Samstag, September 29, 2007

Buffy the Slayer Comic

Noch mal kurz zur KONKRET. Im aktuellen (post-jubel) Heft gilt es einen gar hundstrivialen Artikel über eine unbedeutende, abgesetzte Fernsehserie zu beachten, geht somit die KONKRET ihrem Ende ein Stück weiter entgegen - nach Traktaten über World of Warcraft, Harry Potter und die Simpsons nur folgerichtig, sich nun Buffy the Vampire Slayer zu Gemüte zu führen. Theoretischer Aufhänger: die 8. Staffel, die zur Zeit als Comic bei Dark Horse erscheint (wir berichteten). Praktisch jedoch geht es um das feuchtfröhliche Traumpaar der Serie: Buffy und Spike. Und ist damit leider völlig unaktuell. Daß man in den Comics erfährt, daß Spikes (und Angels) kurze Stippvisite in Rom auf Buffys Spuren sie in Wahrheit nicht Buffy, sondern einer (von der Slayer-Gemeinde eingesetzte) Doppelgängerin näher bringen - kein Wort. Schade.

Doch bevor wir den insgesamt doch wohligen Artikel beiseite legen, hier mein persönliches Highlight (weil pet peeve von yours truly):
Daß "Buffy" zum Schönsten gehört, was Fernsehen je hervorgebracht hat, läßt sich eigentlich auf den ersten Blick erkennen; es sei denn, vielleicht, man schaut die deutsche Synchronisation. Schon daß die Serie hierzulande unter dem Titel "Buffy - Im Bann der Dämonen" laufen muß, zählt, neben der Umbenennung von Stan und Laurel in Dick und Doof, zu den ärgsten deutschen Übersetzungsverbrechen.
Wohl wahr, wohl wahr. Und die eigentliche Synchronisation ist keinen Deut besser ihr Titel (wer sich durch den längsten Blogeintrag der Internetgeschichte arbeiten mag, findet dort mehr zu diesem Thema - ab dem 4. Absatz geht's los).

Doch nun zurück zum Thema, also Salz in die offene Wunde der verpaßten Chance der KONKRET: das Buffy-Comic. Und der Comic ist [mode fanspeek]groß[/mode].

All jenen, die sich nach wie vor tunlichst davor sperren, der Serie auch nur den Hauch einer Chance zu geben, sei gesagt: die Comics werden sie auch nicht umstimmen. Und das im folgenden Geschriebene wird ihren Augen befremdlich vorkommen. Also: auf Wiedersehen.

Allen anderen sei kurz beschrieben, worum es in den bisherigen sechs Heften so geht. Eins vorweg noch: nicht alle Charakter der TV-Serie haben bisher ihre Aufwartung gemacht - beispielsweise "fehlen" bisher Spike und Angel (ein weiterer Grund, warum der KONKRET-Artikel etwas fehlgeleitet wirkt). Ok, here goes ...

Die 8. Staffel spielt nach dem offenen Ende von Angels 5. Staffel, doch was nach dem angelschen Kulminationspunkt mit den bis dahin Überlebenden (Angel, Spike, Illyria und Charles Gunn) geschah - kein Wort. Die Slayer bleiben (nach ihrem Sieg über das First Evil in Staffel 7) größtenteils organisiert - von den weltweit knapp 1800 Slayern arbeiten ca. 500 mit den Scoobies. Die US-Regierung stuft diese Slayer- als terroristische Organisation. Warren Mears ist zurück - nachdem er von Willow in Staffel 6 zu eloquent gehäutet wurde, hat Amy (die Ex-Rättin ...) ihn gerettet. Buffy hat zu ihrem Schutz zwei Doppelgängerinen (eine, wie oben beschrieben, in Rom; das Schicksal der anderen wird in Band 5 beschrieben). Und Faith, unser aller Lieblings-Slayer, wird von Giles auf eine korrupte Slayer angesetzt (ab Band 6, von dem das hier abgebildete Titelbild stammt).

Fazit: Five by five im Buffyverse, und business as usual für die Scoobies. Wer die Comics liest, ist anschließend noch nicht mal mehr halb so traurig, daß Buffy nicht mehr im TV zu sehen ist.

Donnerstag, September 27, 2007

A Marxist of the Groucho variety

Es sei mein Begehr, dem geneigten (dt: schrägen) Publikum nicht nur die Marx Brothers ein Stück weit näher ans Herzerl zu rücken, sondern in einem Abwasch auch gleich Aufklärung hinsichtlich meines Pseudonyms - ja, der Name ist nicht echt - nachzuliefern, da dieses bereits mehr als einmal die falschen Assoziationen hervorrief. Fangen wir also damit an: Firefly hat da erst einmal nichts mit der gleichnamigen und grandios-guten TV-Serie zu tun, auch wenn ich gestehen muß, daß diese Namensgleichheit sicherlich kein Hinderungsgrund gewesen ist. Nein, der Name "Julius Firefly", gerne auch einmal "Julius T. Firefly" oder "JT Firefly", rekurriert auf Rufus T. Firefly aus dem Marx Brothers-Streifen Duck Soup, dort gegeben von Groucho Marx, der in Wahrheit Julius mit Vornamen hieß. Soviel dazu.

