Samstag, Juli 28, 2007

Mensch gegen Maschine: ein neuer "Stern" am Pokerhimmel?

Polaris heißt der Pokerbot, der 16 Jahre in der Entwicklung war, und gerade (23./24. Juli) ein nicht gänzlich katastrophales Turnier gegen Phil "The Unabomber" Laak und Ali Eslami spielte.

Der Pokerbot hat verloren (4 Runden: 2 zu 1 für Laak und Eslami, plus 1 Unentschieden), aber das war fast klar. Denn: "I contend that poker is harder than chess for computers, and the research results that come out of the work on poker will be much more generally applicable than what came out of the chess research," so Jonathan Schaeffer, der Hauptentwickler der Software, laut Guardian.

Klare Sache, das: während Schach eine Mischung aus Memory und Mathe-LK ist, verlangt Poker - neben gewissen mathematischen und strategischen Fähigkeiten - vor allen Dingen Menschenkenntnis. Daß dies einem Computerprogramm schwer fallen sollte, versteht sich von selbst.

Während sowohl die beiden Pokerprofis, für die das Turnier nach eigener Auskunft keine angenehme Erfahrung war, als auch die Entwickler zuversichtlich sind, daß Computer in absehbarer Zukunft menschliche Profis schlagen können, halte ich das für weit hergeholt. Irgendwann sicher, in vielen, vielen Jahren, wenn Computer Trash-Talk beherrschen.

Vorschlag für das nächste Turnier Mensch gegen Maschine: wie wäre es mit einem Profi, der nicht wie der Unabomber auf billige Kapuzentricks und seinen zweifelhaften Ruf vertraut, um zu gewinnen? Doyle Brunson oder Howard Lederer zum Beispiel.

Kommentare:

  1. Wie schlecht Pokerprogramme sein können zeigt das Handygame WPT sehr eindrucksvoll. Aber trotzdem immer noch eine bessere Klobeschäftigung als Spiegel lesen

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  2. Wenn Schach eine Mischung aus Mathe-LK und Memory wäre, dann würde ich noch nicht einmal die Grundregeln beherrschen... und ich hätte nie im Leben Schachfiguren angefaßt.

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  3. War doch nicht (ganz) ernst gemeint. Es ging mir nur darum, daß Schach viel besser in Zahlen (0 und 1) zu fassen ist, als Poker. Beim Poker spielen die Menschen am Tisch eine viel größere Rolle.

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  4. Ach die haben nur 1on1 gespielt? Ich hatte es so verstanden, als wäre es eine kleine 3er Runde gewesen.

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  5. Erstens war das als allgemeiner Kommentar gemeint. Und zweitens war es tatsächlich ein Heads Up-Turnier: jeder der beiden spielte einzeln gegen das Programm - und die Hände waren identisch, nur umgekehrt (Hände des Menschen im einen Spiel wurden zu Händen des Bots im nächsten gegen den anderen Mensch).

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  6. Apropos Spiegel lesen: Serenity Highsmith liess sich von Julius gesund pflegen. Julius: "Soll ich dir eine Zeitschrift mitbringen?" -Highsmith: "Ja, Spiegel oder Brigitte - ist eigentlich egal, 'Da-rein-da-raus'-Faktor ist derselbe." Julius: "Aber an der Kasse ist der Spiegel immer noch nicht ganz so peinlich wie ne Frauenzeitschrift." - "Ja, dann Spiegel, aber keinen Fokus."
    Und wie man sieht - es gibt sie noch, die Unterschiede...

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  7. Hui, also ich würde mich an der Kasse ja 1000mal weniger mit der Brigitte bzw. YoungMiss schämen als mit dem Spiegel. Aber so ist das Empfinden eben verschieden

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