Montag, Mai 14, 2007

Papst: Schnauze voll

Bitte anschnallen zur irren Achterbahnfahrt der Befindlichkeiten: Papst "Benedikt XVI." jettet von Südamerika zurück zum Gottesstaat, jedoch nicht ohne alles zu geißeln, was nicht katholisch ist.

Na dann mal los, du unfehlbarer Vertreter Gottes im Jammertal Erde:
Er verurteilte sowohl den Marxismus, als auch den ungezügelten Kapitalismus. Beide Ideologien seien für die vielen Probleme auf dem Kontinent verantwortlich, sagte Benedikt (...) - [RP-Online].
Ein gezügelter Faschismus, das wär's. Aber halt, auch dort spielt Gott nicht gerade eine tragende Rolle. Dann also eine zünftige Theokratie, bitte sehr. Nicht?

Der Papst erkennt die Zeichen der Zeit. Nicht länger ist Zurückhaltung gefragt - im "Clash of Cultures" drängt die Religion in die Politik zurück. Und das wird man wohl noch sagen dürfen.
Angesichts dieser Gefahren brauche die Region mehr gläubige Katholiken in Führungspositionen der Politik sowie in den Medien und Hochschulen, erklärte der Papst weiter. In einem Land mit so vielen getauften Christen sei es erstaunlich, dass diese in den gesellschaftlichen Schlüsselpositionen kaum vertreten seien.
Man weise den Papst bloß nicht darauf hin, aus welchen Schichten der Katholizismus (und säntliche anderen missionarischen Religionen, aber das nur am Rande) seinen größten Zulauf verbucht.

Eine weitere Gefahr, neben Marxismus und ungezügeltem Kapitalismus, ist schnell ausgemacht:
Benedikt rief die Bischöfe zur Verteidigung der führenden Rolle der katholischen Kirche in der Region auf. Angesichts des wachsenden Einflusses von protestantisch-evangelikalen Religionsgemeinschaften in Lateinamerika, wo rund die Hälfte der Katholiken auf der Welt lebt, forderte er von den Priestern "wahrhaft missionarischen Eifer, um Glaube und Hoffnung zu verbreiten". Den protestantisch-evangelikalen Freikirchen warf der Papst eine aggressive Missionstätigkeit vor.
Was für Katholen Recht ist, sei für Protestanten, Freikirchler zudem, noch lange nicht billig: "missionarischer Eifer". Schade, daß die Protestanten nicht auch mal eben die Kreuzzüge bemühen können, um den Papst zurückrudern zu lassen. Vielleicht reicht aber auch der Dreißigjährige Krieg.

Kommentare:

  1. ...du übersiehst natürlich, dass evangelisch und evangelikal nicht das gleiche ist. evangelikale sind in etwa die sav unter den kirchen. und die gewinnen mit ihrer tatsächlich sehr forschen - meinethalben "agressiven" - missionstätigkeit (warum wohl?) vor allem die ärmeren bevölkerungsschichten für sich, während die reichen und satten brav bei der katholischen kirche bleiben.
    insofern wäre es tatsächlich verwunderlich, wenn nicht die übergroße mehrheit der mächtigen männer südamerikas katholischen bekenntnisses wären.

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  2. Die Folgerung, daß die "Reichen und Satten" überwiegend katholisch sind, nur weil die Freikirchler sich die "Armen und Hungrigen" schnappen, ist schwer nachzuvollziehen.

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  3. na, weil südamerika traditionell (seit der conquista) zu quasi 100% katholisch ist. wenn die armen sich zunehmend den freikirchen anschließen, bleiben die reichen halt katholisch.
    mit ausnahme von zuwandererInnen natürlich, z.b. deutschen, die v.a. nach 1945 auswanderten.

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  4. "Quasi 100%" sind ca. 80 bis 90 Prozent. Und man darf ein halbes Mal raten, welcher "Schicht" die fehlenden 10 bis 20 Prozent angehören.

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