Nun zu einigen der besonderen Perlen der Marx'schen Filmkunst, die hierzulande - auch dank unterirdisch schlechter Synchro und Untertitel - völlig zu Unrecht oft in die "Klamottenkiste" gepackt werden.

Eröffnen wir den schwarz-weißen Reigen mit der legendären Spiegelszene, nicht ganz zufällig aus dem bereits erwähnten Meisterwerk Duck Soup. Wir sehen Rufus T. Firefly (Groucho) im Nachthemd, und Pinky (Harpo) in Firefly-Verkleidung (Nachthemd, Brille, falscher Bart), und ganz am Ende noch Chicolini (Chico) ... aber ich will mal nicht vorgreifen. Bitte sehr:


Ein weiterer Klassiker, diesmal aus A Night at the Opera: Groucho und Chico handeln einen Vertrag aus.

Und gleich im Anschluß an diesen Filmausschnitt möchte ich den Blick auf den letzten Satz der Blogbeschreibung oben richten. Nun ist auch dieser Witz verbockt, nicht?

Dann war da noch das Password Swordfish.


Der Appetizer ist serviert, der Aufklärung ist Genüge getan. Gute Nacht.

Abu is back

Eine Erinnerung: dank Planet Hop zum Abu Bakr Rieger Fiasko. Dann verschwand zunächst das Originalvideo, dann das Remake.

Kurz und gut, das Fiasko und Abu sind zurück, dank dissi von dissidenz.olifani. In diesem Beitrag ist es zu finden, also nix wie hin.

Mittwoch, September 26, 2007

1000 Jahre taz

Was war 1974 doch für ein Jahr - eine Zeitenwende, würden manche sagen: Dungeons & Dragons und yours truly erblicken fast zeitgleich das Licht der Welt, Deutschland wird ausnahmsweise nicht Fußballweltmeister der Herzen, und Hermann Ludwig Gremliza beginnt seine Berufung als Herausgeber der KONKRET.

Nun ist sie bekanntlich 50, die KONKRET. Nach Studiblatt und Apo-Fanzine nun die publizistische Speerspitze einer seriösen Linken. Right? Wrong. Fragen Sie doch mal die taz.

Die aktuelle KONKRET bietet eingangs einen ansehnlichen Pressespiegel (angeführt von Schwesterzeitschrift Titanic), bei dem eben dieses grüne Beinahparteiorgan taz mehr als nur durch die schiere Ausführlichkeit auffällt. Die folgenden Zitate stammen zunächst aus dem Textchen "Das Gewissensmagazin" von Stefan Reinecke, welcher auch Gegenstand in der aktuellen KONKRET ist (entsprechend kurz wird es abgehandelt, Göttinseidank).

Erst einmal sind KONKRET-Lesende dumm wie Bohnenstroh, ja vermutlich gar dümmer als die grüne Basis.
Denn wer konkret liest, erwartet nichts Neues, schon gar nichts Zeitgemäßes. Sondern nur die Wiederkehr der immer gleichen Botschaften.
Nun sag uns aber bitte, lieber Herr Reinecke, um was für Botschaften es sich handeln mag.
Also: Fast alle Politiker in Deutschland sind nationalistische Trottel. Der deutsche Imperialismus ist nicht 1945 endgültig untergegangen, sondern quicklebendig. Die DDR war das bessere Deutschland. Deutsche sind meist Nazis oder zumindest Nationalisten - wenn nicht, wissen sie es bloß noch nicht. Die Grünen sind schon immer Verräter gewesen. Die Linkspartei besteht aus einem Haufen Nationalisten - und so weiter.
Die Grünen: Verräter? Da wird in der taz (wie zu erwarten) der Grünen Partei, jenem Club rechts und links der SPD, die zuletzt immer die Unfähigsten aus ihrem Führungsreigen zur Doppeldumpfheit benennen, mehr Bedeutung zugemessen als ihr zusteht. Und genau darum geht es meist in KONREKT, wenn sie sich doch einmal dazu herabläßt, über jene Partei ein, zwei Seiten zu verlieren: aktuelle grüne Dümmlichkeiten.
Der Rest? Da gesellt sich Unterstelltes zu Fakten, Fakten, Fakten (z.B. Linkspartei). Wie schön einfach die Welt doch ist, durch die grüne Brille betrachtet.

