Typ am cell phone im Vorübergehen: "Schau doch mal bei Amazon."
Amazon. Gesprochen: Ahmatzohn. Da wird es Zeit für einen offenen Brief.
Unliebe Denglish-Verweigerer,
falls ihr euch in eurem Deutschtum von einem amerikanischen Versandhaus angegriffen fühlt, dann, verdammich, bestellt doch nicht dort, und empfehlt es auch nicht weiter. Denn wenn ihr den Namen dieses Online-Shops zwangsgermanisiert, macht ihr nicht nur euch lächerlich, sondern eure direkte Umgebung um gefühlte fünf IQ-Punkte dümmer. Amazon spricht sich "Ämäsn" und nicht anders. Und wenn ihr schon eindeutscht, dann nennt den Laden doch direkt "Amazonas". Dann versteht nämlich auch der Depp aus der letzten Reihe, was ihr für Trottel seid.
Danke im Voraus,
JTF
Beating the dead horse since 2005.
Dieser Blog drückt zwar die Meinung des Autors, nicht aber die der Lesenden aus. Falls doch, ist diese wieder manuell einzudrücken. Nicht für empfindliche Naturen. Ent- und Benutzung auf eigene Gefahr, und mindestens zweimal die Woche. Im übrigen, ich unterstehe nur einem Gericht, mir selbst, und das Urteil jedes anderen ist mir gleichgültig. There is no Sanity Clause.
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Freitag, Dezember 18, 2009
Donnerstag, September 06, 2007
Jugend von heute: Licht am Ende des Tunnels
Ja, die "Jugend von heute": kulturlose Gestalten ohne Musik-, Film- oder sonstigen Geschmack, vollständig aufs Konsumieren noch des letzten Dumpfsinns getrimmt. Doch ach, was hörten meine greisen Ohren, während der Rest meines Körpers an der Ampel wartete?
Ein Blag, vielleicht 6, vielleicht 8 Jahre alt, zum anderen: "Kennste Käptän Fjutscher? ... Ich aber schon, bätsch."
Und damit ist zumindest dieser Tag gerettet, Dank sei ... der kulturellen Überlegenheit der Achsenmächte. Oderwieoderwas?
Ein Blag, vielleicht 6, vielleicht 8 Jahre alt, zum anderen: "Kennste Käptän Fjutscher? ... Ich aber schon, bätsch."
Und damit ist zumindest dieser Tag gerettet, Dank sei ... der kulturellen Überlegenheit der Achsenmächte. Oderwieoderwas?
Samstag, September 01, 2007
Soeben im Buchhandel
Ein älteres Ehepaar betritt die größte Buchhandlung am Platze. Und ist völlig hin und weg.
Sie zu ihm: "Kuck mal, ein Bestseller!"
Unglaublich, was die für tolle Bücher haben.
Sie zu ihm: "Kuck mal, ein Bestseller!"
Unglaublich, was die für tolle Bücher haben.
Freitag, Juli 20, 2007
Bäume in der Mitte der Allee
Gestern Nacht auf dem Heimweg: zwei Frauen (Anfang 20?) sitzen vorm Plus im Auto (auf Ladenöffnung wartend?), und eine erzählt:
So einfach ist das.
Da sag' ich zu dem: "Such dir Arbeit". Er dann: "Ich bin obdachlos." Und ich: "Alter, wir sind hier in Deutschland."
So einfach ist das.
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Sonntag, April 01, 2007
5.1-Radios und Downgrade-Update
Neulich im Elektronikdiscounter deiner Wahl. Gleich zwei surreale Anfragen, die Mitleid fürs Verkaufspersonal hervorbrachten.
Situation 1:
Kundin schlendert durch die Ecke mit den 5.1-Systemen und spricht unvermittelt einen Verkäufer an: "Entschuldigung, Sie hatten hier letztens so ein Radio."
Situation 2:
Ein Kunde interessiert sich für einen neuen PC. Untere Mittelklasse (PC, nicht Kunde) mit Windows Vista Home Basic. Da will man natürlich mehr, früher oder später, und so fragt er: "Kann man das auf Windows XP upgraden?"
