Dienstag, Oktober 31, 2006

Get foxy!

Für den Fall, daß Sie's noch nicht wußten: Firefox ging kürzlich in die zweite Runde. Also, ab dafür:
Firefox 2

Das Schöne daran: manche Addons funktionieren noch. Und weil's noch schöner geht, hier eine Liste der von mir favorisierten:

Answers - für die schnelle Antwort auf alles. O.s.ä.
Domain Detail - wenn man wissen will, wem welche Website wohl gehört.
Foxy Tunes - "Fernbedienung" für den MP3-Player.
Google Toolbar - Page Rank, Google Suchfeld, und mehr.
PDF Download - auf Wunsch PDFs runterladen und nicht im Browser öffnen.
StumbleUpon - zickzack durchs Netz. Ein Muß für alle Ziellosen.
TorrentSearch - wer's braucht.

Und anschließend noch flott die benötigten Plugins gesaugt, falls nötig.

Rasenhalma

In Aachen wird nicht nur Schach, Unterwassertennis und beleidigte Leberwurst gespielt, sondern auch Damen-Rugby (nich' mein Begriff). Nun hatte ich letzten Sonntag die Aere [sic!], dem lokalen Team, den Rugbeez, bei mehreren Niederlagen mit Ratlosigkeit und Kamera zur Seite zu stehen.

Hier ein Highlight:


Was wir sehen: die Spielerin mit der Nummer 23 (Steffi, auf dem Bild rechts) erhält den Ball, und prompt hängen drei Gegnerinnen an ihr. Mit etwas Unterstützung arbeitet sie sich einige Meter vor. Das andere Team sieht die balltragende Spielerin zumindest aufgehalten, denn was soll jetzt noch passieren? Eine Ballabgabe zum Beispiel (an Kerstin, links), die nun weitestgehend unbehelligt Richtung Endzone laufen kann.

Ganz großes Entertainment, das. Daß die Rugbeez trotzdem verloren haben, lag nicht in Ermangelung eigener Trys (so heißen Touchdowns im Rugby, verrücktverrückt). Die anderen erzielten einfach mehr.

Montag, Oktober 30, 2006

Texas No Fold'Em

Animiert durch eine mitternächtliche Erfahrung (nachdem ich gestern Nacht den Heimweg nicht nur angetreten, sondern bis zum Ende durchlaufen hatte, fand ich mich nicht etwa zuhause, sondern im Spielcasino wieder) würde ich gerne erneut auf Poker, Texas Hold'Em und den großen, fetten Bluff zu sprechen kommen. Und, ach, ich mach das einfach mal.


Bluffen ist 'n herrlich' Dingen. Mitnichten dient er, der Bluff, nur dazu, den Opfern ("Mitspielende") zu suggerieren, daß man statt Mist (nix gefunden, High Card 10) mindestens einen Flush auf der Hand hält. Andersherum geht's auch (man hat den Flush, die Opfer sollen denken, es wäre ein Popelspärchen) - insofern ist Poker wie eine Socke.

Doch zum Bluffen wird etwas benötigt, daß an den wenigstens Tischen mit kleinem Pot-Limit zu finden ist: Mitspielende, die sich über mehr Gedanken machen als über die Karten in ihrer Hand - beispielsweise die Karten in den Händen der anderen, oder Gewinnaussichten. Wenn Personen am Tisch sitzen, die fast immer bis zum River im Spiel bleiben, nützt auch der beste positive Bluff (nichts auf der Hand) nichts, diese Personen wollen sehen. Negative Bluffs (starke Hand) schaden zwar nicht, nützen aber auch nicht - der Sinn dieses Bluffs ist es, die Opfer bei der Stange zu halten, und No-Folder bleiben so oder so bis zum Ende.