Ein Zukunftsausblick darf nicht fehlen.
Und die nächsten 50 Jahre? Sehen für konkret nicht gut aus. Die Linke könnte zwar ein Blatt gebrauchen, das ihr ohne Rücksichtnahme in die Suppe spuckt. Aber nicht mit Gesinnungskanon und in diesem Bescheidwisserton.
Alles falsch machen die von der KONKRET. Bis heute haben sie, im Gegensatz zur taz, noch nicht mal eine ordentliche Kampagne auf die Beine gestellt, die dem Aboschwund entgegenwirkt. Das darf nicht sein.

Dann sind da, und nun wird es, beim Thema KONKRET laut taz eigentlich unüblich, tagesaktuell, wenn wir einen Blick auf die heutigen (26.9.) "Irrwege der Kulturrevolution" von Alexander Cammann werfen.

Da wird zunächst mit der grünen Basis, wie bereits erwähnt ähnlich dumpfes Pack wie KONKRET-Lesende, abgerechnet:
Der menschenrechtszentrierte, bewaffnete Internationalismus, eine grüne Errungenschaft seit Srebrenica, wird über Bord gekippt, sobald Oskar Lafontaine die Backen aufbläst.
Da machen sie sich den Buckel krumm, die grünen Funktionäre, erfinden Kriegslügen und Gräueltaten, nur um endlich in der Realpolitik ankommen zu können, und dann ist die Basis immer noch nicht gänzlich vom altbackenen Pazifismus befreit. Schande. Die Watschn Richtung Linkspartei muß sein, ist diese doch am meisten eine Gefahr für zukünftige rot-grüne Koalitionen.
Und: "menschenrechtszentrierte"? Dies' Wort sollten wir alle ab jetzt täglich gebrauchen, damit es am Ende das bekommt, was es verdient: den Titel "Unwort des Jahres 2008".

Doch weg von den Grünen, hin zum Thema:
"Wir leben in einer Zeit, in der Revolutionen nicht zu machen sind": Zu solch aufregend neuen Erkenntnissen gelangt Hermann L. Gremliza in der Jubiläumsausgabe von Konkret. Zweifel gehören dabei immer noch nicht zur geistigen Grundausstattung der Zeitschrift.
Schönes Schlußwort. Bleibt festzuhalten: die taz ist neidisch auf KONKRET. Denn die KONKRET ist kein Parteiorgan. Schizoide Auswüchse wie bei der taz - die rot-grüne Regierung bei jeder Gelegenheit zu kritisieren, um dann bei Bedarf ordentlich Wahlkampf für sie zu veranstalten (und dabei noch den drögsten Antiamerikanismus zu bemühen) - sind nicht zu erwarten. Die taz selber würde solch unentschiedenes Wischiwaschi Zweifel nennen. Bitte sehr, gerne doch.

Dienstag, September 25, 2007

Abu Banned

Wie am nicht mehr ordnungsgemäß eingebundenen Video im Abu-Fiasko-Beitrag zu erkennen ist, wurde dieses Video von YouTube gekickt.

Warum? Die eMail von YouTube erklärt:
After being flagged by members of the YouTube community and reviewed by YouTube staff, the video below has been removed due to its inappropriate nature.
Das "Flaggen" von unliebsamen Videos ist eine beliebte Freizeitbeschäftigung der "Community" auf YouTube. Gerade religiöse "Members", ob christlich- oder islamisch-fundamentalistische, sind hierfür berüchtigt (siehe Nick Gisburne). Es wird alles markiert, was - in welcher Form auch immer - kritisch gegenüber dem eigenen Aberglauben ist. Das Abu-Fiasko-Video paßt da völlig ins Programm - nicht nur meine Version, sondern auch die Originalfassung sind von YouTube verschwunden.

Weiter heißt es in der eMail:
Please refer to our Terms of Use and the Community Guidelines for more information on what video material is not permitted on YouTube.
Ok, schauen wir mal nach ... nicht erlaubt sind:
* Pornography or sexually explicit content.
* Videos showing dangerous or illegal acts, like animal abuse, drug abuse, or bomb making
* Graphic or gratuitous violence.
* Gross-out videos of accidents, dead bodies and stuff like that.
* Hate speech which contains slurs or the malicious use of stereotypes intended to attack or demean a particular gender, sexual orientation, race, religion, or nationality.
Zudem ist das Copyright zu beachten. Und wahrlich, das Copyright ist im Abu-Fiasko mindestens umstritten. Beim "Flaggen" hat man die Wahl zwischen "Sexually explicit", "Mature content", "Graphic violence", "Hate speech" oder "Other Terms of Use violation". Unter diesen letzten Punkt fällt auch die Copyright-Verletzung, doch bei einem laienhaft abgefilmten Redebeitrag auf einer (öffentlichen?) Tagung wird es schwer - wie soll YouTube hier von Copyright-Verletzungen ausgehen können? (Zudem: soweit ich weiß, vergibt YouTube in diesem Fall umgehend Verwarnungen - bei dreien wird der Account gelöscht.)

