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Freitag, Juni 08, 2007

Heute vor 1375 Jahren...

... hat der persische Raum zwar einen Warlord verloren, aber einen Propheten gewonnen: Mohammed starb am 8. Juni 632 in Medina.

Ist es nicht unfair: seine weltreligiöse Nemesis, Jesus von Nazareth, ist omnipräsent - obwohl es sich bei diesem irgendwie und hoppsala um Gott persönlich handeln soll, von dem wohl an (scheinbar unbedeutender Stelle) in der Bibel steht, daß man sich von ihm kein Bild machen soll. Zahlreiche (wenn auch nicht alle) Richtungen des Islams verbieten aber die Bebilderung ihres (letzten) Propheten.

Da darf man schon mal wütend und gehässig werden. Wie zum Beispiel so:


Aus noch aktuellerem Anlaß: dieses Video.

Mittwoch, April 18, 2007

Wenn einer diese Reise tut...

Wer kommt mit nach New York? Kostet auch nichts, ehrlich. Dauert nur etwas.

Montag, März 26, 2007

Tonight we dine in the Batcave.

Kleiner Nachtrag zu HdK(1)-tB vom letzten Samstag:


Inspiriert durch diese und diese und Dutzende ähnlicher Seiten zum neuesten Testosteronstreifen, der auf einem Frank Miller-Comic basiert: 300.

Samstag, Dezember 02, 2006

Muckefuck ist mein Gemüse

Sehr geehrte Freundinnen und Freunde des guten Geschmacks, liebe Gourmanden,

was waren das früher für Zeiten, als wir das magenbittere Erzeugnis von ausgebeuteten Kaffebäuerinnen und -bauern runterkippen mußten, nur damit anschließend der Kreislauf zunächst in stratosphärische Höhen und dann in infernale Tiefen schnellte. Doch vorbei. Vorbei!, sag ich.

Was heißt hier "früher"? Einige von uns erinnern sich noch lebhaft [sic!] an jenes einschneisige Ereignis, das Kriegsende im Mai 1945, dieser Schnitt durch Zeit und Hirne, als Deutschland nicht nur der Naziherrschaft, sondern gleich auch des Röstkaffees entledigt wurde. Was haben wir gejubelt! Nie wieder braune Bohnen!

Doch dann aber, der fiese Adenauer und der dicke Erhard. Mit übelster Propaganda und finsterster Demagogie setzten diese zwei Herren [sic!] den Bohnenkaffee wieder auf den Frühstücksplan des errettet geglaubten deutschen Volkes. Einhergehend mit der unaufhaltsamen Erstarkung der extremen Rechten wurde der Muckefuck (für Ahnungslose: Getreidekaffee), Nektar der Götzen, an den Rand der Bedeutungslosigkeit gedrängt, wo er seitdem mit der deutschen Restlinken einen Festschmaus veranstaltet. Doch Schluß. Schluß!, sag ich.

Was aber ist eigentlich Getreidekaffee, pardon: Muckefuck? Die Basiszutaten dieses köstlichen Heißgetränks, von abhängenden Zungen als Kaffeesurrogat beschimpft (was, geLINDE gesagt, unhöflichster Schwachsinn ist) sind für gewöhnlich Gerste, Malz und/oder Roggen, angereichert mit Chicorée, Eicheln, oder was sonst noch so im Garten liegt.

Bescheidwissende sortieren den Muckefuck, genau wie den menschenfeindlichen Bohnenkaffee, in "richtig" und "Instant". Im Gegensatz zu den protofaschistischen Bohnen hat sich beim Muckefuck jedoch die Instant-Variante durchgesetzt. Und das ist nicht gut. Schlecht!, sag ich.

Richtiger Muckefuck ist aufzubrühen. Dann schmeckt's auch besser, und die Kaffeemaschine wird vor dem Sperrmüll gerettet.

Ran an das Zeug, lautet das Gebot der Stunde. Ab dafür!

