Montag, Oktober 06, 2008

History in the Making: Nerd vs Critic

Wir unterbrechen die erholsame Sendepause für eine wichtige Sonderbloggung: der Showdown zwischen dem Angry Video Game Nerd und dem Nostalgia Critic steht unmittelbar bevor. Doch der Ordnung nach.

Angry Video Game Nerd
Hatte ich zu jenem Herrren nicht schon mal was geschroben? Anyways, der Angry Video Game Nerd (AVGN / Nerd) begann als Angry Nintendo Nerd, aber um das Markenrecht einer gewissen, gerade aus dem Tiefschlaf erwachenden japanischen Megacorporation nicht weiter zu verletzen, erfolge recht bald die Umbenennung. Und was macht jener Nerd? Womit schmuste er sich in die Herzen von milliarden treuester Fans? Er bewertet alte Videospiele und garniert seine Reviews mit dergleichen Sätzchen wie:
I'd rather have a fuckin' buffalo take a diarrhea dump in my ear than subject them to this horrendous garbage!
I'd rather eat out the rotten asshole of a roadkill skunk than play this game, ever again.
You'd rather superglue your asshole shut than play that game. You'd rather drown in gasoline.
It sucks. It sucks ass from a straw!

Neato!

Die ersten beiden Sätze haben, nebenbei, ihren Weg in den Theme Song des Nerds geschafft. Zu Recht.

Und wo kann der Nerd begutachtet werden? Hier. Auf Wiedersehen in drei bis vier Stunden ...


Nostalgia Critic
Schon zurück? Ah well, weiter mit dem Nostalgia Critic (NC / Critic). Dieser betreibt eine Site namens That Guy With The Glasses. Dort ist mehr zu sehen als der Nostalgia Critic - auf der selben grandiosen Seite gibt es zudem eine ganze Latte an 5 Second Movies zu bestaunen (Hollywoodstreifen auf ihre fünfsekündige Essenz zusammengedampft), und weitere Perlen wie beispielsweise 50 Impressions in 50 Seconds, welches derart großklassig ist, dass ich mich brutalst genötigt fühle, dieses speziellstmögliche Video geradewegs einzubinden:

(Direkter Link)

Highlights des NC: Cloverfield Trailer Review, Cloverfield Review, Harry Potter Book 7 Launch, 90s Sports Montage, und The Wizard.

AVGN v s NC
Sekunde ... The Wizard? Sind Nerd und Critic nicht schon ohnehin ähnlich genug, dass sie nicht auch noch den selben Film begurken müssen? Doch die Sticheleien zwischen beiden beginnen noch vorher.
Der Critic, angeekelt von abertausenden Comments auf seiner Seite, die ihn beschuldigen, ein feuchter Abklatsch des Nerds zu sein, feuert los. In diesem Video macht er es dem Nerd ganz einfach: keine Reaktion seitens des Nerds gleich Sieg für den Critic. Simpel, fair, gut. Aber dann: ein Post im Forum des Nerds zwingt den Critic zur Reaktion. Und von da aus waren es nur wenige Tage bis zum Wizard-Zwischenfall. Und weiter geht's, bis zur physischen Konfrontation, die ein Videospiel-Review des Critics zur Folge hatte.

"Episch" umschreibt diesen Konflikt kosmischen Ausmaßes nur unzulänglich.


Und nun steht das Finale kurz bevor:

(Direkter Link)

Dieses Großereignis soll am 10.10. stattfinden. Also: "Don't miss it, or you're gonna suck, I mean really, REALLY suck!"

Mittwoch, Juli 16, 2008

Dr. Horrible: Schrecklich gut

Wir warten ja alle auf Dollhouse, die neue Serie von Buffy- und Firefly-Schöpfer Joss Whedon, gelle? Wem nun verständlicher Weise das Warten zu lange wird, wie wäre es hiermit: Dr. Horrible's Sing-Along Blog (der in Wahrheit mehr ein Vlog ist, wenn überhaupt, aber egal). Und so, nach langer Pause, ist das Zwischennetz wieder zu was zu gebrauchen.



In Act 1 sehen wir Neil Patrick Harris (Doogie Howser, woot!!!11) als Mad Scientist, Felicia Day als seine heimliche Liebe aus dem Waschsalon, und Nathan Fillion, unser aller allerliebster Antiheldendarsteller, in einer gänzlich untypischen Rolle - oder doch nicht?