Situation 1:
Kundin schlendert durch die Ecke mit den 5.1-Systemen und spricht unvermittelt einen Verkäufer an: "Entschuldigung, Sie hatten hier letztens so ein Radio."
Situation 2:
Ein Kunde interessiert sich für einen neuen PC. Untere Mittelklasse (PC, nicht Kunde) mit Windows Vista Home Basic. Da will man natürlich mehr, früher oder später, und so fragt er: "Kann man das auf Windows XP upgraden?"
Donnerstag, März 22, 2007
Ruhe sanft
Neulich, in nicht näher bestimmbaren Zusammenhängen, sprach der Wissenschaftler zum Bänker: "Wir wissen, Sie müssen nun los, denn Sie haben noch viel auf dem Schreibtisch zu liegen."
Hat niemand bemerkt, diesen Schlag ins Gesicht.
Hat niemand bemerkt, diesen Schlag ins Gesicht.
Donnerstag, Februar 15, 2007
Narretei
Kurz vor Karneval, auf dem Weg zum Lebensmitteldiscounter (billigst): eine Horde (2) Rocker, augenscheinlich authentisch und nicht verkleidet.
Rocker 1: "Williams is' jetzt Toyota."
Rocker 2: "Häh?"
Rocker 1: "Williams is' jetzt Toyota."
Rocker 2: "Ah."
Drinnen dann: ein Paar oder Pärchen steht bei einem älteren Mann. Die männliche Hälfte des Paars oder Pärchens erklärt ihr: "Das is' mein Vater sein Bruder."
Da kenn' sich einer mit diesen hochkomplexen Familienverhältnissen aus.
Überhaupt, Karneval und der um sich greifende Stumpfsinn. Will ja nicht das alte Linkenethos auspacken, von wegen ganzes Jahr auf Spießbürger machen, und dann zu Karneval den Polenpunk nach anderthalb Kisten Bier geben. Jedoch ist das nicht ganz falsch, und dieses toll-toitsche Trauerspiel wird mit einer unerträglichen Penetranz vorgetragen, der man sich schwerlich bis nicht entziehen kann, außer durch Urlaub (was Geld kostet, bah), womit der Unterschied zum besoffenen Polenpunk deutlich wird: diesen läßt man unbeachtet an der Kreuzung stehen. Lesen im Bus (womit man sich in Deutschland, anders als beispielsweise in England, zum krassen Außenseiter stilisiert, außerhalb Karnevals also zum Polenpunk) ist gänzlich unmöglich, am besten erst nicht das Haus verlassen. Und kommenden Montag trampelt wieder der Umzug durch mein Zimmer - bähbäh.
In die Gegend kotzende und pinkelnde Karnevalisten sind ja nur halb so schlimm, solange man eine Kamera am cell phone hat. Karnevalistischer Sexismus jedoch ist schon recht ekelerregend: "Weiberfastnacht", wo laut Anzeigenheftchen Super Mittwoch die "jecken Weiber die Macht" übernehmen, um dann ab Freitag wieder die Küche zu schrubben?
Apropos Gottesbeweis: wieso macht Gott bloß das Wetter zu Karneval schön?
Rocker 1: "Williams is' jetzt Toyota."
Rocker 2: "Häh?"
Rocker 1: "Williams is' jetzt Toyota."
Rocker 2: "Ah."
Drinnen dann: ein Paar oder Pärchen steht bei einem älteren Mann. Die männliche Hälfte des Paars oder Pärchens erklärt ihr: "Das is' mein Vater sein Bruder."
Da kenn' sich einer mit diesen hochkomplexen Familienverhältnissen aus.
