Dienstag, Juli 10, 2007

Kirche im Dorf lassen

Jetzt ist raus, was schon vorher klar war:
Papst Benedikt XVI. hat die universelle Vorrangstellung der katholischen Kirche bekräftigt und damit einen Sturm der Entrüstung entfacht. In einem am Dienstag im Vatikan veröffentlichten und vom Papst gebilligten Dokument wird erklärt, dass andere christliche Vereinigungen wie etwa die Protestanten keine Kirchen im eigentlichen Sinn seien. (n-tv.de)
Weh und ach:
Bei Protestanten und katholischen Laien stieß das Dokument auf Kritik.
Nun fragt man sich: warum?

Vielleicht ist es die protestantische Überzeugung, daß der Gott ja immer der selbe ist - er ist gleichzeitig jüdisch, katholisch, muslimisch und protestantisch. Und, so mag man hinzufügen, mormonisch. Alles die selbe Soße, der Ursprung ist immer der gleiche, also auch die Gottheit. Und in welchem Glauben man ihn um Reichtum und Gesundheit anbettelt ist den Glaubenden überlassen. Völlig egal, laßt uns alle Freunde sein, denn wir haben alle Recht. Irgendwie.

Oder die Protestanten glauben, sie alleine machen es richtig (was die Katholen, wie nun wieder anschaulich demonstriert, es ja auch machen). Dann ist die Aufregung nicht zu verstehen.

Der Vatikan nebst Papst sind in diesem Punkt wenigstens konsequent. Und demonstrieren mal wieder deutlich, warum Religion - ganz allgemein - ein Problem darstellt.

Die Kernaussage einer jeden Religion, einer jeden Kirche, einer jeden Sekte: wir liegen richtig, alle anderen liegen falsch. Wenn nun das eine Grüppchen ein anderes mit Hohn und Spott überzieht, ist das nur folgerichtig.

Nochmal: Warum die Aufregung?

Kommentare:

  1. Schön geschrieben. Ich verstehe Leute auch nie, die sich für gläubig halten, widersprechende Glaubensaussagen aber nicht als falsch darstellen wollen.

    Weil ihnen der Irrsinn dieser Position aber nicht völlig entgeht, behaupten sie einfach, dass "glauben" oder "glauben an" einfach eine ganz andere Logik hat als "überzeugt sein, dass". Spinner, die. Dann schon lieber richtige klassische Gläubige.

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  2. Bzw. daß an irgendeinen anderen Käse als den eigenen zu glauben immer noch besser ist, als keinen Käse zu glauben.

    Der Ansatz war mir auch noch nie ganz einsichtig. Höchstens, daß aus anderer Glaubensecke natürlich keine grundlegende Kritik am (Aber-) Glauben zu erwarten ist. Aber derart reflektiert kann das nicht ablaufen...

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