Täterin Opfer stilisiert zu sehen, wenn diese nur die richtigen Knöpfe drückt: "Liebe, Familie und Kinder". Und Gott mit uns.
Doch Abus Artikelchen, welches mit "Kampagnenjournalismus: Aus den Hinterhöfen des Internets" pointenarm doch stilblütenreich treffend überunterschrieben ist, zeichnet den Verursacher des Fiaskos in erster Linie als beleidigte Kalbsleberwurst. So meint er beispielsweise zu wissen:
Die Etablierung privater Verfassungsschutzkreise ist heute im Netz eine effektive und einfache Maßnahme.
Und weiter, also ferner, also fernabvon:
Der hier dienende „Journalismus“ zeichnet sich auch durch die Anwendung einer alten Stasi-Technik aus: der Agitation mit Tatsachen. Man muss, um diese Artikel einzuordnen, sie nicht nur genau lesen, sondern auch Kenntnis haben, welche - oft relativierenden und ebenso bekannten - Tatsachen eben auch ganz bewusst weggelassen werden. Erkenntnistheoretisch können die meisten Artikel daher eine radikal subjektive Ausrichtung entsprechender Autoren nicht verbergen. In einigen Publikationen aus dem Urwald des linken Denkens ist auch die gute – besser: schlechte - alte deutsche Denunziation integrierter Bestandteil. Alle Ideologen gleichen sich ja immer auch in der Anwendung der Mittel an.
Er, Abu, wird denunziert. Getan hat er schließlich nichts, oder zumindest nicht mit Absicht. Wie gut er sich doch auskennt:
Der Vorwurf eines Antisemitismus wird in einschlägigen Kreisen immer auch gerne mit angeblich maßloser Kritik an Israel belegt.
So war es also zu verstehen, das üble Sprechen vom "gemeinsamen Feind" der Nazis und des Islam: als Kritik an Israel.
Die wahren Übeltäter sind mithin die Verbreiter des Videos:
Das taktische Lancieren des Amateurvideos auf YouTube, 14 Jahre später, garniert mit Aufforderungen zur Gewalt und Beleidigungen, sind ein ziemlich durchsichtiges Manöver. Eine Kampagne, die augenscheinlich allein den Zweck hat, zum passenden Zeitpunkt zu diskreditieren. Hierzu passt auch die bewusst kontextlose Deutung der Passage und die unverblümte Einordnung in die Tagespolitik auf Spiegel.de.
Was der Autor uns zu sagen versucht: auf den Kontext kommt es an. Wäre dieser beachtet worden, wäre das Bedauern über die nicht vollständige Vernichtung der Juden im NS auch richtig zu deuten gewesen.
Auch war Abu überzeugter Antifaschist:
In unserer Weimarer Zeit, die dem besagten Video folgte, haben wir uns dann de facto anti-faschistischen Aktionen gewidmet. Wir waren damals begeistert von der Idee, dass wir in einer kleinen Gemeinde im Osten nicht etwa ideologisch, sondern alltäglich praktisch und einfach als Muslime zusammenleben könnten. Dabei war uns klar, dass dies - wie es in der entsprechenden damaligen Broschüre ausdrücklich hieß - „im Rahmen der deutschen Gesetze“ geschehen sollte (dieser einschränkende Satz wird, obwohl mitten im zitierten Text, in entsprechenden Zitaten einer „Fachjournalistin“ übrigens immer bewusst weggelassen).
"De facto anti-faschistisch", weil "nicht etwa ideologisch, sondern alltäglich praktisch und einfach als Muslime zusammenleben". Das legt den Schluß nahe, daß der arme Abu unter ADHD (formerly known as ADD) leidet. Das würde so einiges erklären, rechtfertigt aber leider nichts.
Wie Abu den Titel des Artikels ("Antisemitismus und Islam schließen sich aus") im Text begründet, ist mithin schlüssig und gekonnt:
Anti-Semitismus und Islam schließen sich aus.
Fazit:
Die Sünden dieser Zeit bleiben also - mit Verlaub - recht überschaubar.
Und, dank dissidenz, nicht nur über-, sondern anschaubar. Mit Verlaub meinetwegen auch.