Dienstag, November 14, 2006

Geartete Kunst (4)


"Typuskript"
(Farbpapierkollage und Aquarell auf Zeitungspapier)

Suspekter noch als der Realismus der Darstellung war den Kritikern die täuschende Wirkung des Portraits; ihrethalben wurde ihr Kunstcharakter von Beginn an kontrovers beurteilt. Die illusionistischen Mittel, mit denen das Portrait seine Wirkung auf Betrachter erzielt, kritisierte schon Goethe als 'barbarische Tendenzen', die dem Publikum nichts mehr zur Imagination übrigließen. Baudelaire bezeichnete sie als Kriegslisten, die deshalb funktionierten, "weil das Publikum unfähig ist, sich für die natürliche Taktik echter Kunst zu begeistern."

Somit folglich bleibt als gar einzige Enderlösung von dem Bösen das Feuer - für das Bildnis, für den Ausstellungsort, für den Künstler. Gute Nacht.

Sonntag, November 12, 2006

Kleinstkunst

Wir kennen das: drei Mal nicht zu Mittag gegessen, um sich die nicht gerade günstige Eintrittskarte für das Kabarettprogramm einer lokalen Lustigtruppe von Mund und Magen abzusparen, dann als persönliche Premiere zur gehypten Truppe nebst deren aktuellem Programm, und schließlich überglücklich sein, dabei sein zu dürfen.

Nun liegt das allerdings nicht am Dargebotenen, sondern am passenden Soundtrack, der parallel zur Bühnenaction im eigenen Kopf abläuft, beispielsweise von Tocotronic.

Ich verabscheue Euch wegen Eurer Kleinkunst zutiefst, klar, das naheliegende theme des Abends. Aber auch Die Grenzen des guten Geschmacks, Sie wollen uns erzählen und Samstag ist Selbstmord werden gefeatured.
Zur Zugabe wird Jetzt geht wieder alles von vorne los dargeboten, und wenn es dann doch mal vorbei ist: Bitte gebt mir meinen Verstand zurück.

Und wenn dann noch eine der Gestalten auf der Bühne mit dir zusammen auf der Grundschule war, jedoch noch genau so guckt, sich noch genau so bewegt, noch genau so redet wie vor 20 Jahren, gibt's als Bonus Ich werde mich nie verändern. Und das ist fast trauriger als alles andere.

Aber, wie schon gesagt, hat Spaß gemacht. Und zwei, drei Mal gelang es der Bühnencombo, den Soundtrack in den Hintergrund zu drücken. Immerhin.

Montag, Oktober 09, 2006

Man lernt nie

... aus. So zum Beispiel hier:



Und das ist nur das erste von acht Bildern. Lohnt einen Blick, oder hätten Sie gewußt, daß die Erde ungefähr so groß wie die Venus ist? Klar, ist läpp'sch. Der direkte Vergleich zwischen den Planeten unseres Sonnensystems (wir zählen hier einfach mal Pluto und andere ambivalenten Eisklumpen dazu) und der Sonne ist da schon ergiebiger. Oder unserer Sonne und ein paar größeren - bis rauf zu VV Cephei, dem größten bekannten Stern.

Ach, was red' ich: ab geht's!

Freitag, Oktober 06, 2006

Dienstag, Mai 02, 2006

Geartete Kunst 3



"Spatz vom Grund"
(Buntstifte auf Klopapier)

Dieses dank der postmodernen Briefschreibung von zahllosen (2 oder mehr) Postkarten bekannte Motiv galt lange Jahre als glücklich verschollen, das Original mit der Signatur "MH 1933" wurde jedoch jüngst in der untersten Schublade des Nachlasses von Dr. rer. nat. etc. Werner Naumann wiederentdeckt.
Der Spatz ist der Nachbar des Hereins. Warum ist überhaupt Spatz und nicht vielmehr Nichts? That ist hier the question. Doch der Spatz - was ist der Spatz? Es und/oder er ist Es und/oder Er selbst. Der Leib des Spatzens ist etwas wesentlich anderes als ein tierischer Organismus.
Oder, so beuntertitelt der Künstler sein Werk in eindwandfreiem Lumpengezeter: "Der Spatz spatzt spatztisch in Spatztik." Doch wo war ach der Spatz noch gestern und noch nie?