Überhaupt, Karneval und der um sich greifende Stumpfsinn. Will ja nicht das alte Linkenethos auspacken, von wegen ganzes Jahr auf Spießbürger machen, und dann zu Karneval den Polenpunk nach anderthalb Kisten Bier geben. Jedoch ist das nicht ganz falsch, und dieses toll-toitsche Trauerspiel wird mit einer unerträglichen Penetranz vorgetragen, der man sich schwerlich bis nicht entziehen kann, außer durch Urlaub (was Geld kostet, bah), womit der Unterschied zum besoffenen Polenpunk deutlich wird: diesen läßt man unbeachtet an der Kreuzung stehen. Lesen im Bus (womit man sich in Deutschland, anders als beispielsweise in England, zum krassen Außenseiter stilisiert, außerhalb Karnevals also zum Polenpunk) ist gänzlich unmöglich, am besten erst nicht das Haus verlassen. Und kommenden Montag trampelt wieder der Umzug durch mein Zimmer - bähbäh.In die Gegend kotzende und pinkelnde Karnevalisten sind ja nur halb so schlimm, solange man eine Kamera am cell phone hat. Karnevalistischer Sexismus jedoch ist schon recht ekelerregend: "Weiberfastnacht", wo laut Anzeigenheftchen Super Mittwoch die "jecken Weiber die Macht" übernehmen, um dann ab Freitag wieder die Küche zu schrubben?
Apropos Gottesbeweis: wieso macht Gott bloß das Wetter zu Karneval schön?
Donnerstag, Februar 01, 2007
Trauerlachanfall
Trauerfälle sind, was der Begriff schon nahelegt, nicht unbedingt ein Grund zur Freude. Doch frohlocket, die katholische Kirche hilft.
Wie beispielsweise heute. Der Pastor gab sich bei der Totenmesse für die ((Ur-) Groß-) Mutter (Jahrgang '17) Mühe, ein wenig Freude in die Trauergemeinde zu tragen. Gottes Wille, das kennt man. Leben nach dem Tode viel toller als dies Jammertal, kennt man auch. Die üblichen müden Witzchen eben. AtheistInnen seien arme Würstchen, das hört man hingegen viel zu selten.
Ein richtiger Schinkenklopfer waren dann aber die pastoralen Anekdötchen aus Brasilien. Daß die Leute da teils sehr, sehr arm seien, meinte er. Und trotzdem (haha) sehr gläubig seien. Daß sie, wohl aufgrund der Armut, teils sehr jung sterben würden. Und dann, wenn es soweit ist, frohen Mutes gen Himmelreich rennen. Und das ist doch wirklich toll.
Spätestens da hielt es niemanden mehr auf den Sitzen. Standing ovations, der Saal kocht. Oder so wäre es wohl gekommen, wenn nicht alle schon eingeschlafen wären. Deshalb hat sich wohl auch niemand an die einleitenden Worte erinnert ("Gottes Wege sind unergründlich", noch ein alter Hut), womit uns der Pfaffe sagen wollte, daß Armut mit Todesfolge halt gut und richtig ist, Gott sei Dank und Dank sei Gott.

Eine Zugabe brachte die Humorkanone selbstredend auch. Daß nämlich Glaube sich schon alleine dafür lohnen würde, um im letzten Moment auf dem Erdenrund etwas Trost zu erfahren. Mit Gott stirbt sich halt am besten. (Tusch!)
Wer solch eloquente Plus-Minus-Rechnungen für seinen Aberglauben aufzustellen vermag, betreibt vermutlich immer noch Ablaßhandel. Respekt dafür, wenn schon sonst für nichts.
Wie beispielsweise heute. Der Pastor gab sich bei der Totenmesse für die ((Ur-) Groß-) Mutter (Jahrgang '17) Mühe, ein wenig Freude in die Trauergemeinde zu tragen. Gottes Wille, das kennt man. Leben nach dem Tode viel toller als dies Jammertal, kennt man auch. Die üblichen müden Witzchen eben. AtheistInnen seien arme Würstchen, das hört man hingegen viel zu selten.
Ein richtiger Schinkenklopfer waren dann aber die pastoralen Anekdötchen aus Brasilien. Daß die Leute da teils sehr, sehr arm seien, meinte er. Und trotzdem (haha) sehr gläubig seien. Daß sie, wohl aufgrund der Armut, teils sehr jung sterben würden. Und dann, wenn es soweit ist, frohen Mutes gen Himmelreich rennen. Und das ist doch wirklich toll.