Da wird geheuchelt, was das Zeug hält. Rieger selber war nie Antisemit, und es sei ihm im Nachhinein auch nicht mehr klar, wie er sich zu solchen Äußerungen ("gemeinsamer Hauptfeind" der Nazis und des Islam, und die mangelnde Gründlichkeit der Nazis) hat hinreißen können. Für den Islamrat, dessen Mitglied Rieger ist, wäre ein einfaches "Sorry" genug.
Besondere Perle des Artikels:
In der Politik werden nun Konsequenzen für die Islamkonferenz der Bundesregierung gefordert: "Solange Herr Rieger noch beim Islamrat aktiv ist, darf die Organisation kein Dialogpartner sein", sagt Unionsfraktionsvize Wolfgang Bosbach SPIEGEL ONLINE. Bosbach sieht den Fall Rieger als Beleg für die Richtigkeit seiner Vorsicht im Umgang mit islamischen Organisationen: "Alles, was dort öffentlich gesagt wird, ist nicht so aufschlussreich wie das, was intern gesagt wird."
Da hat Bosbach sicher recht, auch wenn dies nicht nur für den Islamrat gilt, sondern auch für andere politische Glaubensbündnisse. CDU und Hohmann, anyone?
Bedenken wir dies, wenn Schäuble wie folgt zitiert wird:
"Wenn ich aber von vorneherein jeden ausschließe, der nicht hundertprozentig auf dem Boden des Grundgesetzes steht, dann kann ich es gleich lassen."
After being flagged by members of the YouTube community and reviewed by YouTube staff, the video below has been removed due to its inappropriate nature.
Das "Flaggen" von unliebsamen Videos ist eine beliebte Freizeitbeschäftigung der "Community" auf YouTube. Gerade religiöse "Members", ob christlich- oder islamisch-fundamentalistische, sind hierfür berüchtigt (siehe Nick Gisburne). Es wird alles markiert, was - in welcher Form auch immer - kritisch gegenüber dem eigenen Aberglauben ist. Das Abu-Fiasko-Video paßt da völlig ins Programm - nicht nur meine Version, sondern auch die Originalfassung sind von YouTube verschwunden.
Weiter heißt es in der eMail:
Please refer to our Terms of Use and the Community Guidelines for more information on what video material is not permitted on YouTube.
Ok, schauen wir mal nach ... nicht erlaubt sind:
* Pornography or sexually explicit content. * Videos showing dangerous or illegal acts, like animal abuse, drug abuse, or bomb making * Graphic or gratuitous violence. * Gross-out videos of accidents, dead bodies and stuff like that. * Hate speech which contains slurs or the malicious use of stereotypes intended to attack or demean a particular gender, sexual orientation, race, religion, or nationality.
Zudem ist das Copyright zu beachten. Und wahrlich, das Copyright ist im Abu-Fiasko mindestens umstritten. Beim "Flaggen" hat man die Wahl zwischen "Sexually explicit", "Mature content", "Graphic violence", "Hate speech" oder "Other Terms of Use violation". Unter diesen letzten Punkt fällt auch die Copyright-Verletzung, doch bei einem laienhaft abgefilmten Redebeitrag auf einer (öffentlichen?) Tagung wird es schwer - wie soll YouTube hier von Copyright-Verletzungen ausgehen können? (Zudem: soweit ich weiß, vergibt YouTube in diesem Fall umgehend Verwarnungen - bei dreien wird der Account gelöscht.)
Bleibt die "Hate Speech". Und, tatara, genau dies kann man Abu zur Last legen, wenn er die Ineffizienz des Holocaust beklagt.
Doch halt! Erstens hält sich der fiese Abu gekonnt zurück (nie sagt er "Juden", nie "Holocaust"), zweitens wird die Satire-Lizenz bemüht, um Abus Übersetzer Worte in den Mund zu legen, und drittens: huh?
Sei es wie es mag, YouTube war schon in der Vergangenheit allzu gerne bereit, die Forderungen religiösen pressure groups zu erfüllen. Vielleicht würden sie auch andersherum tätig - nur leider "flaggt" die "andere Seite" nicht so ausgiebig, und ist auch nicht so gut organisiert wie die Fundis (die private Gruppen auf YouTube unterhalten, wo sie sich gegenseitig dazu auffordern, bestimmte Videos zu "flaggen"). Ab und an passiert es zwar (Beispiel: GlennReb), doch bleibt dies die Ausnahme - und kann auch nicht die Lösung des Problems sein. Ansonsten gibt's bald nur noch Urlaubs- und Kindervideos auf YouTube.
