Mittwoch, Dezember 21, 2005

Gib Gas, Schröder

Daß Ex- und Altkanzler Schröder einen Deal mit Gasprom abgeschlossen hat, ist ja mittlerweile von allen Medien breitgetreten. Empörung machte sich breit, was denn Schröder sich erdreistet - er, als Kanzler beim Ostseepipeline-Deal federführend, nun Aufsichtsratsvorsitzender bei der nutznießenden Firma. Da hätten doch wenigstens Schamfristen eingehalten werden sollen, hallt und schallt es aus Reihen der FDP (vormals: F.D.P.), zum Beispiel 6 Monate - ein durchaus üblicher zeitlicher Rahmen in dieser Branche.

Daß Schröder nur der kapitalistischen Logik folgt, und sich höchstens Polen und andere Ostseestaaten bei dem Pipeline-Deal verarscht vorkommen könnten, und nicht etwa der deutsche Pöbel - geschenkt. Interessant ist allerdings, daß sich die gesammelte Journaille zwar über die "Unmoral" Schröders köstlich ereifern kann, nicht aber dazu in der Lage scheint, den einfachsten Schluß zu ziehen.

Der da lautet: die Stelle als Aufsichtsratsvorsitzender war überhaupt erst der Grund, Neuwahlen zu forcieren.

1 Kommentar:

  1. Habe, nebenbei, übersehen, daß der Schluß der Schlüsse tatsächlich gezogen wurde, und zwar natürlich ebenfalls von der F.D.P. (heute: FDP).

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