Bleibt desweiteren die Frage: woher kommt Joss Whedons tiefgreifende Faszination für Musicals? So oder so: angucken gehen. Sofort! Bevor morgen Act 2 und in drei Tagen Act 3 kommt - ihr wollt doch nachher sagen können, von Anfang an dabei gewesen zu sein. Nicht?

Und wer glaube, ich scherze mit dem "Sofort!" - alle Folgen werden am 20.7. wieder aus dem Netz verschwinden ...

Freitag, Juli 04, 2008

Equal goes it loose - Feste Party zum 2. Internationalen Day des Denglish

Einmal wurden wir noch wach, hey da ist schon I3D. Dieses Acronym muss ich in der Western Civilization (Copyright Sergio Leone, der bereits vor drei bis vier Decades jeden Tag fast zum Day des Denglish machte, nur eben ohne Deutsch - Kudos, Sergio!) nicht mehr erklären, right? Schließlich war der letzte I3D ein vollendeter Erfolg, eine Perfect 10.

Ob sich dieser Standard heuer halten wird, ist fraglich, zu unentschlossen lief die Planung. Aber kein Vergeben, kein Vergessen, der I3D is here to stay. Mindestens so lange wie es den Verein e.V. noch gibt. Und weil dessen Poltergeists unfreiwillige weil zwanghafte Miturhebende des I3D sind, ist es würdig und recht, mal wieder zu sehen, was dort in der meantime an News und Neuheiten zu vermelden wäre.

Welches B-Promi-Zitat nun neu oder alt ist, kann leider nicht geklärt werden, aber immerhin kann man bestimmen, welcher Spruch bereits im letzten I3D von mir oder Mr. 100% verwurstelt wurde und welcher nicht. Diese hier fehlen bisher:

Eberhard Görner (Drehbuch- und Buchautor, Dramaturg und Regisseur):
Jede Sprache ist für den Menschen eine Brücke zu Gott! „Denn wenn Gott den Menschen als Menschen erschaffen hatte, so war ihm ja so gut die Sprache als der aufrechte Gang anerschaffen“, schreibt Goethe dazu und fährt fort: "War der Mensch göttlichen Ursprungs, so war es ja auch die Sprache selbst, und war der Mensch, in dem Umkreis der Natur betrachtet, ein natürliches Wesen, so war die Sprache gleichfalls natürlich." Darum muß die Sprache, auch unsere deutsche, behütet und geschützt werden, denn sie ist Ausdruck einer hohen Kultur, ohne die unsere Welt ärmer wäre.
Doch will man derart bereitwillig jenen abergläubischen Ammenmärchen anheimfallen, die in dieser eurer grützschönen Möchtegernkulturnation bereits den Kleinsten dank fehlerhafter Trennung von Kirche und Staat ins Hirn geweicht wird? Ok, machen wir's so. Doch ist nicht die bloße Existenz von mehr als einer Weltsprache genau jenes "babylonische Sprachgewirr", welches der Verein e.V. zu bekämpfen glaubt, ohne nur die leiseste Ahnung zu haben, dass sie, biblisch gesehen, genau das Gegenteil verfolgen? Gut gemeinter Rat in beiderseitigem Interesse: vergesst den Bezug zu Gott. (Und, wo wir gerade dabei sind: vergesst Gott.)

Matthias Grünert (Frauenkirchenkantor, Dresden):
„Jede Sprache ist ein Kunstwerk: ein Kosmos vielfältiger Ausdrucksformen, der kulturelle Identität stiftet. Weshalb also sollte sie nicht entsprechend gepflegt werden?“
Die vom Verein e.V. betriebene "Pflege", auf den Kunstbetrieb übertragen, ist de facto Zensur. Eine selbsternannte (oder durch Gottes Gnaden eingesetzte?) Sprachpolizei bestimmt, wie zu sprechen ist, erinnert, mit Verlaub, an "Entartete Kunst". Deshalb ein zweiter Rat (diesmal einseitig): nicht die Sprache zur Kunst erheben und diese dann bestimmen wollen. Dann wird es nämlich nicht nur unappetitlich, sondern geradewegs unerträglich.

Ottmar Hitzfeld (Fußball-Trainer):
„Aber wenn man derart in der Öffentlichkeit steht und die Sprache nicht beherrscht, wird man schnell nicht mehr ernst genommen.“
Da gerade die männliche Fußballelite für ihren filigranen Sprachgebrauch bekannt ist, fragt man sich schon, ob Hitzfeld hier die deutsche Sprache vor dem englischen Aggressor beschützen will, oder einfach nur erklärt, warum Fußballer im Allgemeinen für ein wenig doof gehalten werden.