Bleibt die "Hate Speech". Und, tatara, genau dies kann man Abu zur Last legen, wenn er die Ineffizienz des Holocaust beklagt.

Doch halt! Erstens hält sich der fiese Abu gekonnt zurück (nie sagt er "Juden", nie "Holocaust"), zweitens wird die Satire-Lizenz bemüht, um Abus Übersetzer Worte in den Mund zu legen, und drittens: huh?

Sei es wie es mag, YouTube war schon in der Vergangenheit allzu gerne bereit, die Forderungen religiösen pressure groups zu erfüllen. Vielleicht würden sie auch andersherum tätig - nur leider "flaggt" die "andere Seite" nicht so ausgiebig, und ist auch nicht so gut organisiert wie die Fundis (die private Gruppen auf YouTube unterhalten, wo sie sich gegenseitig dazu auffordern, bestimmte Videos zu "flaggen"). Ab und an passiert es zwar (Beispiel: GlennReb), doch bleibt dies die Ausnahme - und kann auch nicht die Lösung des Problems sein. Ansonsten gibt's bald nur noch Urlaubs- und Kindervideos auf YouTube.

Donnerstag, September 20, 2007

Kriegserklärung für die Hamas!?

Spiegel Online läßt sich nicht lumpen (bzw. gerade doch) und schreibt sich angesichts der Androhung von "Einschränkung der Energie- und Treibstofflieferungen" von Israel Richtung Gaza folgendes ins Poesiealbum:
Für die radikal-islamische Hamas im Gazastreifen ist es eine Kriegserklärung, für Israel ein Signal, dass es keine weiteren Raketenangriffe aus dem Gazastreifen auf sein Territorium hinnehmen will.
Oha, eine Kriegserklärung? Dann wird die Hamas nun wohl aufhören, mit Konfettikanonen zu ballern, und statt dessen zu Kriegsgerät greifen.

Aber SpOn wäre nicht SpOn, wenn es das schon gewesen wäre. Nixda:
Sollten die Sanktionen jedoch umgesetzt werden, wären die humanitären Konsequenzen für die Bevölkerung verheerend, sagt der Ökonom und ehemalige palästinensische Handelsminister Hasan Abu Libdeh. Die Wirtschaft des Küstenstreifens würde noch stärker zurückgeworfen.
Genau das strebt die israelische Regierung an. Ein Black Out in Gaza, hofft man in Jerusalem, werde die Bevölkerung zum Sturz der Hamas anstacheln.
Genau das strebe die israelische Regierung an: Die Wirtschaft des Küstenstreifens wird noch stärker zurückgeworfen. Toll gebastelt, SpOn.

Weiter im Text:
Sie ["westliche Experten des internationalen Rechts"] betrachten den Gaza-Streifen weiterhin als besetztes Gebiet, weil Israel alle Grenzen, den Luftraum und die Küste kontrolliert. Zudem fallen israelische Truppen fast täglich in Gaza ein.
Israelische Truppen fallen in Gaza ein. Einfach so. Weil sie es können und sonst nichts zu tun haben.

Zugabe gefällig?
Israel stehe nahe vor einer großen Militäroperation in Gaza, meint denn, schon fast etwas ungeduldig, Verteidigungsminister Barak.
Ungeduldig? Blutdürstig müßte das heißen. Nächstes Mal dann.

Auf die morgige "junge Welt" darf man sich schon freuen. Wenn sie nicht einfach den SpOn-Artikel kopiert.

Montag, September 17, 2007

Das Abu Bakr Rieger Fiasko - "endlich" mit Untertiteln

Auf Planet Hop war kürzlich dieses gar amüsant-dramatische Video zu sehen, in welchem sich ein gewisser Abu Bakr Rieger, Herauswerfer der Islamischen Zeitung, gar mächtigst sein antisemitisches Coming Out feiert. Planet Hop zitiert die Geistesgröße in etwa so:
„Wie d Türke hend au mir Deidsche in dr Geschichde scho ofd für oi guade Sache kämbfd, obwohl i zugebe muss, dess moi Großvädr bei unserem gmoisame Haubdfoid nedd ganz gründlich ware.“

Nun werden sich manche fragen, ob Abu denn angesichts dieses Kauderwelschgeseiers auch vernünftig übersetzt wurde. Die Antwort: ja. Aber schauen Sie selbst:

(Direkter Link.)

P.S: Herzlichen Glückwunsch zum 500. Beitrag, Julius. (Danke.)