„Wie d Türke hend au mir Deidsche in dr Geschichde scho ofd für oi guade Sache kämbfd, obwohl i zugebe muss, dess moi Großvädr bei unserem gmoisame Haubdfoid nedd ganz gründlich ware.“
Nun werden sich manche fragen, ob Abu denn angesichts dieses Kauderwelschgeseiers auch vernünftig übersetzt wurde. Die Antwort: ja. Aber schauen Sie selbst:
Zugegeben, auf der einen Seite geht es ums Enthauptung:
„Wenn ich diese Huren jemals treffen sollte, wäre es mir eine Ehre – ich wiederhole, wäre es mir eine Ehre –, der Erste zu sein, der Madonna und Britney Spears den Kopf abschneidet, sollten sie ihre satanistische Kultur, die gegen den Islam spricht, weiterhin verbreiten“, tat Muhammad Abdel-Al kund, ein Funktionär des palästinensischen Popular Resistance Committees (PRC), das in der Vergangenheit mehrfach für mörderische Anschläge auf Israel verantwortlich zeichnete. (Lizas Welt)
Auf der anderen Seite geht es um die Störung von Besinnlich- und Empfindlichkeiten:
Allerheiligen ist laut bayerischem Feiertagsgesetz ein sogenannter stiller Tag. Danach sind öffentliche Unterhaltungsveranstaltungen nur dann erlaubt, "wenn der diesen Tagen entsprechende ernste Charakter gewahrt ist". (sueddeutsche.de).
Engagement gegen die "Religion des Friedens" in allen Ehren. Und im Vergleich sind andere Religionen sicherlich eher zahnlose Tiger. Doch all zu gerne wird das Heil im Clash of Cultures in der heimischen Religion gesucht, und das ist eben: den Teufel mit dem Beelzebub austreiben. Der Papst will in diesen jenen Tagen mehr christliche Verantwortungsträger, und zeigt eindringlich, wozu. Und spricht da nicht der Neid der Besitzlosen? Würde die Katholische Kirche nicht gerne eine eigene Sharia durchsetzen (zugegeben: vermutlich ohne Enthauptungen), so sie nur könnte? Und ist das Begehren versus die MTV Awards in Gottes Heil'gem Hinterhof (Bayern) nicht ein behutsames Vortasten? Oder geht da der Satan mit mir durch?
Fragen unter Fragen. Worauf ich hinaus will: solange nicht Religion und Glauben zur reinen Privatsache gemacht wurde, haben wir ein Problem. Oder zwei.
Es ist diese Hilfe für Menschen, die sonst niemanden haben, die Mutter Teresa weltberühmt machte, deretwegen sie „Engel der Armen“ genannt und schon zu Lebzeiten wie eine Heilige verehrt wurde. Aber es gab immer auch scharfe Kritik an der charismatischen Katholikin. In Wahrheit wolle sie nur Menschen zum Christentum bekehren, warf man ihr vor. Und vor allem änderten sie und ihr Orden nichts an den Ursachen der Armut. Sie holten zwar Sterbende aus der Gosse, sorgten aber nicht dafür, dass niemand mehr in ein solches Elend abstürze. Beide Vorwürfe weist Schwester Nirmala, die Nachfolgerin Mutter Teresas, zurück. „Wir dienen den Ärmsten der Armen. Es spielt keine Rolle, welcher Religion sie angehören“, sagte sie kurz nach dem Tod der Ordensgründerin. „Unsere Rolle ist es, uns um Einzelne zu kümmern, um die, die durch die Maschen fallen, die Ausgestoßenen.“
Kritik an MT wird genannt, aber unvollständig bis verfälschend. "Sie holten zwar Sterbende aus der Gosse" - "zwar", schreibt die FAZ, und ließe man es weg wäre man bei einem viel schwerwiegenderen Kritikpunkt als MTs Missionierungsschwerpunkt.
Doch zunächst hierzu. Christopher Hitchens zitiert MT wie folgt: "I'm not a social worker. I don't do it for this reason. I do it for Christ. I do it for the church."
