Freitag, Juni 02, 2006

Brotfetisch

Neulich, also gerade eben, kurz vor 20h, beim unfreundlichen Monarchistenzwergsupermarkt um die Ecke: vor mir im Gang ein Yuppie-Pärchen, Marke jung, erfolgreich, strunzdumm.

Die beiden stehen da, wo ich ran will: ans Brot. Sehr zur Freude der Bäckerei-Innung gibt's dort frisches Brot zum Backfactoryprize, äh -preis. Sehr zu empfehlen, weil besonders magenschonend: das Zwiebelbrot. Und genau jenes hat es diesen Schnöseln angetan.

Sie: "Ist das denn frisch?"

Na klar, du Lappen, schließlich wird das Brot erst wenige Sekunden vor Ladenschluß in die Auslage gelegt... Man fragt sich schon, wo sie ansonsten noch Brot herbekommen will - von der Tankstelle?

Er, ahnungslos guckend: "Weiß nicht."

Mit der Antwort hatte sie wohl gerechnet, denn die Antwort folgte auf dem Fuße: "Wir können ja mal testen."

Und prompt demonstriert sie, was sie in der Kronenbrotreklame gelernt hat: das ahnungslose Zwiebelbrot wird deftig geknufft, um die Konsistenz, also die Frische, zu testen. Was die wandelnde Modebotique leider nicht bedacht hat, oder es war ihr einfach egal: in der Werbung ist das Brot durch Plastikfolie geschützt, hier jedoch lag es nackend in der Auslage.

Da der Test negativ ausfiel, war ihr Appetit auf Zwiebelbrot wohl vergangen, und kein anderes Brot konnte ihre Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Schade, daß so viele Brote den Feierabend unbefriedigt begehen müssen.

Ich für meinen Teil griff mir mit flinken Händen das zweite, noch unberührte Zwiebelbrot, hatte aber noch eine Bitte: ob sie, die Brotexpertin, nicht auch dieses Brot auf Frische testen möge, sicher ist sicher.

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