Dienstag, Mai 02, 2006

Wowhaus

In Aaaachen (Nabel Europas - also dort, wo man stinkende Fussel rauspopelt) wird es bald noch kosmopolitischer, denn irgendwo soll irgendwas gebaut werden. Na und was?
Google hilft, und schnell ist immerhin der Name des neuen Prachtbunkers gefunden: Bauhaus Europa. Aha.
Ungeachtet der Tatsache, daß "Bauhaus" eine ziemlich eklige Abart der Architektur ist (wenn Architektur verfestigte Musik ist, dann ist Bauhaus Dorfdiskotechno) und mal ganz davon abgesehen, daß Aachen bereits ein Bauhaus besitzt - who cares?

Die WASG Aachen beispielsweise, und da hört der Spaß dann leider schon wieder auf. So postuliert die WASGAC (oder wie?) auf eben jener Site:
Zur Unterstützung des Bürgerbegehrens ist der Ortsverband Stadt Aachen jeden Dienstag von 9 bis etwa 11 Uhr vor dem Arbeitsamt, Roermonder Str. 51 in Aachen, und jeden Samstag von 11 bis 14 Uhr mit einem Infostand am Kugelbrunnen, Willy-Brandt-Platz in Aachen, präsent. Dort können Sie Ihre Unterschrift zur Unterstützung des Bürgerbegehrens abgeben und sich weiter über das Bürgerbegehren oder die WASG informieren.

Informieren über das Bürgerbegehren. Und über die WASG. Ugh. Angewandter Populismus nennt sich dies: ein (fast schon) beliebiges Thema, welches beim Pöbel auf beträchtlichen Zuspruch stößt (in diesem Fall: mal nicht antisemitische oder rassistische Ressentiments, sondern des Pöbels zweitliebstes Thema (Steuergeldverschwendung)) - aufgegriffen nicht (nur) von wohlmeinenden und mehr oder minder aktiven Einzelpersonen und deren zweckgebundenen Gruppierungen (wie's der Ausdruck "Bürgerbegehren" nahelegen könnte), sondern eben auch von notorischen Parteien, die somit deutlich machen wollen: mit uns hätt's das nicht gegeben. Wählen Sie ergo bei nächstbester Gelegenheit uns.

So mag das "Bauhaus Europa" sein, was auch immer es werden soll - die Seite des Bürgerbegehrens offenbart hier wenig Anhaltspunkte betr. des Für und Widers. Einzig eine Online-Umfrage ("Was ist Ihr wichtigster Kritikpunkt am "Bauhaus Europa"?"), will man sich nicht in den Untiefen der Seite verirren, wirft ein paar "Argumente" ins Netz: teuer im Bau, teuer im Unterhalt, paßt nicht zum "schönen" Katschhof, richtet sich nicht an KaninchenzüchterInnen, und "Etwas anderes". Das also war und ist des Pudels Gedärm - dem "Bürgerbegehren" ist's letztenendes gleich, warum und wieso der Bau des Hauses Bauhaus abzulehnen ist; Hauptsache, die Leute linken mental "Bürgerbegehren" mit "WASG". Widderlich.

Bin ich zu paranoid, um hinter der Beteiligung der WASG, deren Frontmann Lafontaine der größte lebende Demagoge Deutschlands ist (nach dem Freitod Möllemanns), etwas anderes zu sehen als Populismus? Und kann mir jemand verübeln, daß ich nun, nach genauer oberflächlicher Betrachtung des "Bürgerbegehrens" nur fordern kann:



Antwort: kann man. Aber, Klartext: scheiß doch der Hund drauf.

Kommentare:

  1. also dann mal klartext: daß bauhaus in der entarteten form der platenbauten sich mit dorfdiskotechno in freudiger symbiose feiert geh ich ja noch mit, aber doch nicht die eigentliche grundrichtung des bauhaus. da war viel mehr ein künstlerischer anspruch gewollt, der sich auch selbst vor der dorfdiskothechnoplattebausiedlung ekelt.
    der rest, what ever! bauen oder nicht, macht den kohl auch nicht fett - es sei denn, da sind spendengelder geflossen...

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  2. bauhaus, bauhaus, bauhaus?? gemeint ist natürlich ein *brauhaus* aachen. und das gibts tatsächlich noch nicht. und dass mensch da gegen sein kann, ist ja völlig klar: obwohl in aachen gar kein bier produziert wird, schaffen es die allemania-fans trotzdem immer wieder auf unerklärliche weise in den besitz des bayerntranks zu kommen. mit allen unschönen konsequenzen: suff, stank, stehschwäche und urinieren auf offener straße. bäh!
    jetzt, wo ichs mir überlege: wahrscheinlich ist das ganze fußballfan-brimborium nur eine billige ausrede ständig zu irgendwelchen auswärtsspielen in städte, wo es bier gibt, zu fahren. und sichdann reichlich einzudecken.
    wo ichweiter drüber nachdenke: wahrscheinlich ist die allemannia nur aufgestiegen, weil sie endlich mal nach münchen oder köln oder bremen fahren wollte -- städte mit besserem bier als saarbrücken, rostock oder dresden.
    alternativ wäre noch der abstieg in die regionalliga tiefste dunkeleifel (oder wo immer bitburg gerade spielt) in frage gekommen.
    so.
    so viel zum thema fußball.

    und so viel zur frage, warum die wm in deutschland stattfindet. im suff gehen selbst deutsche noch als freundInnen durch. also, wenn mensch selbst besoffen ist, nicht wenn die deutschen besoffen sind.

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  3. Brauhaus gibt's. Heißt Degraa. Produziert aber kein Bier (mehr).

    Die Einstellung des Brauereibetriebs ist allerdings schon gute 15+ Jahre her, also kaum ein Argument, für die Alemannia erst jetzt aufzusteigen, denn das ist ein ganz eigenständiges Problem...

    Dennoch: theoretisch gute Theorie, alldieweil es Ausdruck des virulenten Aachener Großmachtsstrebens gewesen wäre.

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