Hitchens stand auch Penn & Teller, den liberalen Fundamentalisten mit eigener Fernsehshow ("Bullshit!"), Rede und Antwort in der Sendung über zweifelhafte Heilige (neben MT auch Mahatma Gandhi und der Dalai Lama) - auf YouTube in Auszügen hier und hier zu begutachten (Penn: "Christoperh Hitchens is to the Catholic Church and Mother Teresa what Michael Moore is to a ham sandwich.").
Über "Bullshit!" darf man denken, was man will (nicht nur Gutes, hoffe ich), jedoch ist dies ein weiterer Beleg dafür, daß MT alles andere als unumstritten ist. Das mag anläßlich dieses Jubiläums unpassend sein, doch wer schon zugesteht, daß es Kritik gab und gibt, tut gut daran, diese nicht durch die Brille der Heiligenverehrung zu sehen. Kein Wort der FAZ über die desaströsen Zustände im Sterbehaus in Kalkutta, keine Silbe über die Verschleierung der Mittelverwendung (immerhin zwei- bis dreistellige Millionenbeträge pro Jahr).
Der Vorwurf, MT und ihre "Missionarinnen der Nächstenliebe" würden nichts an den Ursachen der Armut ändern, ist ohnehin eine Scheinkritik. Ist dies nicht Usus bei der katholischen Kirche? Da könnte man genau so gut MTs Kirchenzugehörigkeit kritisieren.
Alles in allem ein maues Lüftchen von einem Artikel. Und die FAZ steht nicht alleine - ein weiteres Armutszeugnis für die deutsche Journaille. Vielleicht ist es an der Zeit, sie nach Kalkutta zu schicken.
Das folgende Bildchen ist all jenen Theologen gewidmet, die ich am vergangenen Samstag mit eben jener Bibelstelle beglücken konnte, deren Existenz trotz der allgemein größeren Bekanntheit des NT gegenüber des AT allen Experten vorher nicht bekannt war:
Um mich dem aktuellen Trend des Postens von willkürlichen / zufälligen Videos entgegenzustellen, hier eine Miniserie (2 Teile, huh) des Angry Video Game Nerds: Christmas Video Game Massacre. Und diese zwei Filme haben wirklich alles, worum es in diesem Blog in schöner Regelmäßigkeit geht: Schimpfworte, Bibelblödsinn, Videospiele, Nazis wegpusten. Also los.
Teil 1: "Noah is so goddamn strong he puts the Hulk to shame." / "Moses' mom carrying Baby Moses carrying a block of cheese carrying a guy carrying a spear."
Teil 2: "If it's a Bible game why do you blow a snowman's head off?" / "Instead of shooting Nazis you're shooting goats."
Via Atomarem Erstschlag (not a death threat) zur Aktion Kinder in Gefahr gelangt. Wer hoffte, daß es sich hierbei um eine TV-Show, bei der Blagen über Abgründe springen und aus Kanonen geschossen werden, liegt leider, leider falsch. Vielmehr geht es mal wieder ums Wohl der Kinder - diesmal sollen sie jedoch nicht indoktriniert, sondern vor allerlei weltlichem Unbill geschützt werden.
Kinder in Gefahr ist eine Aktion der DVCK e.V. (Deutsche Vereinigung für eine Christliche Kultur). Nennen wir diese Vereinigung der Einfachheit halber "Duck", 'k?
Und wovor sollen die kleinen Scheißerchen geschützt werden? Vor der Welt, na klar, ist doch schließlich ein Jammertal. Voll mit Sex und Gewalt, und leider nicht voller christlicher Symbole.
Da läuft der Hase lang (als hätte man ihn nicht schon längst gerochen): homophobe, sektiererische Fundi-Christen nutzen den Aufhänger "Kinderschutz" für ihre weltfremde Glaubenspropaganda. Es geht Duck um nichts anderes als eine (Re-) Christianisierung der Gesellschaft. Willkommen im 14. Jahrhundert.
Doch was sollen ähnlich gepolte Fundi-Christen nun tun, außer sinnbefreite Online-Petitionen zu unterschreiben? "Protestieren lohnt sich!", schreien die besorgten Kulturchristen. Und meinen damit:
Protestieren Sie gegen die Unmoral, Blasphemie, Geschmacklosigkeit und Gewalt im Fernsehen!