Eberhard Schöck (erfolgreicher Unternehmer, Stifter des "Kulturpreises deutsche Sprache"):
„Meines Erachtens ist die Art und Weise, in der wir mit unserer Sprache umgehen, ein Zeichen dafür, daß kein nationales Selbstwertgefühl vorhanden ist.“
Erstens sprechen die schwarzrotzitronengelben Fahnenmeere zu jedem Fußballgroß- und Mittelereignis eine andere Sprache, und zweitens: so what? Schon klar, die kontinuierlich und exponential wachsende Schar der mittellosen und entrechteten Leibeigenen soll qua Nationalstolz zum Stillhalten bewegt werden. Das ist allerdings mehr oder minder nur im Interesse "erfolgreicher Unternehmer".
Nebenbei: dass Schöck als "erfolgreicher Unternehmer" geführt wird, ein Dirk Roßmann hingegen nur als "Unternehmer", sollte zu denken geben (zumindest dem Roßmann).


Prof. Dr. Dr. h.c. Reinhard Selten (Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften 1994):

„Gerade in der sehr starken Position des Englischen sehe ich den wichtigsten Aspekt des europäischen Sprachproblems.“
So etwas nennt sich Wissenschaft: eine unbelegbare Behauptung in den Raum stellen. Ok, gelogen: so etwas nennt sich Religion. Wo sonst hat man schon was davon gehört, vom "europäischen Sprachproblem"? In Deutschland beim Verein e.V.; so europäisch ist das.

Klaus-Eckhard Walker (Oberbürgermeister der Stadt Rastatt):
„Die Gesellschaft kann nur funktionieren, wenn wir eine gemeinsame Sprache sprechen, sonst entsteht eine Parallelgesellschaft.“
Der Rastattfari sagt mehr Wahres, als im selber lieb sein kann. Jene elitäre Parallelgesellschaft existiert seit Menschengedenken. Das Problem der Elite ist jedoch mittlerweile, dass nicht nur ihr eine Ausdrucksform gegeben ist, sondern ebenso dem Pöbel, Zwischennetz sei Dank. Das können sie nicht verknusen, die Gestalten vom Verein e.V., und sind also nur zur Hälfte getrieben von anti-englischen Ressentiments und einem großkotzenden Nationalismus - die andere Hälfte ist der Wille, wieder alleinig über die Wortgewalt zu verfügen.

Dr. Dieter Wedel (Regisseur und Drehbuchautor):
„Vermutlich macht man Filme, weil man sich nach etwas Unerfülltem sehnt.“
WTF?

Dienstag, Juli 01, 2008

2. Internationaler Day des Denglish - Warm-Up

Während der Coffee-to-go mit sofortiger Rückwirkung "Geh-Kaffee" zu schimpfen ist, damit die von feindlichen Einflüssen gereinigte doitsche Sprach' das gewisse Quäntchen unpräziser wird, bereitet sich der denglischsprachige Widerstand wie jedes Jahr auf den Internationalen Day des Denglish (I3D) am 4.7. vor. Den zweiten I3D, um genau zu sein.

Wie immer steht es allen Bloggenden frei, sich dieser Aktion anzuschließen. Einfach am 4.7. einen Beitrag zum Thema veröffentlichen - wie auch immer das ausschauen mag. Be creative.

Mit dem Beitrag Dengeln was das Zeug hält versucht der Atomare Erstschlag in vorauseilendem Ungehorsam, der Aktion neue Impulse zu geben und stellt in diesem Beitrag ein Banner (Wimpel) zur Verfügung. Wer's mag, verwendet dies, oder schaut noch mal bei den Logos (Markensymbolzeichengedöns) vorbei.

Dann hoffen wir mal auf rege Beteiligung. Beispielsweise in Form eines Blogeintrags, warum "Public Viewing" mit "Öffentlicher Aufbahrung" zwar ganz ok, aber trotzdem falsch eingedeutscht ist.

Mittwoch, Juni 18, 2008

Fast da: Spore.