Selbst die unbedarftesten Mitspielenden versuchen, die anderen zu "lesen". Wenn sie glauben, daß ihr Gegenüber trotz starkem Anziehen kaum etwas auf der Hand hat, werden sie verkünden: "Du bluffst!" Umgekehrt, vermuten sie eine starke Hand, werden sie vielleicht aussteigen. Doch hier unterscheiden sich blutig-glückliche AnfängerInnen von semiprofessionellen (50 Cent die Stunde) Pokerspielenden, die versuchen, ihr Spiel zu verbessern: Raise und Re-Raise sind nicht die einzigen Indikatoren.
Ich meine hier nicht das dumme Gesicht beim Erhalten der Pocket-Aces. Sondern vielmehr die "Geschichte" des Spiels: wer hat wie in welcher Runde bei welcher Karte gesetzt, und warum wohl?
Weitere Überlegungen, die zumindest peripher die Birne der Pokernden streifen sollten, beinhalten: wie hoch sind die Chancen, daß mein Blatt im Verlaufe des Spiels besser wird? Lohnt es sich da, diesen Raise mitzugehen ("Pot Odds")? Sollte ich gar erhöhen? Was könnte aus den Karten des Flops werden - für mich und für andere? Was ist bei diesem Flop (Turn, River) ein gutes, was ist das bestmögliche Blatt? Undsoweiterundsofort.

Ich ertappe mich selbst hin und wieder, daß ich völlig verkrampft mit Stock im Hintern versuche, ein Blatt ("Whoa - zwei Pärchen!") nach Hause zu fahren, no matter what. Das sind meist die Abende, an denen ich in den roten Zahlen lande (und merke: rote Zahlen sind härter und unbequemer als schwarze).

Samstag, Oktober 28, 2006

Freitag, Oktober 27, 2006

Medizinische Lehrstunde

Viele werden es bereits mitbekommen haben: Michael J. Fox, bekannt aus Back to the Future 1-3 und The Frighteners (wieso wird dieser grandiose Film jetzt nie erwähnt?) macht Werbung für 2 KandidatInnen der Demokraten, die sich für Stammzellenforschung einsetzen. Hier einer der zwei Spots:


Dafür wurde Fox vom Nachrichtenmoderator und Hobbymediziner Rush Hudson Limbaugh III attackiert: die Demokraten würden die Parkinson-Erkrankung von Fox ausnutzen, und Fox würde entweder schauspielern, oder er hätte seine Medikamente nicht genommen. Die Wahlwerbung plus Limbaughs Gesülze finden sich hier.

Von zahlreichen Stellen wurde Limbaugh darauf aufmerksam gemacht, daß die Symptome, die im Spot zu sehen sind, von den Medikamenten herrühren, die Parkinson-Erkrankte zu sich nehmen müssen, um sich überhaupt artikulieren und bewegen zu können. Doch Limbaugh zeigte sich schlauer:


Fox selber hierzu, und zu Stammzellenforschung obenauf: hier als Video, hier als Artikel.

Religiöse Konservative besitzen bekanntlich einen gewissen Unterhaltungswert. Wenn man so dummdreist-selbstgefällig daherkommt wie Limbaugh, und dann auch noch eine homophobe Ader besitzt, gibt's fast kein Halten mehr:


Fazit: wer embryonale Stammzellen aus in vitro-Befruchtung nicht der Forschung zur Verfügung stellen will, sondern statt dessen lieber im Klo runtergespült wissen möchte, ist vielleicht ein gläubiger Christ, demonstriert jedoch zielsicher ausufernden Dumpfsinn. Und wer als homophober Wichsgriffel mit den männlichen Kumpels eine Angeltour macht, sollte das Viagra zuhause lassen.

Donnerstag, Oktober 26, 2006

Karikaturenstreit vor Eskalation

Ein dänisches Gericht wies die Klage von sieben islamischen Organisationen gegen die Zeitung Jyllands-Posten ab, wie CNN.com und Spiegel Online berichten.

So weit, so klar. CNN, im Gegensatz zum Spiegel, weist noch einmal höflich auf eine der Säulen der Aufregung:
Islamic law forbids any depiction of the prophet, even positive ones, to prevent idolatry.