Spätestens da hielt es niemanden mehr auf den Sitzen. Standing ovations, der Saal kocht. Oder so wäre es wohl gekommen, wenn nicht alle schon eingeschlafen wären. Deshalb hat sich wohl auch niemand an die einleitenden Worte erinnert ("Gottes Wege sind unergründlich", noch ein alter Hut), womit uns der Pfaffe sagen wollte, daß Armut mit Todesfolge halt gut und richtig ist, Gott sei Dank und Dank sei Gott.

Eine Zugabe brachte die Humorkanone selbstredend auch. Daß nämlich Glaube sich schon alleine dafür lohnen würde, um im letzten Moment auf dem Erdenrund etwas Trost zu erfahren. Mit Gott stirbt sich halt am besten. (Tusch!)
Wer solch eloquente Plus-Minus-Rechnungen für seinen Aberglauben aufzustellen vermag, betreibt vermutlich immer noch Ablaßhandel. Respekt dafür, wenn schon sonst für nichts.
Montag, September 18, 2006
Zu blöd für den Blauhelm?
Gerade im Bus: an der Haltestelle vor der Kaserne steigen drei schnieke Herren in Bröseltarnfarben ein, und setzten sich in das hintere Drittel des Busses, wie sich das geziemt.
Oberfeldtrottel zu Staatsbürger in Wehrmachtsnachfolgeuniform: "Wenn du ficken willst, aber kein Geld für den Puff, dann gehste ins B9."
Ob sich die Aachener Kinder- und Erstsemesterdisko im Stadtzentrum über diese Reklame freuen wird, ist fraglich. Inhaltlich korrekt hätte der Satz jedenfalls lauten müssen: Willste Lobotomie, dann Bund.
Oberfeldtrottel zu Staatsbürger in Wehrmachtsnachfolgeuniform: "Wenn du ficken willst, aber kein Geld für den Puff, dann gehste ins B9."
Ob sich die Aachener Kinder- und Erstsemesterdisko im Stadtzentrum über diese Reklame freuen wird, ist fraglich. Inhaltlich korrekt hätte der Satz jedenfalls lauten müssen: Willste Lobotomie, dann Bund.
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Dienstag, Juli 18, 2006
Sitzrausch
Woher kommt's, daß mir in letzter Zeit gehäuft öffentlich zur Schau gestellte Dumpfheit ab- und auffällt? Zum Beispiel hier (gaaanz weit unten, vor den Käsecharts), hier (ein bischen) und hier (dumm und dreist).
Heute jedenfalls, beim Badeanzugkaufen (nicht für mich): Neben den Umkleidekabinen befanden sich, wie es für größere Kaufhäuser mittlerweile üblich ist, Sitzgelegenheiten - in diesem speziellen Fall gar transparente Sitzschalen.
Mädchen (16 oder 17) setzt sich hin, während ihr Freund (36 oder 41, Quatsch: 15 oder 16) zum Anprobieren eines hippen Trainingsanzugs schlürft. Der arme Kerl hatte es gerade einmal zwei Schritte von ihr weg geschafft, da rief sie aus:
"Boah, krass: Ist kein Glas, ist Plastik! Super!"
Unter uns: da wäre ich auch froh gewesen.
Heute jedenfalls, beim Badeanzugkaufen (nicht für mich): Neben den Umkleidekabinen befanden sich, wie es für größere Kaufhäuser mittlerweile üblich ist, Sitzgelegenheiten - in diesem speziellen Fall gar transparente Sitzschalen.
Mädchen (16 oder 17) setzt sich hin, während ihr Freund (36 oder 41, Quatsch: 15 oder 16) zum Anprobieren eines hippen Trainingsanzugs schlürft. Der arme Kerl hatte es gerade einmal zwei Schritte von ihr weg geschafft, da rief sie aus:
"Boah, krass: Ist kein Glas, ist Plastik! Super!"
Unter uns: da wäre ich auch froh gewesen.