Es kommt und kommt nicht: Spore. Na, das stimmt ja nun nicht, schließlich gibt es erstens einen angeblichen Releasetermin (diesen September), und zweitens seit heute/gestern (abhängig von der Zeitzone, duh) eine Demo des Spore Creature Creators. Also los, runterladen. Die anderen machen's doch auch.

Freitag, Mai 23, 2008

Wenn deine Argumente dich überholen

Lieber spät als nicht mehr möchte ich in gebührender Länge über einen Artikel in der Jungle World palavern, der es leider in sich hat: "Wenn die Wirklichkeit dich überholt", von Roger Behrens, aufgehangen am unlängst erschienenen "Grand Theft Auto IV" (GTA IV). Über diesen darf man denken, was man will - ein paar eklatante Disinfen sollen nicht unkommentiert bleiben.

Mit Blockbuster-Filmen und trivialmythischen Romanen teilen die millionenfach verkauften Computerspiele auch die Kurzlebigkeit. Der enorme ökonomische Erfolg findet keine Entsprechung im »kulturellen Kanon«. Kaum jemand redet noch von »Stalker – Shadow of Chernobyl«, dem Kassenschlager des vergangenen Jahres. Und dennoch sind solche Produkte in ihrer sozio­kul­turellen Bedeutung keineswegs zu unterschätzen. Sie sind historisch irrelevant, und gleichzeitig sind sie nichts anderes als ein adäquater Ausdruck der Geschichte der Gegenwart; Ausdruck der Funk­tion, die die Software und die Hardware im Alltag der Menschen haben.

Jupp, S.T.A.L.K.E.R. (!) kennt kein Mensch mehr. Doch man mag sich wundern, wie willkürlich dieser Griff in den Fundus der Computer- und Videospiele ist. S.T.A.L.K.E.R. war ok, aber nicht großartig, mit einer durchschnittlichen Bewertung von geschätzten 80% - schwerlich ein Meilenstein der Videospielgeschichte. Andere Spiele jedoch bleiben sehr wohl im kulturellen Gedächtnis; Serien zumeist (denn alles, was derartigen Erfolg genießt, bekommt ein Sequel, logisch), aber nicht ausschließlich. Kein Zufall jedenfalls, dass ausgerechnet ein Spiel aus dem ausgelutschtesten, innovationsärmsten und gameplaysimpelsten Genre herausgegriffen wurde - Egoshooter sind das spielerische Äquivalent der Boy Group-Retorten.

Allgemein wird die realistische, »wirklichkeits­getreue« Grafik, die Computerspiele wie »Grand Theft Auto«, »Stalker« oder »World of Warcraft« bieten, begeistert gefeiert.

Die Grafik von S.T.A.L.K.E.R. war wie das gesamte Spiel (nett, nicht topp), und World of Warcraft (WoW) ... wer hier von wirklichkeitsgetreuer (mit oder ohne Anführungszeichen) Grafik spricht, schreibt entweder seine Artikel auf der Schreibmaschine, oder biegt sich nun bereits zum zweiten Mal ein Argument zurecht.

Ein Computerspiel, in dem statt Auto Eisenbahn gefahren wird, in dem Städte aufgebaut statt zerstört werden, ist langweilig; mit »World of Warcraft« und dergleichen können Spiele wie »Railroad Tycoon« oder »SimCity« nicht mithalten.

"Und dergleichen" ... der Erfolg von WoW sucht seinesgleichen, zum dritten Male wird also konstruiert. Worin die Faszination von WoW besteht, ist leicht erklärt: Interaktion und Auseinandersetzung mit anderen Menschen via WoW-Interface ("der Welt schönster Chat-Client"), sowie flottes und regelmäßiges Verbessern des eigenen Charakters ("pling") - hier holt sich die Jugend, was ihr im "realen Leben" verwehrt bleibt: soziale Vernetzung und Anerkennung. Mit Zerstörung hat das nichts zu tun.
Dass in GTA IV auch Bahn gefahren wird, sei nur am Rande erwähnt.

Liebste Jungle World, es scheint, als wenn ihr eure Redaktion am liebsten in die Rudi-Dutschke-Straße verlegen wolltet. Lassen, das.

Dienstag, Mai 20, 2008

Peniscopter FTW

Der russische Oppositionsgroßmeister Garry Kasparov sah sich kurz ins Second Life versetzt, als ein Überraschungsgast während einer Kundgebung hereinschwebte:

Note to self: in Kürze mit dem Basteln beginnen. Für den diesjährigen Karlspreis kommt es leider zu spät ...