Warum es sich lohnt, bleibt leider offen. Der zu erwartende Stundenlohn hätte mich interessiert. Die Duck läßt sich nicht lumpen, und schiebt gar viele Adressen von TV-Sendern nach. Welche Sender sind wohl besonders hervorzuheben, wenn es um "Unmoral, Blasphemie, Geschmacklosigkeit und Gewalt im Fernsehen" geht? Richtig: MTV und Beate Uhse TV. Aber auch: ARTE, DSF, N24 und PHOENIX. Ist PHOENIX aber auch selber schuld - warum müssen die auch immer Bundestagsdebatten übertragen?
Schmerz beiseite, die Duck ist ein weiteres Zeugnis der überflüssigen Gefährlichkeit politisch aktiver Religion. Die Kinder, die in Duck-Familien aufwachsen, können einem leid tun.
Manche werden schon vom Creation Museum in Cincina... Cinnci... Cincinnä... den USA gehört haben: ein Wunderwerk modernster Antiwissenschaft, daß ganze 27 Millionen Dollar verpulvert hat, nur um darzulegen, was wir schon vorher wußten: daß alle Antworten in der Bibel stehen.
Drüben auf BlueGrassRoots findet sich ein reichlich bebildeter Erlebnisbericht, der unbedingt einen click wert ist. Doch Vorsicht: was als erheiternde Story über geballte Kreationistenidiotie beginnt, verbreitet schnell eine deprimierende Stimmung. Wie der Autor am Ende schreibt:
In all seriousness, while it’s fun to laugh at these idiots, the parents that take their kids to this museum are committing child abuse. There is no other way to put it.
Wer nun jedoch wieder von antiamerikanischen Reflexen heimgesucht wird, irrt wie üblich. Das Land der "Dichter und Dichteren" (JT Firefly) ist sich wie üblich für nichts zu blöde:
Hessens Kultusministerin Karin Wolff (CDU) will die biblische Schöpfungsgeschichte im Lehrplan des Faches Biologie aufnehmen. Ministerpräsident Roland Koch und die Union stellen sich hinter sie. Grüne und SPD sehen dagegen die Religionsfreiheit in Gefahr. (Welt.de)
Fuck Religionsfreiheit, was hier auf dem Spiel steht ist der gesunde Menschenverstand.
Aber das nur als Hinweis, daß Kreationismus (den die firefox'sche Rechtschreibkorrektur völlig zu Recht in "Protektionismus" oder "Reduktionismus" geändert sehen will) nicht nur im Bible Belt zu finden ist. Und andernorts auch nicht intelligenter daherkommt.
Papst Benedikt XVI. hat die universelle Vorrangstellung der katholischen Kirche bekräftigt und damit einen Sturm der Entrüstung entfacht. In einem am Dienstag im Vatikan veröffentlichten und vom Papst gebilligten Dokument wird erklärt, dass andere christliche Vereinigungen wie etwa die Protestanten keine Kirchen im eigentlichen Sinn seien. (n-tv.de)
Weh und ach:
Bei Protestanten und katholischen Laien stieß das Dokument auf Kritik.
Nun fragt man sich: warum?
Vielleicht ist es die protestantische Überzeugung, daß der Gott ja immer der selbe ist - er ist gleichzeitig jüdisch, katholisch, muslimisch und protestantisch. Und, so mag man hinzufügen, mormonisch. Alles die selbe Soße, der Ursprung ist immer der gleiche, also auch die Gottheit. Und in welchem Glauben man ihn um Reichtum und Gesundheit anbettelt ist den Glaubenden überlassen. Völlig egal, laßt uns alle Freunde sein, denn wir haben alle Recht. Irgendwie.
Oder die Protestanten glauben, sie alleine machen es richtig (was die Katholen, wie nun wieder anschaulich demonstriert, es ja auch machen). Dann ist die Aufregung nicht zu verstehen.
Der Vatikan nebst Papst sind in diesem Punkt wenigstens konsequent. Und demonstrieren mal wieder deutlich, warum Religion - ganz allgemein - ein Problem darstellt.
Die Kernaussage einer jeden Religion, einer jeden Kirche, einer jeden Sekte: wir liegen richtig, alle anderen liegen falsch. Wenn nun das eine Grüppchen ein anderes mit Hohn und Spott überzieht, ist das nur folgerichtig.