Freitag, Juli 14, 2006
In den Tod geholfen
Gerade, eingebogen vom Trottoir zur Einfahrt, kamen mir Frau (alt) mit Hund (winzig) entgegen. Keine große Sache, dachte ich, da komm ich noch durch, bevor mir der Hund den Weg abschneidet. Knapp wurde es aber trotzdem, weshalb die Frau ihre Töle prompt und höflich zurückrief:
Und schon bin ich schneller gelaufen.
"Azrael, bleib."
Und schon bin ich schneller gelaufen.
Freitag, Juni 02, 2006
Brotfetisch
Neulich, also gerade eben, kurz vor 20h, beim unfreundlichen Monarchistenzwergsupermarkt um die Ecke: vor mir im Gang ein Yuppie-Pärchen, Marke jung, erfolgreich, strunzdumm.
Die beiden stehen da, wo ich ran will: ans Brot. Sehr zur Freude der Bäckerei-Innung gibt's dort frisches Brot zum Backfactoryprize, äh -preis. Sehr zu empfehlen, weil besonders magenschonend: das Zwiebelbrot. Und genau jenes hat es diesen Schnöseln angetan.
Sie: "Ist das denn frisch?"
Na klar, du Lappen, schließlich wird das Brot erst wenige Sekunden vor Ladenschluß in die Auslage gelegt... Man fragt sich schon, wo sie ansonsten noch Brot herbekommen will - von der Tankstelle?
Er, ahnungslos guckend: "Weiß nicht."
Mit der Antwort hatte sie wohl gerechnet, denn die Antwort folgte auf dem Fuße: "Wir können ja mal testen."
Und prompt demonstriert sie, was sie in der Kronenbrotreklame gelernt hat: das ahnungslose Zwiebelbrot wird deftig geknufft, um die Konsistenz, also die Frische, zu testen. Was die wandelnde Modebotique leider nicht bedacht hat, oder es war ihr einfach egal: in der Werbung ist das Brot durch Plastikfolie geschützt, hier jedoch lag es nackend in der Auslage.
Da der Test negativ ausfiel, war ihr Appetit auf Zwiebelbrot wohl vergangen, und kein anderes Brot konnte ihre Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Schade, daß so viele Brote den Feierabend unbefriedigt begehen müssen.
Ich für meinen Teil griff mir mit flinken Händen das zweite, noch unberührte Zwiebelbrot, hatte aber noch eine Bitte: ob sie, die Brotexpertin, nicht auch dieses Brot auf Frische testen möge, sicher ist sicher.
Die beiden stehen da, wo ich ran will: ans Brot. Sehr zur Freude der Bäckerei-Innung gibt's dort frisches Brot zum Backfactoryprize, äh -preis. Sehr zu empfehlen, weil besonders magenschonend: das Zwiebelbrot. Und genau jenes hat es diesen Schnöseln angetan.
Sie: "Ist das denn frisch?"
Na klar, du Lappen, schließlich wird das Brot erst wenige Sekunden vor Ladenschluß in die Auslage gelegt... Man fragt sich schon, wo sie ansonsten noch Brot herbekommen will - von der Tankstelle?
Er, ahnungslos guckend: "Weiß nicht."
Mit der Antwort hatte sie wohl gerechnet, denn die Antwort folgte auf dem Fuße: "Wir können ja mal testen."
Und prompt demonstriert sie, was sie in der Kronenbrotreklame gelernt hat: das ahnungslose Zwiebelbrot wird deftig geknufft, um die Konsistenz, also die Frische, zu testen. Was die wandelnde Modebotique leider nicht bedacht hat, oder es war ihr einfach egal: in der Werbung ist das Brot durch Plastikfolie geschützt, hier jedoch lag es nackend in der Auslage.
Da der Test negativ ausfiel, war ihr Appetit auf Zwiebelbrot wohl vergangen, und kein anderes Brot konnte ihre Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Schade, daß so viele Brote den Feierabend unbefriedigt begehen müssen.
Ich für meinen Teil griff mir mit flinken Händen das zweite, noch unberührte Zwiebelbrot, hatte aber noch eine Bitte: ob sie, die Brotexpertin, nicht auch dieses Brot auf Frische testen möge, sicher ist sicher.
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