Freitag, Januar 19, 2007

Glaube, Glaube über alles

Bei 24 sind sie alle mal die Bösen. In auffälliger Regelmäßigkeit zeichnen sich jedoch muslimische Gruppen für den Terror, den es zu bekämpfen gilt, verantwortlich - in der zweiten wie in der aktuellen (sechsten) Staffel. Da fragt man sich doch, in welcher Welt die Fernsehmachenden wohl leben... dieser hier vielleicht?

Es kam wie's kommen mußte. Wie CNN berichtet, regt sich Protest:
"The overwhelming impression you get is fear and hatred for Muslims," said Rabiah Ahmed, a spokeswoman for the Washington-based Council on American-Islamic Relations. She said Thursday she was distressed by this season's premiere. "After watching that show, I was afraid to go to the grocery store because I wasn't sure the person next to me would be able to differentiate between fiction and reality."
und, im selben Tenor:
Sohail Mohammed, a New Jersey immigration lawyer who represented scores of detainees caught up in the post September 11, 2001 dragnet, watched the episode depicting the nuclear attack with an Associated Press reporter.
"I was shocked," he said. "Somewhere, some lunatic out there watching this will do something to an innocent American Muslim because he believes what he saw on TV."


Während hier mal wieder der Glaube zum Schutz der Glaubensgemeinschaft herhalten soll (wenn auch leicht modifiziert von der üblichen Argumentation - diesmal geht es um den Glauben, daß sich schon irgendwer die fiktive Show zu Herzen nimmt und zur Tat schreitet), fragt man sich schon, was die Alternative für 24 sein könnte. Vielleicht wütende (und meinetwegen christliche oder gar atheistische) Franzosen, die gewaltsam gegen das Mutterland der weltweiten Amerikanisierung und somit die Verwässerung der französischen Sprache vorgehen?

Als wäre der Realitätsbezug von 24 nicht schon klein genug.

Kommentare:

  1. Nicht genug, daß irgendwelche verwirrten Jugendlichen von Killerspielen angespornt mordend und brandschatzend durch ihre Schulen marodieren, jetzt steht auch noch zu befürchten, daß sich JEDER US-Amerikaner von einer Fernsehserie inspiriert durch seinen örtlichen Wal-Mart schiesst und sich als Negativ-Djihadist durch die Massen der Ungläubigen metzelt. Na ja, sei es wie es sei, da spüre ich doch frei nach j.e. einen antiamerikanischen Reflex, aber eben auch einen antiislamischen Impuls, beides deutet jedoch nicht auf Hirnaktivität hin.

    btw, sind die sich verfolgt fühlenden damit dann auch endlich so paranoid wie ihre nicht islamischen Landsleute?

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  2. ...und wie reagieren die durch ungerechte mediendarstellung aufgebrachten muslimInnen? etwa mit protestschreiben? oder soll es nicht doch lieber ein kleines attentat sein?

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