Samstag, Januar 13, 2007

Wissenschaftsfeindlich

Der Brückenkopf zur kulturreligiösen Invasion wird weiter ausgebaut: Scientology eröffnet ein neues HQ in Berlin. Wie ausgiebig die Überwachung durch den Verfassungsschutz sein soll ist strittig:
Bayerns Innenminister Günther Beckstein (CSU) warf den Berliner Behörden vor, die von Scientology ausgehenden Gefahren zu unterschätzen. (heute.de)

Da muß man dem harten Knochen einmal zustimmen: Scientology ist schon nicht nett. Einige Beispiele:
* (angebliche) Gehirnwäschen, Indoktrination von Kindern
* Seilschaften
* Glaube jenseits des gesunden Menschenverstandes (Galactic Confederacy, huh? Thetans, wtf?)
* homophobe Lehren
* Ähnlichkeiten zu transnationalen Unternehmen

Undsoweiterundsofort. Zu allem Überfluß meint Scientology, sich mit dem Trick, es handle sich schließlich um eine Religion, aus der Kritik ziehen zu können. Und den Glauben anderer Menschen habe man zu respektieren...

Alles sehr bedenklich, das. Einer Überwachung durch den Verfassungsschutz steht meinerseits nichts mehr im Wege. Allerdings muß mir noch erklärt werden, worin der Unterschied zwischen Scientology und beispielsweise den christlichen Kirchen besteht - in der oben aufgeführten Liste jedenfalls nicht.

Kommentare:

  1. Spannend an Scientology ist neben dem Effekt, daß sie den Affekt der Besitzstandswahrung seitens der offiziellen Kirchen herausfordert, v.a. die unterschiedliche Wahrnehmung in den USA und Good Old Europe. Dieses Interview mit Juliette Lewis zeigt das durch die Kollision mit dem liberalen/linken Schreiber besonders schön.

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  2. "Wir Europäer sind nun mal kritischer. Und wenn dann auch noch niemand darüber spricht, wird man natürlich skeptischer und schaut extra gut hin."
    Selten einen so kontinentalpatriotischen Schwachsinn gelesen.

    Man fragt sich schon, wann Scientology zum Beispiel den letzten Pädophilie-Skandal hatte. Bei sowas schauen "wir Europäer" nämlich besonders skeptisch weg.

    PS: Hat die Intro immer so wunderbar falsche Anglizismen wie "upgegratet"? Bin ja selber ein Freund des Flexosprechs, aber Sinn sollten die Wörtchen schon machen. Oder fehlten JL die Gräten, oder was?

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  3. zu erwähnen wäre auch die ähnlichkeit mit becksteins laden himself, der partei der schönen landrätin. sie erfüllt die kriterien bis auf die ähnlichkeit mit transnationalen unternehmen, aber das verbietet sich ja schon durch den sinn und zweck der gründung...

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