Idolatry
, für unsere lieben SynchronisationsfanatikerInnen, bedeutet Götzenanbetung. CNN stellt also eine Anklagebegründung in den Raum, nur um sie im nächsten Halbsatz mit dem Vorschlaghammer wieder zu zertrümmern - die hohe Kunst des Journalismus.

Ein christliches Bildnisverbot existiert bekanntlich ebenfalls, nur beschränkt sich dieses auf die Gottheit selbst (da wohl die Kirchen um die Anziehungskraft von Heiligen- und Jesusbildchen auf den Pöbel wissen, sind diese erlaubt). Nun wäre es aber hochgradig albernst, für ein Comic wie dieses... ... auf der Basis des 1. Gebots vor Gericht zu ziehen. Höchstens religiöse Verunglimpfung wäre vorzuwerfen, aber warum sollen sich Nichtabergläubige an die Gesetze einer Religion - oder gar mehreren bis alle - halten? Also genug davon - wenn ein Moslem Mohammedbilder kritzelt, darf sich auf dieser Basis aufgeregt werden, ansonsten nicht.

Bleibt die vermutete Diffamierung und Beleidigung.
The lawsuit said the cartoons depict Mohammed "as belligerent, oppressing women, criminal, crazy and unintelligent, and a connection is made between the Prophet and war and terror."
heißt es bei CNN, und der Spiegel schreibt:
Die Zeichnungen würden die Ehre der Gläubigen kränken, weil der Prophet dabei "kriegslustig und kriminell" dargestellt werde und "eine klare Verbindung zwischen Mohammed, dem Krieg und dem Terrorismus" hergestellt werde, argumentierten die Kläger.

Nicht nur bei der Formulierung der Anklage ist CNN präziser:
Die Veröffentlichung der Karikaturen Ende September 2005 führte zunächst zu eher verhaltenen Protesten in Dänemark, die sich Anfang 2006 zu einer Welle der Empörung in der islamische Welt ausweiteten. Dabei wurden bei gewaltsamen Ausschreitungen unter anderem mehrere westliche Botschaften verwüstet.
beim Spiegel versus
The caricatures were reprinted in European papers in January and February, fueling a fury of protests in the Islamic world. Some turned violent, with protesters killed in Libya and Afghanistan and several European embassies attacked.
bei CNN. Spiegel-Leser wissen mehr, weshalb ihnen die Toten nicht mehr ins Gedächtnis gerufen werden müssen, und sie genau wissen, was mit "Welle der Empörung" gemeint ist.

Bleibt festzuhalten: Die Karikaturen zeichnen ein kampflustiges, frauenfeindliches, kriminelles, verrücktes und dummes Bild der Religion des Friedens und ihres Oberpropheten, und es wird eine Verbindung zum Terrorismus suggeriert. Dafür sollte man tatsächlich vor Gericht ziehen - ob der Islam kriminell, verrückt und dumm sein kann, ist noch nicht zur Gänze geklärt.

Mittwoch, Oktober 25, 2006

Zwiesprache mit der Göttin

Bevor wir uns hier falsch verstehen: mit Göttin ist Eris gemeint. Aber der Länge nach.

Wurde mir doch letzterlich von einem Herrn Sunny Elricson (o.s.ä.) ein Handy geschenkt. Aber nein, daß stimmt natürlich nicht - kein Handy, sondern ein cell phone (noch mal Glück gehabt). Und porno-rot ist es obendrein, huzzah!

Nun saß ich gestern wie jeden Tag (24/7) inner Kneipe, wo doch glatt mein cell phone klingeln tut, Prost. Das heißt, es klingelt nicht, sondern fängt an, spastisch zu zucken. Egal. Jedenfalls erblicken meine alkoholmüden Augen auf dem nadelkopfgroßen Display folgliches:

Ich rekapituliere zwecks Klarstellung (hab Acht!) und besserer Lesbarkeit: jemand mit der Telefonnummer "10" versucht um 18.12 Uhr, mich zu erreichen, und zwar am 1. Januar 1970.

Daß der Anruf ins Leere laufen mußte, hätte ich dieser Person vorher sagen können. Schließlich bin ich Jahrgang 74.