Sonntag, April 30, 2006

Geartete Kunst 2



"Atzenjammer"
(Öl auf Leinwand)

Dieses Werk war unter dem englischen Titel "Soft Porn Monster" mit der Nummer 77 auf der Fauxpas-Ausstellung 1986 in Tschernobyl zu sehen. Signiert ist es mit "Gisela S. 1998" am unteren Bildrand links und/oder rechts von der Mitte. Auf die Leinwand wurde zuvor durch Computer ein offizielles Foto von Königin Beatrix reproduziert. Es entstand nach einem Anaglyphen-Schema von Professor Bela Beh, einem kanadischen Wissenschaftler, der erfolgreich Untersuchungen über die visuelle und akustische Verdummung durchführte.
Mit diesem Bild huldigt Gisela S. den Elementaren Naturgewalten in dem Ineinanderübergreifen von Mensch, Quastenflossler, Meer und Galle, wobei jedes dieser Elemente das andere trägt. Es ist eine kosmologische Explosion , entstanden aus dem ursprünglichen Chaos, aus reiner, freigesetzter, dynamischer Energie. Es ist auch ein biologisches Schauspiel, bei dem am Ende die Blödheit über den Tod triumphiert. Darüber hinaus ist es ein lyrisches und dionvsisches "Ei", bei dem der Rhythmus von dem Überschwang und der Heftigkeit des Elans bestimmt wird, der Rhythmus, der, nach Delacroix, "nur durch das Prisma einer Abwesenheit von Intelligenz existieren kann".

Samstag, April 29, 2006

Geartete Kunst 1



"Survival of the Frites"
(Bleistift, Tusche, Aquarell und Gouache auf Papier.)

Bei einer radiographischen Untersuchung diese Schraffur mit der Signatur "Hubert 1953" am linken unteren Bildrand wurde zwischen zwei der nicht näher bestimmbaren orange-gelben Gegenständen eine geometrische Form sichtbar - der Sarg eines toten Kindes. Die scheinbar demütige Haltung der meisten Formen ist zugleich die Haltung vor dem agressiven Akt wie bei der Gottesanbeterin vor der Paarung. Dies belegt auch die erotische Bedeutung der wie willkürlich verteilten Farbspritzer, die Millet oder den volkstümlichen Darstellungen bäuerlicher Erotik entnommen sind.

Freitag, März 17, 2006

Keine Kunst

Ebenfalls StumbleUpon ist es zu verdanken, daß hier und heute auf zwei Meisterwerke der neopostpostmodernen Kunst verlinkt werden dürfen, beide selbstredent von yours truly verbrochen:

Verbot
Fleisch

Wem's zu lange dauert, dem empfehle ich, die Geschwindigkeit zu erhöhen, aber nicht ans Ende zu springen. Ehrlich, macht mehr Spaß, den Bildern beim Entstehen zuzuschauen.

Oh, und eigene Bilder können dort natürlich auch angefertigt werden. Kostet auch nix.

Mittwoch, Februar 01, 2006

Massaker in Mehl

Die Hohe Kunst des Kochens* ist um ein Geheimnis beraubt: Blutwurst an sich ist schon verabscheuungswürdig genug, zumindest, wenn man näher drüber nachdenkt. Wenn sie aber gebraten wird, neigt sie dazu, sich in ihre Bestandteile aufzulösen, und die sind nun mal Blut und Fett. Widerlich.

Was also tun? Der erste Trick besteht in der Wahl der richtigen Wurst. Naturhaut (erneut: ekelig) sollte sie haben, damit diese beim Braten dranbleiben kann. Weiterin sollte kein Deckel verwendet werden, denn das Wasser, welches so am Entweichen gehindert wird, läßt die Wurst platzen. Und, vermutlich wichtiger noch als die anderen Vorgehensweisen: die Blutwurst vor dem Braten in Mehl wenden. Dann kann eigentlich nichts mehr passieren, und das Blutbad ist erfolgreich verhindert.

* Kochen ist Kunst (erst danach ißt man). Denn erstens wird aus Rohmaterial etwas anderes hergestellt, wie bei aller Kunst. Und zweitens ist Kunst das, was einen froh macht, Mensch zu sein - so gesehen ist Kochen eine Art "Urkunst". Dann wiederum können sich die wenigsten Leute auf eine Definition von Kunst einigen. Ist aber auch egal, ich bleibe dabei.

Montag, Dezember 26, 2005

Oh teh noes!!!!11


Da nun das Winterhauchfest (aka "Weihnachten") nun offiziell beendet scheint, ist es an der Zeit, zum Ernst des Lebens zurückzukehren. Ergo: ein Selbstportrait (erstellt mit dem South Park Studio).