Sonntag, September 09, 2007

Herman und die Nazis: nicht alles toll.

Bei den Nazis war nicht alles schlecht, sondern vieles auch gut.

Nach einer solchen Einleitung ist einiges zu erwarten:
Der Autobahnbau - wie kämen wir sonst zur Arbeit?
Das "Kauft nicht beim Juden" - ist ja wieder total hip.
Die Erkenntnis, daß die anderen auch Verbrecher waren - Dresden, Hamburg, schlimm, schlimm (wußten die Alliierten etwa nicht, daß in Deutschland auch Kinder lebten?)

So oder so, die Einleitung läßt auf ein revisionistisches Weltbild oder eine völlige Matschbirne schließen. Zumeist beides. So auch im aktuellen Fall: Eva Herman, bekannt als Schreiberin von reaktionären Familienbüchlein, ließ es sich nicht nehmen, nachdem sie ordnungsgemäß den Führer als schlimm gebranntmarkt hatte, die "Wertschätzung der Mutter" als gute Seite der Nazis herauszustellen (siehe SpOn vom 7.9.).

Der NDR tat das längst Überfällige, und schickte Herman zurück zu Heim und Herd, womit ihr sicher ein Gefallen getan wurde - endlich entspricht sie wieder ihrem eigenen Frauen- und Familienbild.
Herman habe dem NDR am Sonntag ihre dazu in der "Bild am Sonntag" zitierte Aussage bestätigt. Sie habe darin erklärt, dass "Werte wie Familie, Kinder und das Mutterdasein, die auch im Dritten Reich gefördert wurden, anschließend durch die 68er abgeschafft wurden. Vieles, was in dieser Zeit hochgehalten wurde, wurde danach abgeschafft". (SpOn)
Da hat Herman wohl überschätzt, wie en vogue das 68er-Bashing wieder ist (persönliche Einschätzung: sie kam zwei, drei Jahre zu früh) - noch sind die Nazis schlimmer.

Wundern muß diese "Entgleisung", die keine war, jedenfalls nicht. Paßt völlig ins Programm, und wird vermutlich den Buchverkauf fördern. Zielgruppengerechtes Marketing nennt sich das.

Kommentare:

  1. Na ist doch toll: bisher konnten nur Menschen mit Geschichtsbewusstsein sehen, dass Eva Herman eigentlich Nazi-Ideologie wieder aufkocht - jetzt hat sie das endlich für alle deutlich gemacht.

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  2. Wer den Rauswurf von Eva Herman befremdlich findet: er ist meines Erachtens nur konsequent in einem Land, was sich einem Kampf gegen rechts verschrieben hat und damit sein Problem mit der gelebten Demokratie beweist. Jährlich mehrere tausend Strafverfahren wegen des §130 STGB richten sich gegen Meinungsäußerungen national eingestellter Menschen. Wer diese Verfahren begrüßt, muß sich nun nicht wundern, wenn im Kampf gegen rechts auch Menschen wie Frau Herman ausgegrenzt werden, die sich für konservative Familienwerte einsetzen.Was mit dem Rausschmiß von Hohmann aus der CDU begann, ist mit der Entlassung von Frau Herman noch lange nicht zu Ende. Unter den gegebenen Umständen ist die NPD-sicher weniger aus liberalen denn aus speziell nationalen Motiven heraus-die Partei, die sich für Meinungsfreiheit einsetzt.

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  3. Nun mag man, in der rechten Ecke sitzend und in selbige glotzend, die verbötlichste NPD (das Verbot, wir erinnern uns, ging nur deshalb in die Hose, weil der VS allzu dümmlich ist und gleich den halben Kader auf seiner Gehaltsliste stehen hat) als letzte Bastion der Meinungsfreiheit erscheinen.

    "Anything goes" und Meinungsfreiheit sind jedenfalls zwei Paar Schuhe. Und die Äußerungen der Herman plus Rausschmiß ein drittes. Von Strafverfahren ist da nicht die Rede - die Frau wurde rausgeworfen, nicht vor den Kadi gezerrt. Und das ist auch richtig so: um strafrechtlich belangbare Volksverhetzung handelt es sich nicht, sondern um Strunzdummheit.

    Und ausgegrenzt wird sie ebenfalls nicht. Ihre Drecksbücher darf sie wie gehabt unter den Pöbel schmeißen, und der wird sie wie gehabt toll finden.

    Aber wem sag ich das? Dir, "impressum", sicher nicht. Auf Nimmerwiedersehen.


    Was mit dem Rausschmiß von Hohmann aus der CDU begann, ist mit der Entlassung von Frau Herman noch lange nicht zu Ende.
    Darauf einen Dujardin.

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  4. Ich finde es nicht gut, daß Frau Herman die Eheschließung offensichtlich nicht ernst nimmt bzw. hier ein Verhalten an den Tag legt wie damals Gerhard Schröder. Was ist aus den guten alten Werten geworden? Die Ehe ist ein Bund fürs Leben und keine leichtfertige Sache. Frau Herman kann aus diesem Grund kein Vorbild für mich sein. Man gewinnt den Eindruck als müsse sie sich durch geschickte Heiratspolitik in die Berufswelt einschleusen. Und da gehört sie nicht hin. Sie sollte zuhause bleiben, an ihrer jetzigen Ehe arbeiten, damit diese nicht wie die anderen zerbricht, mehr Kinder kriegen, sich um den Haushalt kümmern und ihren Beruf aufgeben. Deswegen denke ich, daß der NDR ihr eher einen Gefallen getan hat. Und sie sollte sich in Bescheidenheit und Demut üben. Ihre Selbstinszenierung auf ihrer Homepage läßt schließen, daß diese Frau andere Ziele hat als die von ihr propagierten.

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  5. Hey Julius, dein Nazi-Idioten-Geschwafel-Filter scheint nicht richtig eingestellt zu sein, oder wie kommt sonst Kommentar 2 hierher?

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  6. Würde es solch einen Filter geben, wären wir verschont geblieben.

    So aber bleibt dieses Mahnmal des rechtsnationalen Lumpengezeters fürs erste stehen, gerade weil's so hohl ist.

    Anderes bzw. Zukünftiges wird wohl gelöscht werden.
    Meinungsfreiheit? Geh zu SpOn.

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